Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Tohuwabohu im Bistum Chur: Liturgiemissbrauch und Messsimulationen durch Gemeindeleiterin
  2. Salzburger Erzbischof Lackner verteidigt Jungfrauenweihe im Dom
  3. „Das ging selbst einigen CSD-Fans zu weit und sorgte für Aufregung innerhalb der Homo-Szene“
  4. Maria 1.0 schreibt offenen Brief an DBK-Vorsitzenden Bischof Bätzing
  5. Papst Franziskus empfängt zum vierten Mal Transsexuelle
  6. Georgia ermöglicht steuerliche Begünstigungen für ungeborene Kinder
  7. Potsdam: Vergünstigte Sondertarife für Katholiken und Protestanten bei Strom und Gas
  8. Archie wurde getauft und in die katholische Kirche aufgenommen!
  9. Theologe: Christen sollten sich bei Kommentaren in den Sozialen Medien zurückzuhalten
  10. FAZ: „Die Sprachgemeinschaft erziehen zu wollen ist eine Anmaßung der öffentlich-rechtlichen Sender“
  11. Psychologin Stefanie Stahl warnt davor, Kinder zu früh in die Kita zu geben
  12. GENDERIRRSINN bei Audi: "Der_die BsM-Expert_in ist qualifizierte_r Fachexpert_"
  13. Die Synodale Parallelgesellschaft
  14. Merz als Cancel-Kandidat
  15. Ein Blick auf kirchliche Zahlen und Daten zeigt den Grad der Entfremdung

Streit um Prager Mariensäule spitzt sich erneut zu

vor Minuten in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bildhauer will bei Kundgebung am Samstag trotz unklarer Lage um Baubewilligung ersten Baustein für Wiederrichtung der 1918 zerstörten Mariensäule am Altstädter Ring setzen


Prag (kath.net/KAP) Der seit langem schwelende Streit um die Wiederrichtung der Mariensäule auf dem Prager Altstädter Ring spitzt sich abermals zu: Per Schiff hat der Bildhauer Petr Vana in dieser Woche Steine für die Errichtung einer Kopie der 1918 zerstörten Säule auf Elbe und Moldau von Altbunzlau (Stara Boleslav) in die tschechische Hauptstadt gebracht. Am Samstagnachmittag will Vana trotz der unklaren Lage um die Baubewilligung bei einer ökumenisch ausgerichteten Kundgebung der "Gesellschaft für die Erneuerung der Mariensäule auf dem Altstädter Ring" den ersten Baustein deponieren. Das Schiff mit rund 60 Tonnen Baumaterial für die Säule samt einem Abguss der Marienstatue liegt derweil im Hafen von "Klein Venedig" zwischen Karlsbrücke und dem Hotel "Four Seasons" vor Anker.

Vana stützt sich auf eine bereits 2017 erteilte Bauerlaubnis, die noch bis Juli gilt. Man habe den Bau Ende Mai bereits "offiziell begonnen", dies ins Bautagebuch eingetragen und niemand habe widersprochen, argumentiert er. Das Bauamt des 1. Prager Stadtbezirks hingegen erklärte, man habe einen Ende Mai eingebrachten Antrag wegen formaler Mängel zurückgewiesen und eine Antwort darauf von Seiten der Antragsteller stehe noch aus. Die erste Aufgrabung Ende Mai sei widerrechtlich erfolgt und habe daher rückgängig gemacht werden müssen.

Die 15 Meter hohe originale Mariensäule war ein Werk des Barockbildhauers Jan Jiri Bendl aus dem Jahr 1648. Am 3. November 1918, fünf Tage nach Ausrufung der Tschechoslowakischen Republik, wurde sie als Symbol der Habsburgerherrschaft von einer fanatischen Menschenmenge niedergerissen. Das abgeschlagene Haupt der Immaculata sowie Überreste von vier Engelsfiguren am Sockel wurden später ins Lapidarium des Nationalmuseums gebracht. Dort hat etwa auch das vom Kleinseitner Ring entfernte Denkmal Feldmarschall Radetzkys die Wirren des 20. Jahrhunderts überdauert.

Seit der Wende von 1989 gibt es nicht nur aus konservativen Kreisen Forderungen nach der Wiedererrichtung der Mariensäule. So sind die Namen von 20 böhmischen und mährischen Städten wie etwa Olmütz, in denen sich ebenfalls Mariensäulen befinden und die für die Wiedergutmachung der Aktion von 1918 gespendet haben, bereits in den Sockel der neuen Säule des Bildhauers Vana eingemeißelt.

Die "Gesellschaft für die Erneuerung der Mariensäule" betrachtet die Errichtung der ursprünglichen Säule im 17. Jahrhundert als Danksagung an die Muttergottes für die Abwehr der Schweden im letzten Jahr des Dreißigjährigen Krieges sowie als bedeutsames Kunstwerk, von dem die barocke Bildhauerei in Böhmen ihren Ausgang genommen hat. Gegner einer Wiedererrichtung hingegen erblicken in ihr ein "Symbol der habsburgischen Herrschaft und der intoleranten Rekatholisierung des Landes". Beide Gruppen werden mit ihren einander widersprechenden Forderungen immer wieder beim Prager Gemeinderat vorstellig, der aber häufig seine politische Zusammensetzung und damit auch seine Einstellung zu dieser Causa ändert.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Tschechien

  1. Jan Graubner wird neuer Erzbischof von Prag
  2. Unwetter in Tschechien: Bischof von Brünn besuchte Katastrophenregion
  3. Graubner neuer Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz
  4. Tschechien: Öffentliche Gottesdienste ab Ende April!
  5. Prager Weihbischof Herbst an Corona erkrankt
  6. Prager Mariensäule soll nun doch wiedererrichtet werden
  7. Seligsprechungsprozess für von Nazis und KP verfolgten Jesuiten
  8. Wieder Zehntausende zu tschechischer Nationalwallfahrt erwartet
  9. Prag: Kirchenprotest gegen Restitutionsbesteuerungs-Beschluss
  10. Laser-Drohnen vermessen wertvolle tschechische Holzkirchen







Top-15

meist-gelesen

  1. „Das ging selbst einigen CSD-Fans zu weit und sorgte für Aufregung innerhalb der Homo-Szene“
  2. Tohuwabohu im Bistum Chur: Liturgiemissbrauch und Messsimulationen durch Gemeindeleiterin
  3. Maria 1.0 schreibt offenen Brief an DBK-Vorsitzenden Bischof Bätzing
  4. Salzburger Erzbischof Lackner verteidigt Jungfrauenweihe im Dom
  5. BITTE um Ihre Sommerspende für kath.net - DANKE!
  6. Archie wurde getauft und in die katholische Kirche aufgenommen!
  7. "Das ist definitiv falsch – wir haben nicht nach einem Drehbuch Dritter gehandelt!"
  8. Edith Stein – Ave, Crux, spes unica
  9. Merz als Cancel-Kandidat
  10. Papst Franziskus empfängt zum vierten Mal Transsexuelle
  11. Ein Blick auf kirchliche Zahlen und Daten zeigt den Grad der Entfremdung
  12. Priester und späterer Bischof Emil Stehle hatte vertuscht, wird selbst des Missbrauchs beschuldigt
  13. Psychologin Stefanie Stahl warnt davor, Kinder zu früh in die Kita zu geben
  14. GENDERIRRSINN bei Audi: "Der_die BsM-Expert_in ist qualifizierte_r Fachexpert_"
  15. Die Synodale Parallelgesellschaft

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz