Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bistum Trier entlässt AFD-Landtagsabgeordneten Schaufert aus einem Kirchengremium
  2. Schweiz: Bischof Bonnemain bei Beerdigung von Bischof Huonder
  3. Kardinal Müller: "Sie sind wie die SA!"
  4. Das Leben des Menschen ist schutzwürdig oder doch nicht?
  5. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für mindestens 2024 und 2025!
  6. Erzbistum Hamburg verliert 2023 Millionen Euro durch Mitgliederschwund
  7. Höchstgericht entscheidet über Bibel-Tweet von Ex-Ministerin Räsänen
  8. Eine kleine Nachbetrachtung zu einer Konferenz in Brüssel
  9. Großes Interesse an Taylor Swift-Gottesdienst in Heidelberg
  10. ,Ich habe Pornographie gemacht – jetzt mache ich Rosenkränze!‘
  11. Meloni: Leihmutterschaft ist ,unmenschliche Praxis‘
  12. Vatikan: Religionsfreiheit durch Urteil gegen Kardinal bedroht
  13. Das Mediennetzwerk Pontifex, gegründet 2005 als "Generation Benedikt", beendet seine Tätigkeit
  14. Taylor sei mit Euch
  15. Der Gute Hirt: er opfert sich für uns und schenkt seinen Geist

Der nächste Papst - Leseprobe 2

8. August 2020 in Buchtipp, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe 2 des Papst-Biografs George Weigel, der in seinem neuen Buch das Idealbild eines Papstes entwirft


Linz (kath.net)

Viele neuere Diskussionen in der katholischen Kirche einschließlich der Debatten vor, während und nach den Synoden von 2014, 2015 und 2018 und während der Sonderversammlung der Bischofssynode für die Pan-Amazonas-Region waren im Grunde genommen Debatten über die Wahrheit und Verbindlichkeit der Offenbarung. Sind die Worte des Herrn Jesu über das Wesen der Ehe und ihre Unauflöslichkeit auch heute noch wahr und verbindlich? Oder gibt unsere Erfahrung der Zerbrechlichkeit der Ehe in der zeitgenössischen Gesellschaft uns das Recht, etwas an der Lehre Jesu nachzujustieren oder sogar zu korrigieren?

Sind die Worte und Bestimmungen des heiligen Paulus über den würdigen Empfang der heiligen Kommunion auch heute noch wahr und verbindlich? Oder gibt unsere historische Situation uns das Recht, etwas an der Lehre des heiligen Paulus nachzujustieren oder zu korrigieren? Sind die Lehren Jesu des Herrn und des heiligen Paulus über die Ethik der menschlichen Liebe und darüber, wie eine Liebe beschaffen sein muss, damit daraus Glück und Seligkeit erwachsen, auch heute noch wahr und verbindlich? Oder gibt uns die sexuelle Revolution das Recht, uns in diesen Dingen für kompetenter zu halten als Jesus den Herrn, den heiligen Paulus und die seit zwei Jahrtausenden unveränderte Lehre der Kirche? Gilt der große Missionsauftrag, hinauszugehen und alle Völker zu Jüngern zu machen, auch in Bezug auf indigene Bevölkerungen?


In diesen und ähnlichen Debatten geht es nicht um „Politik“. Es geht um die Wahrheit der göttlichen Offenbarung. Und es ist wichtig, sich klarzumachen, dass solche Debatten typischerweise an bestimmten soziologischen und historischen Orten aufkommen.

Diejenigen, die die Auffassung vertreten, die Offenbarung müsse sich an der Geschichte messen lassen und die Kirche könne an den Lehren Jesu des Herrn und des Völkerapostels sozusagen Verbesserungen vornehmen, kommen hauptsächlich aus älteren Ortskirchen, die die kulturellen Angriffe auf den Katholizismus – angefangen bei den europäischen Aufklärungsbewegungen des 19. Jahrhunderts – mit voller Wucht abbekommen haben: katholischen Gemeinschaften, insbesondere im deutschsprachigen Raum, deren liberale protestantische Nachbarn sich schon längst von der Vorstellung einer über die Zeit verbindlichen göttlichen Offenbarung verabschiedet hatten.

Diese soziologische und historische Tatsache legt (sosehr sich der eine oder andere auch dagegen sträuben mag) die Schlussfolgerung nahe, dass Männer der Kirche, die vorschlagen, die Offenbarung so anzupassen, dass sie sich in ein zeitgenössisches kulturelles Muster einfügt, im Grunde an einem Mangel an Glauben an den Sohn Gottes leiden. Sie sind auch nicht überzeugt von der Möglichkeit, den Herrn Jesus als Sohn Gottes zu verkünden, und versagen deshalb, die Freundschaft mit Jesus Christus als Antwort auf die tiefsten Sehnsüchte des menschlichen Herzens anzubieten.

Darauf folgt in kurzer Zeit die Anpassung an die kulturellen Sitten und Gebräuchen der umgebenden Gesellschaft. So gibt es ein weit hergeholtes Bestreben, diese Sitten und Gebräuche zu „taufen“. Und ebenso bestehen implizite oder explizite Anstrengungen, die Kirche zu einer Freiwilligenorganisation umzudefinieren, die sich karitativ in der Gesellschaft engagiert.

Im Gegensatz dazu kommt das stärkste Bekenntnis zur Verteidigung der Wahrheit und der verbindlichen Autorität der Offenbarung in den katholischen Debatten der letzten Jahre aus den jüngeren afrikanischen Ortskirchen und aus jenen Teilen der westlichen Kirche, die die Neuevangelisierung als den Königsweg der Kirche für das 21. Jahrhundert und das dritte Jahrtausend verwirklichen. Wo der Glaube an Christus stark ist und wo dieser Glaube mit Eifer als wahrhaft befreiend verkündet wird, dort erscheinen die Wahrheiten der Offenbarung als die Magna Charta des menschlichen Glücks: als Weg zu Gotteserkenntnis und ewigem Leben. Und von dieser Verkündigung der Wahrheit Gottes in Christus aus ist der echte Dienst für die Gesellschaft eine Folge.

Die katholische Kirche der Neuevangelisierung – welches die katholische Kirche der Wahrheit der Offenbarung ist – ist lebendig. Die katholische Kirche der kulturellen Anpassung – die Kirche, die sich der Wahrheit der Offenbarung nicht sicher und daher unfähig ist, das Evangelium furchtlos zu verkünden – liegt im Sterben oder ist bereits tot. Dies muss der nächste Papst verstehen.

kath.net Buchtipp
Der nächste Papst - Das Amt des Petrus und eine missionarische Kirche
Von George Weigel
Media Maria 2020
160 Seiten
ISBN: 9783947931248
Preis: 17,50 Euro


Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

  • Link zum kathShop
  • Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus, Linz, für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: buch@kath.net
  • Buchhandlung Provini Berther GmbH, Chur, für Bestellungen aus der Schweiz/Liechtenstein: buch-schweiz@kath.net

Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Chris2 8. August 2020 
 

Nach Südamerika

wäre es schön, wenn Afrika den nächsten Papst stellen würde. Entspräche sogar dem aktuellen Zeitgeist. Vielleicht Kardinal Sarah?
A propos Schwarze: Neue Filmsequenzen belegen, dass George Floyd, dessen Tod ja angeblich der Auslöser der Rassenunruhen in den USA war (mit dem Wahlkampf hat das selbstverständlich nichts zu tun), bereits über Atembeschwerden klagte, bevor man ihn fixierte. Möglicherweise lag es doch eher an den Drogen, die er genommen hatte und seine Gegenwehr später war bereits Teil des Todeskampfes - was leider niemand erkannte.


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst

  1. Erzbischof Aguer: Nächster Papst muss die katholische Lehre gegen ‚progressive Mythen’ verteidigen
  2. Theologe Kwasniewski: Papst kann Bischof nicht willkürlich abberufen
  3. Papstlose Residenz: Castel Gandolfo hat sich verändert
  4. Freude über geplante Papst-Reise in den Irak
  5. Omnia instaurare in Christo
  6. Die Päpste und die Leute
  7. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  8. Vatikanist Edward Pentin: Franziskus-Nachfolger ist „wahrscheinlich konservativ“
  9. Der nächste Papst - Leseprobe 5
  10. Der nächste Papst - Leseprobe 4







Top-15

meist-gelesen

  1. Werden Sie Schutzengerl für kath.net für mindestens 2024 und 2025!
  2. KOMMEN SIE MIT! EINMALIGE REISE - 13. Oktober 2024 in Fatima + Andalusien!
  3. Kardinal Müller: "Sie sind wie die SA!"
  4. Eine kleine Nachbetrachtung zu einer Konferenz in Brüssel
  5. Schweiz: Bischof Bonnemain bei Beerdigung von Bischof Huonder
  6. ,Ich habe Pornographie gemacht – jetzt mache ich Rosenkränze!‘
  7. Der Teufel sitzt im Detail
  8. Das Mediennetzwerk Pontifex, gegründet 2005 als "Generation Benedikt", beendet seine Tätigkeit
  9. "Ich verzeihe dir, du bist mein Sohn. Ich liebe dich und werde immer für dich beten"
  10. Der Mann mit Ticketnummer 2387393
  11. Frankreich: „Inzwischen bedeutet Katholizismus, seinen Glauben erklären zu können“
  12. Taylor sei mit Euch
  13. Bistum Trier entlässt AFD-Landtagsabgeordneten Schaufert aus einem Kirchengremium
  14. Großes Interesse an Taylor Swift-Gottesdienst in Heidelberg
  15. Krakau: Einleitung des Seligsprechungsprozesses der mit 25-Jahren ermordeten Helena Kmieć

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz