Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus verurteilt Traditionalismus in der Kirche
  2. Barmherzigkeit gegenüber „LGBTQ-Katholiken", Unbarmherzigkeit gegenüber Anhängern der "Alten Messe"?
  3. Damit verläßt die Dame eindeutig den Boden der Lehre der katholischen Kirche
  4. Zürich: Demonstrant bei LGBT-Parade wegen Zitierung von Bibelstellen verurteilt
  5. Kardinal Cupich ODER wie man 500 Gläubige vertreibt
  6. 'Klimawandel ist zu einer Art Ersatzreligion geworden'
  7. Nach orthodoxer Heiligsprechung Spannungen zwischen serbisch-orthodoxer und katholischer Kirche
  8. Luxemburgs Forderungen an die Universalkirche, oder: der deutsche Sonderweg färbt ab
  9. „Eine Gesellschaft ohne Gott ist nicht denkbar, weil sie im Chaos versinken wird“
  10. Zwei Drittel der Deutschen sind für die sofortige Abschaffung der Kirchensteuer!
  11. 'Hatespeech' eines ZDF-Journalisten zur Lebensschutz-Entscheidung des Obersten Gerichtshofs
  12. Opfer von „Nackt-Selfie-Bischof“ Zanchetta sind über Kloster-Hausarrest empört
  13. Pater Kraschl: Warum die gültige Taufformel verwendet werden muss
  14. ‚Religiöse Grundlage’ – Richter hebt Abtreibungsverbote in Kentucky auf
  15. Kirche muss reich an Glauben sein, nicht reich an Geld

Adam, wo bist du? Notwendigkeit einer ernsthaften Gewissensprüfung und Umkehr

23. Mai 2022 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus: in der Seelsorge sollen nicht nur die theologischen Prinzipien, sondern auch die Ergebnisse der profanen Wissenschaften, vor allem der Psychologie und der Soziologie, wirklich beachtet und angewendet werden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Adam, wo bist du?“ lautete der Titel einer Internationalen Konferenz an der Päpstlichen Universität Gregoriana zur Problematik der anthropologischen Frage heute. Die Konferenz fand aus Anlass des 50. Jahrestages der Gründung des Instituts für Psychologie der Universität statt.

***

Botschaft von Papst Franziskus an die Teilnehmer der Internationalen Konferenz „Adam, wo bist du?“. Die anthropologische Frage heute anlässlich des 50. Jahrestages der Gründung des Instituts für Psychologie der Päpstlichen Universität Gregoriana,14. Mai 2022:

Sie haben sich heute in der Päpstlichen Universität Gregoriana versammelt, um den 50. Jahrestag der Gründung des Instituts für Psychologie zu feiern. Ich grüße Sie alle sehr herzlich und wünsche Ihnen eine fruchtbare Tagung und spreche den Initiatoren und Architekten dieses akademischen Unternehmens meinen tiefen Dank aus.

Das Institut für Psychologie entstand auf der Welle des kirchlichen Aggiornamento, das durch das Zweite Vatikanische Konzil ausgelöst wurde, das forderte: „In der Seelsorge sollen nicht nur die theologischen Prinzipien, sondern auch die Ergebnisse der profanen Wissenschaften, vor allem der Psychologie und der Soziologie, wirklich beachtet und angewendet werden, so daß auch die Laien zu einem reineren und reiferen Glaubensleben kommen“ (Pastoralkonstitution Gaudium et spes, 62). Im vergangenen halben Jahrhundert haben Sie sich dieser Herausforderung gestellt, indem Sie mutig den interdisziplinären Ansatz in der Seelsorge an den Gläubigen verfolgt haben, sowohl im Bereich der Forschung und in zahlreichen Veröffentlichungen als auch in der pastoralen und gestaltenden Praxis. Nach dem ignatianischen Prinzip der „cura personalis“ haben Sie Spezialisten ausgebildet, die in der Lage sind, Spiritualität und Psychologie in apostolische und erzieherische Aktivitäten in verschiedenen geografischen und kulturellen Kontexten der Kirche zu integrieren. Als akademische Einheit der Universität Gregoriana haben Sie bereits mehr als ein halbes Tausend Männer und Frauen aus vielen Kulturen und verschiedenen Kontinenten in der Wissenschaft und Kunst der „cura personalis“ ausgebildet. Diese haben ihrerseits in Zusammenarbeit mit Ihrem Institut in den letzten Jahrzehnten etwa fünfzehn spezialisierte Zentren für Ausbilder in verschiedenen Regionen Afrikas, Lateinamerikas, Asiens und Europas ins Leben gerufen.

Die heutige Konferenz zielt jedoch nicht darauf ab, sich mit der Vergangenheit zu befassen, sondern sich mit ihrem wertvollen Erbe den Herausforderungen der Zukunft zu stellen. Die Frage des Themas „Adam, wo bist du?“ (vgl. Gen 3,9) schwingt in der gegenwärtigen Situation der Welt mit großer Kraft mit, stellt uns in Frage, erschüttert uns und lädt uns zu einer ernsthaften Gewissensprüfung und Umkehr ein. Die Welt befindet sich heute in einer tiefen anthropologischen Krise (vgl. das Apostolische Schreiben Evangelii gaudium, 55), einer Sinnkrise, auf die die Kirche angemessen und wirksam reagieren muss. Vor unseren Augen entfaltet sich wieder einmal die schreckliche Tragödie des Krieges, die die schlimmste Folge der menschlichen Zerstörungswut ist, sowohl der individuellen als auch der systemischen, die nicht ernst genug genommen und nicht an der Wurzel gepackt und ausgemerzt wird.

Angesichts der Notwendigkeit, zu lernen, Nein zum Bösen zu sagen, diejenigen zu erheben, deren Würde verletzt oder angetastet wird, und angesichts der dringenden Notwendigkeit, Menschen auszubilden, die ihrerseits in der Lage sind, Ausbilder mit einem soliden anthropologischen Hintergrund zu schmieden, erwartet die Kirche von Ihrem Institut weiterhin einen Qualitätsdienst, der auf den Kenntnissen der Psychologie mit den Beiträgen der Theologie und der Philosophie beruht. Ihre Sendung steht im Dienst der Förderung der menschlichen Person und des ständigen Prozesses der Evangelisierung, der sich dadurch verwirklicht, dass das höchste Geschenk der Erlösung, das der Herr Jesus Christus vollbracht hat, in die konkrete menschliche Existenz übersetzt wird.

Ich hoffe daher, dass die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des Instituts für Psychologie der Päpstlichen Universität Gregoriana in Ihnen das Engagement für die Forschung, die Lehre und die Betreuung der Menschen erneuern werden. Auf diese Weise stellen Sie sich in den Dienst der ausgehenden Kirche gegenüber den existenziellen Randgebieten der Männer und Frauen von heute, in der Vielfalt ihrer Kulturen, aber geeint durch das Bedürfnis nach Unterstützung und Anregung, um die Härten und Herausforderungen des Lebens zu bewältigen. Ich danke Ihnen für Ihren Beitrag, der dem eigentlichen Auftrag der Päpstlichen Universität Gregoriana im Dienste der Sendung der Kirche entspricht. Möge der Herr Sie segnen und die Gottesmutter Sie behüten.

Rom, St. Johannes im Lateran, 14. Mai 2022

Franziskus

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Zeitzeuge 25. Mai 2022 
 

Liebe lesa! Vielen Dank für Ihre freundlichen Zeilen; Laudetur Jesus Christus!


0
 
 lesa 24. Mai 2022 

Der Geist ist es, der lebendig macht (vgl Joh 6)

Lieber@Zeitzeuge: Vielen Dank für Ihre Replik! Wie erfreulich, dass Sie die Coronagrippe so gut überstanden haben! Gott sei Dank! Als Ungeimpfter hatten Sie (trotz Ihres heiklen Gesundheitszustandes) den glimpflichsten Verlauf! Das entspricht
den Erfahrungen und Beobachtungen, die häufig gemacht wurden in letzter Zeit. Aber für einige "EXPERTEN" u. Politiker scheint die Realität nicht relevant. Sind sie mit einem "Transhumanismus-Virus" geimpft, der von Gesundheit nichts mehr wissen will, nur noch von Zwangsmaßnahmen und Kontrolle? Aber Gott bleibt der Herr, und auch diese Bäume werden nicht bis zum Himmel wachsen.
Danke für den verlinkten Text von Dr. Christian Spaemann. Großartig, der durchleuchtet das Thema bis auf den Grund. Danke für alle Ihre Links!
Und hier ein Wort von Heinrich Spaemann: "Wenn einer die Beziehung zu Jesus aufnimmt, und sei es auch im äußersten Absturz ... so ist das die Teilnahme an Jesu Beziehung zu Gott, seinem Vater und damit die Rettung."


1
 
 Zeitzeuge 24. Mai 2022 
 

Liebe lesa,

danke für Ihren Beitrag!

Im Link der Psychiater Dr. Christian Spaemann
(Sohn des +Philosophen Robert Spaemann), der
in Österreich praktiziert über die Sinnfrage
in der Psychotherapie aus kath. Sicht.

Weiterführend ist das Buch des Priesters und
Psychiaters DDr. Johannes B. Torello (1920-2011):

Psychoanalyse und Beichte!

Privat:

Wir hatten vor 2-3 Wochen alle hier eine
Corona-Infektion mit nicht allzu schwerem
Verlauf; der einzige Ungeimpfte der Familie
hatte trotz Vorerkrankungen den mildesten
Verlauf (etwas Husten und Schnupfen) :-))!

DEO Gratias!

www.kath-info.de/psychotherapie.html


1
 
 lesa 24. Mai 2022 

Gott weiß am besten, was der Mensch braucht. Die Heilung kommt von ihm.

Psychologische Einsichten können hilfreich und auch das Glaubensleben fördern, sofern das Wort Gottes der Maßstab ist und bleibt. Andernfalls kann Psychologie schädlich werden: wenn jemand auf Selbstreflexion fixiert wird und unter Umständen in falschen Wegen verhaftet bleibt und immer weiter von Gott wegkommt. Wie oft erlebt man, wie wahr es ist: "Ohne mich könnt ihr nichts tun" (vgl Joh 15)Man erlebt Menschen, denen alle psychologischen Beratungen "nichts nützen", ehe sie anfangen, zu beten. "Der Geist ist es, der lebendig macht" Wirksam heilen kann nur der Hl. Geist. „Der beste Psychologe“ ist Gott. Sein Gebot halten ist oft zuerst "ein Kreuz", aber der Hl. Geist gibt die Kraft und es ist DER Weg in die Freiheit. Das angenehme Gefühl "mir tut es gut" dem Gebot vorziehen kann hingegen in eine Sackgasse, in eine Leere, in verkehrte, krankmachende seelische Mechanismen führen.
Und was soziologische Analysen betrifft: Sie haben sich eher zerstörerisch auf die Kirche ausgewirkt.


1
 
 girsberg74 23. Mai 2022 
 

Auf dem Laufenden ist er ja,

doch ob er sich das alles richtig überlegt hat?

Noch bevor ich den Beitrag von @Zeitzeuge lese, fallen meine Gedanken auf „Freud“ und Konsorten und noch andere.

Also, ich wollte für mich keine Seelenmechaniker haben, möchte nicht überspielt werden, auch nicht von den Geschicktesten; gerade von solchen nicht!


0
 
 Zeitzeuge 23. Mai 2022 
 

Gaudium et spes und die Folgen

Kardinal Heenan (1905-1975) sagte britisch-trocken
über GS: "written by clerics with no knowledge of
the world!"

Die Soziologie ist von Atheisten begründet (z.B.
Comte, Durkheim, auch Max Weber war unreligiös).
Da kann nur eine nichtchristl. "Diskursethik"
herauskommen (Habermas), die Folgen beschrieb
einer der führenden deutschen Soziologen, Prof.
Scheuch, in einem Vortrag, vgl. Link, mit er-
schreckenden Hinweisen a.d. Wurzeln der synodal
Bewegten von heute!
Mehr bei Wilhelm Weber: Wenn aber das Salz schal
wird

Die moderne Psychologie ist weit überwiegend
eine seelenlose Ideologie, die christl. Grund-
dogmen "anima forma corporis" und "anima separata"
haben in deren Weltbild keinen Platz.
Ausnahmen wie Keilbach, Lütz, Chr. Spaemann,
Bonelli oder Christa Meves sind nicht der Maßstab
vieler heutiger Theologen, sondern eher immer
noch Freud & Co., alles andere als christl.
Menschen!

Unumgänglich ist eine echte Re-Katholisierung
u. Entweltlichung, dafür sollten wir beten
u. handeln!

www.die-neue-ordnung.de/Nr42003/ES.html


0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus Papst

  1. Papst ernennt persönlichen Gesundheitsassistenten
  2. Papst zieht positive Zwischenbilanz seiner Reformen
  3. Die Symphonie der Nächstenliebe chorisch entwickeln
  4. ‚Psychopathologie und das bevorstehende Ende?’ Wie geht es Papst Franziskus?
  5. Diakonie der Wahrheit – der hohe Anspruch an den Theologen im kirchlichen Dienst
  6. Papst: Warte auf richtigen Moment für Ukraine-Besuch
  7. Papst Franziskus gibt neue Kardinäle bekannt: Drei besondere Fälle
  8. Charles de Foucauld: Prophet der Wesentlichkeit und Universalität des Glaubens
  9. Feierliche Heiligsprechungen auf dem Petersplatz: ergriffen von der Liebe
  10. Mit den Migranten und Flüchtlingen die Zukunft gestalten







Top-15

meist-gelesen

  1. Papst Franziskus verurteilt Traditionalismus in der Kirche
  2. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  3. DRINGEND - Bitte um Ihre Sommerspende für kath.net - DANKE!
  4. Barmherzigkeit gegenüber „LGBTQ-Katholiken", Unbarmherzigkeit gegenüber Anhängern der "Alten Messe"?
  5. Damit verläßt die Dame eindeutig den Boden der Lehre der katholischen Kirche
  6. Kardinal Cupich ODER wie man 500 Gläubige vertreibt
  7. Zürich: Demonstrant bei LGBT-Parade wegen Zitierung von Bibelstellen verurteilt
  8. 'Hatespeech' eines ZDF-Journalisten zur Lebensschutz-Entscheidung des Obersten Gerichtshofs
  9. Opfer von „Nackt-Selfie-Bischof“ Zanchetta sind über Kloster-Hausarrest empört
  10. Hört auf Intschu Tschuna!
  11. Der Pfarrer von Ars und der Teufel
  12. Gender-Gaga beim Bayerischen Rundfunk
  13. Zwei Drittel der Deutschen sind für die sofortige Abschaffung der Kirchensteuer!
  14. Das bundesdeutsche Bermuda-Dreieck der Großideologen
  15. Im Anfang war nicht das "Bischofswort"

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz