Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Bistum Hildesheim spricht ab jetzt in ‚geschlechtersensibler Sprache’!
  2. Weiterhin keine Mundkommunion im Bistum Limburg
  3. 'Annalena und die 10 Verbote'
  4. „Was, wenn es doch kein Gerücht ist?“
  5. Die Verheißung der Schechina-Wolke
  6. Das EU-Parlament möchte ein "Recht auf Abtreibung" einführen
  7. Wer hat Angst vor MISSION? - Der BDKJ
  8. Papst: Pandemie zwingt zur Entscheidung zum Guten oder zum Bösen
  9. Wo stehen wir mit ‚Amoris laetitia’?
  10. Erzbischof Chaput: Transgenderismus ist ‚letzte Rebellion gegen Gott’
  11. Murx 2.0: Der Krampf geht weiter ...
  12. Erzbischof Lackner: Warnung vor neuer "Glaubensknappheit"
  13. Ruhe in Frieden, lieber Jürgen Liminski!
  14. Knien als Gewissenstraining - Die Champions League der Moralisten
  15. Neuer Blick auf Medjugorje hat viel mit Österreich zu tun

Christus beruft sich auf das Herz

27. Februar 2021 in Familie, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Die Theologie des Leibes als Blog - Von C. Klaus - Siebter Blog-Beitrag


Wien (kath.net)

Eine Schlüsselbedeutung für die Theologie des Leibes hat die Aussage Jesu in der Bergpredigt: „Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage: Wer eine Frau ansieht, um sie zu begehren, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen“ (Mt 5,27-28). Denn Christus beruft sich auf das Herz, nicht nur auf die sichtbaren Taten, die scheinbar das Gesetz erfüllen. Das Moralgesetz der Zehn Gebote des Alten Testamentes, zu dem auch das Verbot des Ehebruchs gehört,  muss im Herzen ankommen und das Herz verändern. In der 25. Katechese sagte Johannes Paul II.: „Das Herz ist jene Dimension des Menschseins, mit der das Empfinden für den Sinn des menschlichen Körpers und die Ordnung dieses Empfindens direkt verbunden sind.“ Jesus spricht von der Begehrlichkeit, die eine innere Haltung des Herzens zeigt, aber noch nicht in eine äußere Handlung umgesetzt wurde. Durch die Art, wie ein Mann eine Frau ansieht, wird seine innere Haltung enthüllt. Der Blick drückt also das aus, was im Herzen ist.


Durch den Sündenfall kam es zu einem Riss in der ursprünglichen Einheit zwischen Körper und Seele. Denn das Begehren des Fleisches richtet sich gegen den Geist (vgl. Gal 5,17). Die Begehrlichkeit erzeugt eine Unruhe des Gewissens. Gleichzeitig ist die Einheit des Menschen als Person bedroht, weil der Körper nicht mehr vollkommen dem Geist unterworfen ist. Die Begehrlichkeit beschränkt die innere Freiheit und den Ausdruck des Geistes im Körper. Sie strebt ein Herrschafts- und Besitzverhältnis an. Dadurch kommt es zum Gebrauch des Leibes und der Beurteilung nach seinem Nutzen. Als Folge wird die gegenseitige selbstlose Hingabe zerstört.

Bei Jesus Sirach wird die leidenschaftliche Begehrlichkeit beschrieben, die den Menschen verzehrt wie ein unstillbares Feuer. Ihre Befriedigung bringt keinen inneren Frieden, weil das Feuer dadurch nicht zum Erlöschen gebracht wird. Die Begehrlichkeit versetzt den Menschen in eine ständige Unruhe. „Wenn der innere Mensch zum Schweigen gebracht worden ist, äußert sich die Leidenschaft, die nun sozusagen Handlungsfreiheit erlangt hat, als anhaltende Neigung, Fleisch und Sinne zu befriedigen“, sagte Johannes Paul II. in der 39. Katechese. Die Stimme des Gewissens und das Verantwortungsgefühl gegenüber Gott werden im „Herzen“ unterdrückt. Wie eine Sucht beherrscht die Begehrlichkeit das „Herz“ des Menschen, der zu ihrer Beute geworden ist.

Die gegenseitige körperliche Anziehung zwischen einem Mann und einer Frau ist den Menschen vom Schöpfer geschenkt, damit sie ihre wahre Berufung der gegenseitigen Hingabe leben. Daher ist diese Anziehung das Gegenteil von einer Einladung zur Begehrlichkeit. Auch das „sexuelle Bedürfnis“ darf nicht mit der Begehrlichkeit verwechselt werden. Denn das „sexuelle Bedürfnis“ gehört zu der Natur des Menschen, weil er zur Personengemeinschaft und zur Fortpflanzung berufen ist. Zur Personengemeinschaft von Eheleuten gehört auch die Sexualität als Ausdruck der Liebe und der Einheit von Mann und Frau. Die Begehrlichkeit reduziert jedoch die Sexualität auf eine reine Bedürfnisbefriedigung.

Christus will das Gesetz nicht aufheben, sondern erfüllen (vgl. Mt 5,17). Sein neues Ethos zeigt aber, dass es sich im Herzen „erfüllen“ muss. Dies geschieht durch die Reinheit des Herzens. Das Herz muss von dem Zwang der Begehrlichkeit befreit werden. Dann hat der Mensch wieder die Freiheit, um sich selbst dem anderen zu schenken. Darin besteht die „Erlösung des Leibes“. 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Fink 27. Februar 2021 
 

Die Bibel sagt nichts zu Empfängnisverhütung und Geburtenkontrolle

-wohl aber etwas zur Abtreibung: "Du sollst nicht töten (morden)!"
Aber auch da könnte man einwenden, dass man über die Jahrhunderte eine Frühschwangerschaft nicht sicher feststellen konnte (das erste unsichere Zeichen ist ein Ausbleiben der Monatsblutung (Menstruation)).
Also mit dem Prinzip "Allein die Schrift" kommt man bei vielen Fragen nicht weiter (entsprechend die Irrwege bei den Evangelischen).


0

0
 
 Fink 27. Februar 2021 
 

Die Heilige Schrift enthält wenig Aussagen zu einer christlichen Sexual- und Ehemoral

Eine Ausnahme ist eine Stelle im Buch Tobit im Alten Testament, wo im Kapitel 8, Verse 4-8 die Hochzeitsnacht von Tobias und Sarah geschildert wird. "...und jetzt nehme ich diese meine Schwester nicht in Unzucht zur Frau, sondern in wahrer Liebe...".
Die Bibel gibt, wie gesagt, konkret nicht viel her. Und so braucht es die christliche Philosophie, das "Naturrecht", das "natürliche Sittengesetz".


1

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ehe

  1. Wie viele Schweizer Katholiken werden ihre Stimme gegen die Fake Ehe erheben?
  2. Papst: Eherichter müssen Wohl der Familie im Blick haben
  3. Die Liebe Gottes als Vorbild für das Liebesleben
  4. Er gab ihnen das Gesetz des Lebens zum Erbe
  5. Natürliche Empfängnisregelung oder Verhütungsmittel?
  6. Die Sprache des Leibes in der Wahrheit wiederlesen
  7. Das Buch Tobit – die Liebe als Bewährungsprobe
  8. Das Hohelied
  9. Die Ehe als das ursprünglichste Sakrament
  10. Die Erlösung des Leibes








Top-15

meist-gelesen

  1. Bistum Hildesheim spricht ab jetzt in ‚geschlechtersensibler Sprache’!
  2. „Was, wenn es doch kein Gerücht ist?“
  3. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  4. 'Annalena und die 10 Verbote'
  5. Knien als Gewissenstraining - Die Champions League der Moralisten
  6. Der Missbrauch des Missbrauchs ausgerechnet gegen den Missbrauchsaufklärer Woelki
  7. Medien: Vatikan hat US-Präsident Biden offenbar Mitfeier der Papst-Morgenmesse verweigert
  8. Du bleibst!
  9. Papst lässt 3-Monats-Frist für Amtsverzicht von Heße und Schwaderlapp verstreichen
  10. Weiterhin keine Mundkommunion im Bistum Limburg
  11. Wer hat Angst vor MISSION? - Der BDKJ
  12. Ruhe in Frieden, lieber Jürgen Liminski!
  13. Murx 2.0: Der Krampf geht weiter ...
  14. "Strukturreform" ODER: Wie die Diözese Linz Pfarrer absetzen und entmachten möchte
  15. Die Verheißung der Schechina-Wolke

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz