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Weltfamilientreffen: LGBTQI+ ist ein Thema, Abtreibung nicht

20. Juni 2018 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
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Der nicht unumstrittene James Martin hält einen Vortrag zur Homosexuellenpastoral. Trotz des Referendums kommt Abtreibung beim Weltfamilientreffen in Dublin nicht vor. Ein kath.net Kommentar von Johannes Graf


Dublin (kath.net/jg)
Das Weltfamilientreffen in Dublin von 22. bis 26. August ist um eine Facette reicher. P. James Martin SJ, Bestsellerautor und Vatikanberater, wird im Rahmen des Pastoralkongresses einen Vortrag zum Thema „Offenheit und Respekt für LGBTQI+ Personen und ihre Familien in unseren Pfarren“ halten.

Dagegen wäre nichts einzuwenden, wenn sicher gestellt wäre, dass das Thema wirklich im Rahmen der unverkürzten Anthropologie und Moraltheologie der Kirche behandelt würde. Es ist ohne Zweifel aktuell, Irland hat per Referendum 2015 die „Homo-Ehe“ eingeführt, und mit einem Vortrag im Rahmen des großen Pastoralkongresses sicher nicht überbewertet.

Es kommen allerdings Zweifel auf, wenn man sich daran erinnert, dass Erzbischof Diarmuid Martin bei einem Vorbereitungstreffen 2016 gewarnt hat, die Kirche dürfe sich nicht „in Versuchen verheddern, Definitionen für Familie zu erstellen“. In der im Herbst 2017 veröffentlichten Vorbereitungsbroschüre ist ein Bild von einem offenbar lesbischen Paar enthalten, verbunden mit der Aufforderung, „niemand auszuschließen“. kath.net hat hier berichtet: Katholisches Weltfamilientreffen 2018: Homo-Paare willkommen

Der angekündigte Referent James Martin ist eine in vielen Farben schillernde Persönlichkeit. Immer wieder gab und gibt es Einwände gegen seine Vorschläge zum pastoralen Umgang mit Homosexuellen, der vielen allzu offen und kritiklos erscheint. Er selbst hat stets betont, seine Aussagen würden der Moraltheologie der Kirche nicht widersprechen. Trotzdem hat ihm sein letztes Buch „Building a Bridge“, in dem er sich mit der Seelsorge für Menschen mit gleichgeschlechtlichen Neigungen befasst, den Vorwurf einer skandalösen Interpretation der kirchlichen Lehre eingetragen.


Martin widerspreche der Lehre der Kirche nicht direkt, sondern lasse in seinen Beiträgen wesentliche Aspekte einfach aus. Er betone stets die Forderung, homosexuellen Menschen mit Offenheit und Respekt entgegen zu kommen, spreche aber nicht davon, dass homosexuelle Akte in sich ungeordnet und daher Sünde seien, wenden seine Kritiker ein. Zur Überraschung vieler hat er dies in einem Artikel für das America Magazine, Ausgabe vom 30. April 2018, nachgeholt.

Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack. Im August 2017 sagte er nach einem Vortrag an der Villanova University zu seinem Buch „Building a Bridge“ in einem Interview, er hoffe, dass sein Gesprächspartner, ein homosexueller Journalist, in zehn Jahren seinen „Partner oder bald Ehemann“ während der Messe beim Friedensgruß küssen könne. Der Journalist hatte Martin von seiner Zurückhaltung erzählt, seinem Partner beim Friedensgruß seine Zuneigung auszudrücken.

Wenige Monate davor hatte Martin einen Preis der schwulenfreundlichen, vom Vatikan und der US-Bischofskonferenz verurteilten „New Ways Ministry“ angenommen und bei seiner Dankesrede die Sprache des Katechismus der Katholischen Kirche als „unnötig hart“ und „unnötig verletzend“ bezeichnet. Die Kirche solle die „besonderen Gaben“ würdigen, die Homosexuelle dank ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung geben könnten.

Hat Martin seine Ansichten geändert oder schillert er je nach Bedarf in einer anderen Farbe? Er hat sich von seinen früher getätigten Aussagen jedenfalls nicht distanziert. Der Vortrag in Dublin darf mit Spannung erwartet werden.

Vielleicht wäre es von den Veranstaltern klüger gewesen, einen Vertreter der Organisation „Courage“ einzuladen, die seit vielen Jahren Menschen mit homosexuellen Neigungen dabei begleitet, nach dem Evangelium zu leben. Der niederländische Psychologe Gerard van den Aardweg könnte zur Homosexualität ebenfalls kompetent Stellung nehmen. Er ist zur Zeit des Weltfamilientreffens sogar in Dublin, allerdings bei der parallel stattfindenden Konferenz katholischer Familien des irischen „Lumen fidei Institute“.

Erstaunlich ist, dass ein höchst aktueller Punkt nicht auf der Tagesordnung des Weltfamilientreffens steht: Die Abtreibung, die nach einem Referendum im Mai dieses Jahres in den nächsten Monaten legalisiert werden wird. Die Veranstaltung hätte ein starkes Startsignal für ein neues Kapitel im irischen Lebensschutz sein können, nach dem verlorenen Referendum eine drängende Frage. Vielleicht greift Papst Franziskus das Thema von sich aus auf, vielleicht wird es nur bei der bereits erwähnten „Konferenz katholischer Familien“ behandelt. Dort werden John Smeaton von der britischen Lebensschutzgruppe „Society for the Protection of Unborn Children“ (SPUC) und Professor Stephen Mercier sprechen. Mercier ist im März 2017 von der Universität Löwen suspendiert worden, weil er Abtreibung mit Mord gleichgesetzt hat.

Trotz der angesprochenen Punkte ist dem Weltfamilientreffen und den vielen großartigen Veranstaltungen und Vortragenden, die dort zu erwarten sind, natürlich viel Segen und Erfolg zu wünschen.


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Lesermeinungen

 lesa 23. Juni 2018 

Unterscheidung der Geister

"Sie kommen in Schafskleidern zu euch", sagt Jesus. "Inwendig aber sind sie reißende Wölfe".


1

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 JuM+ 20. Juni 2018 
 

Welche besonderen Gaben?

Die Kirche solle die „besonderen Gaben“ würdigen, die Homosexuelle dank ihrer gleichgeschlechtlichen Neigung geben könnten.


6

0
 
 ThomasR 20. Juni 2018 
 

Unbeschränkter Zugang für alle Familien in allen Pfarren zu beiden liturgischen Formen des RR auch

kein Thema
Sehr bedauernswert.
In den meisten Pfarren dürfen Familie keine Entscheidungen treffen, ob sie an einer Hlg. Messe im "alten Ritus" (forma extraordinaria) oder an einer Hlg. Messe im "neuen Ritus" teilnehmen.

Aufgrund eines sehr beschränkten Angebotes(trotz eines Anstieges der Anzahl der Zelebrationsorte) den Pfarren und einer Notwendigkeit einer langen Anfahrt ist Zugang zur alten liturgischen Form der Eucharistie eher beschränkt.

Und das Ganze trotz eines Phänomens, daß in allen Pfarren wo Hlg. Messe in beiden liturgischen Formen angeboten wird, dann steigt auch das Interesse an der Liturgie allgemein und nachhaltig wächst auch die Teilnahme der Gläubigen an der Hlg. Messen auch in der neuen Form.

Dank Papst Franziskus (Verlängerung des Erlasses für das Jahr der Barmherzigkeit auf unbeschränkte Zeit) verbesserte sich wesentlich Zugang zur Beichte in der ausßerordentlichen Form (kann auch unbeschränkt bei der abgetrennten Bruderschaft von Gläubigen wahrgenommen werden)


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 donjbosco 20. Juni 2018 

Erste große Schritte zur Säkularisierung der Kirche...

noch nie hat die Kirche Lehre und Praxis nach Wünschen des Kirchenvolkes, allenfalls regional oder in Marginalien ausgerichtet. Das war bisher ihr Erfolgsrezept! Nun schreien sehr viele Hurra, denn Sie haben ein neues Feld in dem Sie sich sozial verwirklichen können, doch um Glaubensdinge im engeren Sinne geht es nicht. Seit Franziskus ist das Einfallstor für alle möglichen zeitgeistigen Strömungen geöffnet, die wie eine Sintflut in den Vorhof des Tempels einbrechen. Es wird ähnlich Entwicklungen geben, wie bei den Protestanten. Ein zeitgeistiger Sozialverein mit optionalem Sakramentenempfang.


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0
 
 Joy 20. Juni 2018 
 

Großartiger Beitrag

von Johannes Graf! Wir sind oft in die Machtlosigkeit gedrängt, umso wichtiger die Dinge beim Namen zu nennen und aufzuklären!


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 Dottrina 20. Juni 2018 
 

Ja, lieber @Stephaninus,

das ist skandalös. Dass man einem James Martin eine Bühne bietet, ebenfalls. Hier soll der Homo- und LGBT-Lobby eine Stimme gegeben werden; zutiefst entgegen der katholischen Lehre. Daher auch die Parallelveranstaltung mit ein paar sehr guten Rednern. Traurig, dass es einer solchen Parallelveranstaltung überhaupt bedarf! Hier sollte Papst Franziskus eindeutig Stellung beziehen!


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 Herbstlicht 20. Juni 2018 
 

nötiges Gegengewicht!

Auf einem Treffen sollen viele Standpunkte beleuchtet werden dürfen, keine Frage.
Aber dass das Thema Abtreibung dabei ganz aussen vor gelassen wird ist mehr als fragwürdig.
Falls sich Franziskus in Sachen Abtreibung nicht eindeutig und klar positioniert, wird die Verwirrung unter den Gläubigen und den Lebensschützern noch größer werden.

Bei dem oben erwähnten parallel stattfindenden Kongress „Konferenz katholischer Familien“ wird u.a. auch WB Athanasius Schneider anwesend sein, ebenso Thomas Weinandy, Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission des Vatikan.


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 Montfort 20. Juni 2018 

Friedenskuss als öffentlicher "Zärtlichkeitsbeweis"?

"Im August 2017 sagte er nach einem Vortrag an der Villanova University zu seinem Buch „Building a Bridge“ in einem Interview, er hoffe, dass sein Gesprächspartner, ein homosexueller Journalist, in zehn Jahren seinen „Partner oder bald Ehemann“ während der Messe beim Friedensgruß küssen könne. Der Journalist hatte Martin von seiner Zurückhaltung erzählt, seinem Partner beim Friedensgruß seine Zuneigung auszudrücken."

Mir scheint, die beiden Herren verwechseln da etwas gründlichst - der Friedensgruß ist KEIN öffentlicher "Zärtlichkeitsbeweis" - wenngleich er immer öfter damit verwechselt wird und zum Ausdruck rein menschlicher Emotionalität und wählerischer Sympathie pervertiert wird.

Komm, Heiliger Geist, schenk Umkehr und Klarheit!


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 Stephaninus 20. Juni 2018 
 

Abtreibung

Das dieses Thema angesichts des verheerenden Ausgangs der Abstimmung in Irland nicht auf die Tagesordnung kommt, ist geradezu skandalös. Damit macht sich die Kirche unglaubwürdig.


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 siebenschlaefer 20. Juni 2018 
 

James Martin nicht unumstritten?? Man sollte diesen Menschen nicht so verharmlosen!


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