Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Impfpflicht? - Niemand kann gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln!
  2. Die Frage der Impfung ist für jeden eigentlich eine Gewissensfrage
  3. "Das erbärmliche Schweigen"
  4. Strafbefehle gegen zwei katholische Priester wegen Artikel über "homosexuelle Cliquen" in der Kirche
  5. „Maskenbefreite unerwünscht!“
  6. Die Gläubigen der „Ausserordentlichen Form“ sind das Symptom, nicht die Krankheit
  7. Die gewollte Spaltung unserer Gesellschaft
  8. ‚Papst Franziskus verliert seinen Kulturkampf’
  9. Angst vor der Covid-Pandemie offenbar viel größer als ihre tödliche Auswirkungen
  10. Franziskus hat die Lehre zu diesem Thema nicht geändert
  11. Lebensschutzbewegung bekommt offizielle Flagge
  12. Kardinal Wilton Gregory untersagt dem ehemaligen Nuntius in der Schweiz die 'Alte Messe'
  13. Der Kern des Glaubens: die Begegnung mit Jesus
  14. „Hören wir auf, die Wahrheit für irgendwelche weltlichen Gedanken zu kompromittieren“
  15. Nach Protestflut: Erste Konsequenzen für Schweizer Portal kath.ch

Ist die Verfolgung durch den IS als Völkermord zu definieren?

4. Februar 2016 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Über diese Frage wird das Europäische Parlament am 4. Februar abstimmen


Wien-Brüssel-Straßburg (kath.net/KIN) Am Donnerstag dieser Woche, dem 4. Februar, wird die Vollversammlung des Europäischen Parlamentes über eine Resolution abstimmen, die die von Daesh (IS) in Syrien und im Irak verübten Gräueltaten als „Akte des Völkermordes“, als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Kriegsverbrechen definieren soll.

Die Resolution ist das Ergebnis einer Debatte, die am 20.Januar abgehalten wurde und während derer ein großer Teil der Europaabgeordneten die Auslöschung von religiösen Minderheiten in diesen Ländern, insbesondere von Christen und Jesiden, als Völkermord bezeichnete.

Ihrerseits nahm am 27.Januar die Parlamentarische Versammlung des Europarates einstimmig die Resolution Nr. 2091 (2016) über „Ausländische Kämpfer in Syrien und im Irak“ an, in der anerkannt wurde, dass „Personen, die im Namen der Terrororganisation agieren, die sich selbst Daesh nennt …. Akte des Genozides und andere schwere Verbrechen verübt haben, die nach internationalem Recht strafbar sind.“

Die Versammlung erinnerte daran, dass „Staaten nach internationalem Recht eine positive Verpflichtung haben, Völkermord zu verhindern, und dass die Staaten in der Auffassung, dass es sich um Genozid handelt, folglich so viel wie möglich tun sollen, um ihre Bürger daran zu hindern, an solchen Akten teilzunehmen.“


Das schwedische Mitglied des Europaparlamentes Lars Adaktusson, der diese Resolution im Europaparlament vorgeschlagen hatte, stellte fest: “Ich bin für diese Resolution verantwortlich, die die Mitgliedsstaaten der EU dazu aufruft, die Übergriffe auf Christen und Jesiden als Völkermord zu definieren und im Rahmen der Vereinten Nationen spezifische humanitäre und militärische Eingriffe zu entwickeln.“

Am 15. Dezember des vergangenen Jahres bestätigte das litauische Parlament eine Resolution hinsichtlich des Völkermordes an Christen und anderen religiösen Minderheiten im Nahen Osten und Nordafrika. Ähnliche Initiativen wurden vom US-Kongress unternommen.

Politische Führer wie Hillary Clinton haben diesen Begriff gebraucht, der zuvor bereits von Papst Franziskus im letzten Juli verwendet wurde, als er entschieden erklärte, dass „ein Völkermord im Gange ist, den wir stoppen müssen“. Ihm zufolge sei der Moment bereits gekommen, dass die Europäische Union und die Vereinten Nationen diese Wirklichkeit bei ihrem wahren Namen nennen und konsequent an den Forderungen des internationalen Rechts festhalten müssen.

Die Folgen

Das “Verbrechen des Völkermords” hat im internationalen Recht eine präzise Definition. Es bezieht sich auf Verbrechen, die „in der Absicht verübt werden, vollständig oder teilweise eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe zu zerstören.“ Somit ist es offensichtlich, dass die Christen und Jesiden im Irak und in Syrien Opfer eines Völkermordes sind.

Das internationale Recht belegt Staaten und die Internationale Gemeinschaft mit der Verpflichtung, Genozid zu verhindern, Gruppen, die Opfer von Völkermord sind, zu schützen und die Verantwortlichen zu überführen und zu bestrafen. Strafbar ist ebenfalls die Absicht, die Komplizenschaft, das Komplott oder die Anstiftung zum Völkermord. Somit muss jede Einzelperson oder Organisation, wo auch immer sie sich befindet – einschließlich auf dem Gebiet der Europäischen Union oder der Vereinigten Staaten -, die Genozid begeht, zu begehen beabsichtigt oder an Akten des Völkermordes beteiligt ist oder zu Genozid anstiftet, vom Gesetz bestraft werden.

Die Anerkennung des Völkermordes ist daher der erste grundlegende Schritt, um zu gewährleisten, dass die Internationale Gemeinschaft aktiv wird. Der Gebrauch des Begriffs des Genozides hat nicht nur eine starke Symbolkraft, sondern die Internationale Gemeinschaft muss in der Praxis bereit sein zu handeln, wenn sie mit einem Tatbestand konfrontiert ist, der formal zum Genozid erklärt wurde.
______________________________________________________________________________________________

KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen,
die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.

Weitere Infos und Spendenmöglichkeiten:
Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Kirche in Not Deutschland

Foto Plenarsaal des Europaparlamentes © kath.net/Petra Lorleberg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Völkermord

  1. Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert Nobelpreis für Handke
  2. Österreich: Nationalrat erkennt Christenverfolgung als Völkermord an
  3. 'Genozid'-Wort des Papstes sorgt für Ärger zwischen Türkei und Vatikan
  4. Der weite Weg zur Vergebung
  5. 'Papst hat Völkermord beim Namen genannt'
  6. 'Blick in Vergangenheit soll Zukunft des Miteinanders eröffnen'
  7. SPD: Türkei kann Beschluss zu Armenien nicht verhindern
  8. Bundestagsresolution zu Völkermord an Armeniern gestoppt
  9. Staatssekretär verteidigt Papst gegen türkische Kritik
  10. Völkermord: Türkische Christen bitten Armenier um Vergebung







Top-15

meist-gelesen

  1. Die gewollte Spaltung unserer Gesellschaft
  2. "Das erbärmliche Schweigen"
  3. Bitte helfen Sie kath.net - Die Stimme der Diaspora-Katholiken im deutschen Sprachraum!
  4. ‘Traditionis custodes’ bei Licht betrachtet
  5. Impfpflicht? - Niemand kann gezwungen werden, gegen sein Gewissen zu handeln!
  6. ‚Papst Franziskus verliert seinen Kulturkampf’
  7. Die Gläubigen der „Ausserordentlichen Form“ sind das Symptom, nicht die Krankheit
  8. Strafbefehle gegen zwei katholische Priester wegen Artikel über "homosexuelle Cliquen" in der Kirche
  9. Die Frage der Impfung ist für jeden eigentlich eine Gewissensfrage
  10. Gesichtsmaske mit ‚Jesus Loves Me’ verboten – Mutter klagt gegen Schulbehörde
  11. KOMMEN SIE MIT! Romreise zu Ostern 2022 mit Bischof Marian Eleganti
  12. Kardinal Wilton Gregory untersagt dem ehemaligen Nuntius in der Schweiz die 'Alte Messe'
  13. Endlich sagt es mal einer
  14. Leichenfunde in Kanada: Publizist spricht von "Geschichtsfälschung"!
  15. Franziskus hat die Lehre zu diesem Thema nicht geändert

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz