Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  2. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  3. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  4. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  5. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  6. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  7. Generalvikar: Corona-Trennung in „Geimpfte“ und „Nicht-Geimpfte“ darf keinen Einzug in Kirche halten
  8. Die Regierungsgehilfen? - Österreichische Bischöfe: Impfpflicht als letzte Möglichkeit zulässig!
  9. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  10. 'Gott steht auf unserer Seite! Man könne nicht Dauer gegen das Volk regieren!'
  11. Papst als „Häretiker“ beschimpft – Der Vorfall von Athen als ökumenisches Lehrstück?
  12. Bei Flüchtlingen auf Lesbos
  13. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  14. Angriff auf das Kreuz! - Schwerer Vandalismus in der Regensburger Pfarrkirche Heiliger Geist
  15. Symbolbild löst Fragezeichen aus: Evangelische Gemeinde Bad Gandersheim sucht Pfarrer*in

In Österreichs Kirche Freude über Nobelpreis für Peter Handke

11. Oktober 2019 in Kultur, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Emeritierter Bischof Kapellari: "Gratuliere aus Graz dem Kärntner aus Griffen" - Wiener Theologe Tück: Ehrung jenseits einer überzogenen political correctness "mehr als verdient" - Werk Handkes zutiefst katholisch geprägt


Wien (kath.net/KAP) "Über den Literaturnobelpreis 2019 freuen sich gewiss viele in Österreich, darunter auch ich": Mit diesen Worten hat der emeritierte Grazer Bischof und Literaturkenner Egon Kapellari auf die wichtigste Literatur-Auszeichnung für den 76-jährigen Kärntner Schriftsteller reagiert. Seine "Verbundenheit mit ihm in Nähe und Distanz" reiche zurück in die Zeit von 1982 bis 2001 als Kärntner Diözesanbischof, erinnerte der selbst als vielfacher Buchautor erfolgreiche Kapellari, der 2012 auch bei einem Symposion über die religiöse Dimension im Werk Peter Handkes den Festvortrag hielt.

In seiner Stellungnahme gegenüber "Kathpress" am Donnerstag hielt der kulturversierte Bischof freilich fest, Handke sei "von niemandem und schon gar nicht von der katholischen Kirche zu vereinnahmen". Kapellari beendete seine Würdigung mit den Worten: "Ich gratuliere aus Graz dem Kärntner aus Griffen in Chaville bei Paris."

Katholische Sozialisation und Gottesfrage

Freude über die Auszeichnung des Nobelpreiskomitees an Handke äußerte auch der Veranstalter des genannten interdisziplinären Symposions von 2012 an der Wiener Universität, der Dogmatikprofessor Jan-Heiner Tück, im Interview mit "Kathpress". Die Ehrung sei "mehr als verdient" und sei jenseits einer überzogenen political correctness der literarischen Qualität des Schriftstellers geschuldet, nahm Tück Bezug auf die umstrittene Haltung Handkes zur serbischen Politik im Gefolge des Ex-Jugoslawien-Krieges. Das Oeuvre Handkes sei zutiefst von dessen katholischer Sozialisation geprägt, es fänden sich in den Romanen und Stücken zahlreiche biblische und auch liturgische Anspielungen und Verfremdungen. Schon im Schauspiel "Publikumsbeschimpfung" von 1966 lautet Handkes Anweisung an die Darsteller, sich bei der Aufführung an katholischen Litaneien zu orientieren.


"Wer versucht zu glauben, dem hat Handke einiges zu sagen, erinnerte Tück als Beispiel an einen Satz des Poeten, der einen Kontrapunkt zur heute oft allzu auf Anklage und Leid ausgerichtete Gottesrede setze: "Warum bist DU nicht da?", lautet nach den Worten Handkes die Frage Gottes in ihm.

Der Wiener Theologe würdigte auch den detailgenauen, langsamen Erzählstil Handkes, der ein "Meister der Wirklichkeitswahrnehmung" sei und damit auch in wohltuendem Kontrast zu den Beschleunigungsmechanismen der Moderne stehe. Und Handke zeige immer wieder eine besondere Aufmerksamkeit für die Kleinen und Marginalisierten, etwa in seinem großartigen Porträt seiner Mutter in "Wunschloses Unglück" oder neueren Datums in seinem Stück "Immer noch Sturm". Sein Wunsch darin, "aus Totenköpfen Antlitze" werden zu lassen, erinnere an die Vision des Propheten Ezechiel im Alten Testament, in der sich Knochen wieder mit Sehnen, Fleisch und Haut überziehen.

Gerade der "späte Handke" zeige eine Haltung der Sammlung, der Dankbarkeit und einer Freude, die das Leid nicht ausblendet, so Tück. Er selbst habe den Literaten als "hochgradig sensibel und auch irritabel" kennengelernt. Handke beherrsche die "Kunst der Sprachverdichtung wie kaum ein anderer", Tück finde es "großartig", dass dies nun mit dem Nobelpreis gewürdigt wird.

Auch Polin Olga Tokarczuk ausgezeichnet

Neben Peter Handke für 2019 erhält auch die Polin Olga Tokarczuk den Literaturnobelpreis, sie für das Jahr 2018. Erstmals seit Jahrzehnten hat die Schwedische Akademie, deren Mitglieder die Auszeichnung vergeben, damit gleich zwei Literaturnobelpreisträger bekanntgeben. 2018 war das Gremium durch eine Affäre um Indiskretionen, sexuelle Übergriffe und Veruntreuung handlungsunfähig und hatte keinen Preisträger ermittelt.

Die aktuell mit umgerechnet rund 828.000 Euro dotierte Auszeichnung gilt als der weltweit bedeutendste Preis für Literatur. Die Nobelpreise werden am 10. Dezember, dem Todestag des Stifters Alfred Nobel, in Stockholm überreicht.

Copyright 2019 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Archivfoto (c) Wikipedia/Wild + Team Agentur - UNI Salzburg/CC BY-SA 3.0


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Soundy 12. Oktober 2019 
 

@ Max Emanuel

Genau das habe ich mir auch gedacht.


4

0
 
 Max Emanuel 12. Oktober 2019 

Ich bin sprachlos über unsere Kirchenvertreter

"Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Schlächter selber". Wie kann man dem üblen medialen Unterstützer der serbischen Massenmöder im Bosnienkrieg nur so huldigen?


4

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Buch

  1. Vatikan-Buchhandlung "Benedikt XVI." in Rom schließt
  2. Der Tod ist ein Kommunist
  3. Taufe: die schönsten Buchgeschenke
  4. Gott und die Welt
  5. Braut Christi
  6. „Träumer, Kämpfer, Gentleman“
  7. Gott macht unruhig
  8. Wer sich anpasst, kann gleich einpacken
  9. „Der nächste Papst“: Welchen Herausforderungen muss er sich stellen?
  10. Amsel Donata








Top-15

meist-gelesen

  1. Die Heerschau der Rosenkranzbeter hat begonnen!
  2. Papst Franziskus nimmt Rücktritt vom Erzbischof von Paris an!
  3. „Die Erscheinungen von Sievernich: Jesus spricht zur Kirche in Deutschland und zur ganzen Welt“
  4. Hinkende Vergleiche mit tödlicher Wirkung
  5. Erzbischof Gänswein übt scharfe Kritik am Synodalen Weg in Deutschland
  6. Kardinal Marx spricht sich für Impfpflicht aus - Glaubenskongregation dagegen!
  7. Papst: Rücktritt von Erzbischof Aupetit war Ungerechtigkeit
  8. Mediennetzwerk Pontifex fordert: Impfpflicht verhindern
  9. Vorfall in Athen: Orthodoxer Priester beschimpft Papst als "Häretiker"
  10. Treffen der Hoffnung - Mai 2022 - kath.net-Lesertreffen in Kroatien
  11. Ein entscheidender Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie wäre: Aufrufe zur Umkehr, Gebet und Buße!
  12. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  13. Kardinal Müller: Bischöfe und Priester dürfen keine Höflinge der Herrschenden sein
  14. Jutta Ditfurth: „Bitte aber keine Lebensschützer-Begriffe verwenden, es war ein Fötus, kein Baby“
  15. Generalvikar: Corona-Trennung in „Geimpfte“ und „Nicht-Geimpfte“ darf keinen Einzug in Kirche halten

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz