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Katholiken sollten dem Staat misstrauen

3. Mai 2021 in Deutschland, 26 Lesermeinungen
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Der Erzbischof von München und Freising übte sich in politischer Predigt. Das ging gehörig daneben, denn am Ende war es nur das herbeireden eines preußischen Untertanengeistes - Der Montagskick von Peter Winnemöller


München (kath.net)

Der Erzbischof von München und Freising übte sich in politischer Predigt. Das ging gehörig daneben, denn am Ende war es nur das herbeireden eines preußischen Untertanengeistes.

Der Kirchenlehrer Augustinus warnte die Menschen davor, einem Staat zu vertrauen: "Nimm das Recht weg – was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande", schrieb er in seinem Werk De civitate dei. Die hier genutzte Übersetzung stammt von Papst Benedikt XVI und ist seiner Rede vor dem Deutschen Bundestag am 22. September 2011 entnommen.

In seiner Predigt zum 1. Mai, der in Bayern als Tag der Patronin Bayerns gefeiert wird, forderte der Erzbischof von München und Freising die Menschen auf, dem Staat ein Grundvertrauen entgegen zu bringen. Der Kontrast ist deutlich: Hier ein Misstrauen gegen den Staat, welches die öffentliche Hand sogar in die Nähe von Kriminalität rückt, dort ein Kotau vor einer Staatsmacht, die uns derzeit einiger unserer Grundrechte weitestgehend beraubt. Dies ist nicht der Ort die Angemessenheit der Maßnahmen bis ins letzte Detail zu diskutieren. Fakt ist, so ist es in §28b Abs. 10 IfSG nachzulesen: „Die Grundrechte der körperlichen Unversehrtheit (Artikel 2 Absatz 2 Satz 1 des Grundgesetzes), der Freiheit der Person (Artikel 2 Absatz 2 Satz 2 des Grundgesetzes), der Versammlungsfreiheit (Artikel 8 des Grundgesetzes), der Freizügigkeit (Artikel 11 Absatz 1 des Grundgesetzes) und der Unverletzlichkeit der Wohnung (Artikel 13 Absatz 1 des Grundgesetzes) werden eingeschränkt und können auch durch Rechtsverordnungen nach Absatz 6 eingeschränkt werden.“


Der Erzbischof von München und Freising verlangt von den Gläubigen, die auf ihrem irdischen Pilgerweg nun einmal auch Bürger des Staates sind, dem Entzug von vorstaatlichen Rechten, die dem Menschen auf Grund des natürlichen Sittengesetzes zustehen, ein Grundvertrauen entgegen zu bringen. Da schimmert der Irrtum durch, als könne ein Staat diese Rechte gewähren oder entziehen. Das Gegenteil ist der Fall, der Staat hat diese Rechte grundsätzlich unbeschränkt zu gewähren. Jede Einschränkung ist sowohl zeitlich als auch vom Umfang her eng zu begrenzen und einzeln nachvollziehbar begründungspflichtig. Dass dies in der gegenwärtigen Zeit weder die deutsche Bundesregierung noch die Landesregierungen tun, kann jeder selbst überprüfen. Für zahlreiche Maßnahmen, die ergriffen werden, fehlt jegliche evidenzbasierte Studie. In vielen Fällen existieren inzwischen sogar Studien, die die Unwirksamkeit und Schädlichkeit nachweisen. Wie soll da Vertrauen wachsen?

Derweil eine Regierung Infektionsschutz für Wohlhabende betreibt, explodieren die Infektionszahlen in vielen Gegenden mit ärmerer Bevölkerung. Sprachbarrieren und kulturelle Hemmschwellen lassen zudem offensichtlich sinnvolle Hygienemaßnahmen bei vielen Menschen gar nicht erst ankommen. Die Folgen sind dramatisch! Untersuchungen dazu gibt es kaum. Wir leben scheinbar in einer Zweiklasseninfektionswelt. Wie kann ein Katholik, der auf die Stimme des Papstes hört, der stets mahnt, dass die Kirche primär für die Armen da zu sein hat, einem Staat sein Grundvertrauen schenken, der ihn selber seiner Rechte beraubt und der die Armen im Stich lässt? Die schweren Folgen der staatlichen Maßnahmen, wie zunehmende Gewalt in Familien sowie dramatische psychische Folgen, die schlimme Vereinsamung der vielen allein lebenden Menschen oder auch die drastischen finanziellen Folgen durch Umsatzausfall, Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit für die Menschen sind nicht einmal näherungsweise erfasst. Niemand schaut dort mal wirklich hin. Wäre das zwingend nicht eine Aufgabe für die Kirche?

Fairerweise muss man an dieser Stelle erwähnen, dass der Erzbischof von München sein Postulat zum Vertrauen in den Staat einschränkte. Doch das reicht nicht. Es ist umgekehrt. Der Katholik hat dem Staat, erst recht einem demokratischen Staat sein fundamentales Misstrauen entgegen zu bringen. Das System Demokratie verlangt danach, denn jeder Demokrat weiß, dass nirgendwo die Freiheit so gefährdet ist, wie da, wo es Menschen „gut“ meinen und Alternativen nicht einmal gedanklich zulassen. Politik verbietet jedes Gefühl und jede Haltung, die Staatskunst hingegen verleitet genau dazu, denn dafür sind die Menschen emotional empfänglich. Und wie ein Staatsmann, nicht wie ein Bischof predigte Kardinal Marx davon, dass ein solches Grundvertrauen ineinander da sein müsse, solches gelte erst recht, "wenn wir uns als Christen auf den Weg machen, mitten in der Gesellschaft.“ Dies Zitat hätte auch von Kaiser Wilhelm II. stammen können. Geradezu erschreckend wird es, wenn der Kardinal gesundes Misstrauen dem Staat gegenüber mit Bürgerkriegsgefahr verknüpft. Hier wird ein unguter Untertanengeist herbei gepredigt, der ungute Erinnerungen hervorruft.

Marx geht davon aus, dass in Diskussionen und Abstimmungen, in der Wissenschaft, in den Parlamenten, in der Öffentlichkeit versucht werde, irgendwie einen gemeinsamen Weg zu gehen ... Leider ist genau dies gerade nicht der Fall. Die Grundbedingung dafür, im politischen Diskurs wirklich alle Stimme zu hören, ist nun gerade nicht gegeben. Im Gegenteil werden alle jene ausgegrenzt und diffamiert, die gedanklich andere Wege gehen, die kritisch hinterfragen, die exakt das in die Diskussion einbringen, was am jede Diskussion erst voran bringt: den begründeten Zweifel. Und jeder, der sich kritisch äußert hat sofort die Schere im Kopf, dass man ihn ja nicht mit Rechten und Querdenkern in Verbindung bringe. Die Empörungswelle gegen die Schauspieler der Aktion #allesdichtmachen ist sprechend. Man kann aus wohl erwogenen Gründen anderer Auffassung als die betroffenen Schauspieler sein, doch wo Berufsverbote für falsche Meinungen weht schon lange der Dunst des Totalitarismus. Wie bitte soll in einem solchen Klima Vertrauen wachsen?

Jeder Mensch und erst recht jeder Katholik, dem Naturrecht, Freiheit, Frieden und Demokratie etwas bedeuten, sollte den Staat zu jeder Zeit vor allem anderen sein wohlwollendes, wohlbegründetes Misstrauen schenken.

 

Café zu den 7 Posaunanen - Gottes Reich - Mission Possible - Mit Bernadette Lang und Richi Landauro

 

 


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Lesermeinungen

 Woodstock 4. Mai 2021 
 

Ich sehe es als meine Verpflichtung an,

dem Staat, genauer gesagt der Bundesrepublik Deutschland und ihrer Verfassung, dem Grundgesetz, zu dienen und sie zu schützen. So habe ich es vor 30 Jahren bei Antritt meines Wehrdienstes gelobt. Wer aber ist denn nun dieser Staat? Ist es Frau Merkel? Sind es Drosten, Wiehler oder Lauterbach? Bin ich nicht sogar verpflichtet, hier Einhalt zu bieten, wenn der Staat, die Verfassung und unsere Demokratie in Gefahr sind?

Dem Staat zu dienen kann, wie ich finde, manchmal auch heißen, ihn gerade vor den Regierenden zu schützen sollten sie ihre Macht mißbrauchen.


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 Dottrina 4. Mai 2021 
 

Unser demokratisch-legitimierter Staat

hat eigentlich die Aufgabe, Schaden vom Volk zu wenden und Wohlstand zu mehren etc.... Jeder Bundeskanzler leistet einen Eid auf die Verfassung. Nur - wenn diese mit Füßen getreten wird, obwohl wir durch unsere Steuern diesen Staat bezahlen, da fragt man sich, inwieweit dieser Staat noch dazu legitimiert ist, mir vorzuschreiben, wie ich zu leben habe. Dieses Jahr der P(l)andemie hat gezeigt, wie schnell unsere demokratischen, durch die Verfassung garantierten Grundrechte ad acta gelegt werden. Wer sich dagegen wehrt (selbst Wissenschaftler und Juristen), werden gleich als "Nazi" oder "Verschwörungstheoretiker" disqualifiziert. Es droht sowieso eine links-grün-sozialistische Diktatur, wenn die Grünen an die Macht kommen. Dann können wir alle uns nur noch warm anziehen. Nein, Herr Marx! Staatshörigkeit hat seine Grenzen!


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 hape 4. Mai 2021 

Wenn Gehorsam gegenüber dem Staat zum Ungehorsam gegenüber Gott wird 3/3

Wem gilt der Gehorsam des Christen in einer politisch unübersichtlichen Übergangsphase, das die Konturen und Strukturen des neuen Staates noch verschwommen sind? Darauf habe ich bis jetzt noch keine Antwort gefunden, außer der Berufung auf das subjektive Gewissen.

Die Erfahrung mit den totalitären Diktaturen des 20. Jahrhunderts lehrt jedenfalls, dass es einen Point of no return geben kann, bei dem Widerstand zur Pflicht wird. Bei dem der christlicher Gehorsam gegenüber dem Staat zum Ungehorsam gegenüber Gott wird.


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 hape 4. Mai 2021 

Wenn Gehorsam gegenüber dem Staat zum Ungehorsam gegenüber Gott wird 2/3

Die Predigt von Kard. Marx ist da nur eine Meinung von vielen. Die Dinge lassen sich auch ganz anders darstellen. Darüber hinaus ist es für Katholiken schwierig, einem Bischof zu folgen, der seine Glaubwürdigkeit schon lange verspielt hat.

Die Predigt von Marx muss vor dem Hintergrund der Pandemie gehört werden und welche Rolle der Staat dabei spielt. So stellt sich vielen die Frage, ob der Staat in seinem blinden Aktivismus überhaupt seiner Verpflichtung noch nachkommt, das Allgemeinwohl zu schützen? Vielfach drängt sich der Eindruck auf, dass nicht das Virus die Bedrohung ist, sondern die Unfähigkeit der aktuellen Regierung. Offenbar unterliegt der Staat auch einem Wandlungsprozess.

Ist der Staat nach der Pandemie noch derselbe wie vor der Pandemie? Was ist das für ein neuer Staat, der von Cancel-Culture, Gender-Irrsinn und Ökodiktatur geprägt ist? Schuldet der Christ diesem Staat denselben Gehorsam, wie der Demokratie?


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 hape 4. Mai 2021 

Wenn Gehorsam gegenüber dem Staat zum Ungehorsam gegenüber Gott wird 1/3

Wie @notarius und @phillip gezeigt haben, lässt sich mit Röm 13,1 nicht jede Form von Gehorsam rechtfertigen, den ein Christ dem Staat schuldet. Gleichwohl haben die Bedenken von @Tschuschke ihre Berechtigung, dass der Christ grundsätzlich zum Gehorsam gegenüber dem Staat verpflichtet ist. Der Herr selbst weist in diese Richtung, wenn er sagt: „gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21; Mk 12,17; Lk 20,25). Das dieses Gebot in drei Evangelien wiedergegeben wird, zeigt seine große Bedeutung. Insgesamt handelt es sich also um einen Zielkonflikt, der offenbar mit der Hl. Schrift allein nicht gelöst werden kann. Daher ist ein tieferes Nachdenken darüber nötig, wie das Wort Gottes in einer bestimmten historischen Situation verstanden werden soll.


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 Chris2 4. Mai 2021 
 

@Tschuschke

Jeder sollte, egal in welcher Staatsform er lebt, dieser gegenüber wohlwollend-kritisch sein. Zu glauben, eine Demokratie bringe automatisch Freiheit und Vernunft, widerlegt Deutschland seit Jahren. Aber Kompromisse und die Zwänge von regelmäßiger Wahlen sind nun mal schon systembedingt keine Optimallösungen. Über gottlose Monarchen, die nur ihrem eigenen Bauch verpflichtet sind, oder gar Diktaturen, brauchen wir eh nicht zu reden...


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 Zeitzeuge 4. Mai 2021 
 

Berichtigung und Ergänzung:

Es muß natürlich korrekt lauten:

"Wenn aber die Gesetze des Staates mit dem

göttlichen R e c h t im offenbaren

Widerspruch stehen......... !"

Ergänzend dazu noch ein Literaturhinweis:

Martin Rock: Christ und Revolution -
Widerstandsrecht - Widerstandspflicht
Winfried-Werk, 1968
antiquarisch lieferbar!

Im Link ein mehrteiliger Aufsatz über Gehorsam u.
Widerstand bzgl. kirchlicher Entscheidungen
von Prof.Dr. Spindelböck!

www.stjosef.at/artikel/widstki1.htm


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 Zeitzeuge 4. Mai 2021 
 

Papst Leo XIII. lehrt in seiner Enzyklika "Sapientiae christianae" vom 10.01.1890:

"Wenn aber die Gesetze des Staates mit dem göttlichen
im offenbaren Widerspruch stehen, wenn sie der Kirche Unrecht zufügen oder den religiösen Verpflichtungen widerstreiten oder die Autorität
Jesu Christi in seinem Hohenpriester verletzen, dann ist Widerstand Pflicht und Gehorsam Frevel, und das selbst im Interesse des Staates, zu dessen Nachteil alles ausschlägt, was der Religion Abbruch tut."

Ich weise auch auf das Widerstandsrecht in
Art. 20 (4) des GG für die BRD hin!

Leider sind die kath. Bischöfe nach dem Konzil
dieser Pflicht nicht hinreichend nachgekommen,
angefangen von z.B. der weitgehenden Abschaffung
der kath. Schulen, über die Abtreibungs-Unrechts-
gesetze, Zwangsexunterricht, bis hin zur "Ehe" für "Alle"!

Leo XIII. sei nochmals zitiert:

"...so ist offenbar gegen Gesetze der Menschen,
die wider das ewige Gesetz GOTTES verstoßen,
Verweigerung des Gehorsams Pflicht."


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 SalvatoreMio 4. Mai 2021 
 

die Kirche sollte kein Revolutionsverein werden!

@Pfarrer Tschuschke; @notarius: Ihren Gedanken halte ich für sehr bedeutsam, notarius! Er erinnert an Lukas 12, 13: "Einer bat Jesus: Meister, sag meinem Bruder, er soll das Erbe mit mir teilen. Er erwiderte: Mensch, wer hat mich zum Richter oder Schlichter bei euch gemacht?" - Hätte der Herr sich in all unsere irdischen Probleme von Gerechtigkeit, Sklaverei, Unterdrückung, Geldgier usw. verstricken lassen, so hätte er zwangsläufig den Erlösungsplan des Dreieinigen Gottes aufgeben müssen. Er gab uns stattdessen die Gebote, lebte vor, litt für uns, schenkte uns den Hl. Geist. In der Freiheit des Hl. Geistes können wir täglich eigene Schritte tun für oder gegen Christi Liebe.


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 phillip 4. Mai 2021 
 

Werter "notarius"

Bin ganz bei Ihnen. Röm 13,1.2 wird oftmals auch als (Totschlag)Argument für den "unbedingten Gehorsam", besser "Kadavergehorsam" herangezogen.


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 notarius 3. Mai 2021 
 

Sehr geehrter Herr Pfarrer Tschuschke

Mir war vollkommen, dass in diesem thread irgendwann der Römerbrief herbeizitiert würde, der eine der schwierigsten Bibelstellen enthält, und einer
äußerst sensiblen Exegese bedarf: Röm 13,1.2: „Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt. Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen.“

Niemand kann ernsthaft behaupten wollen, Gott habe eine Unterordnung unter die antisemitische Nazidiktatur oder jetzt in China gegenüber der KP gewollt. Die paulinischen Worte sind nur im historischen Zusammenhang zu verstehen, da die Kirche kein Revolutionsverein werden sollte.


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 J. Rückert 3. Mai 2021 
 

Die Melodei

von den Armen und Vernachlässigten ist dissonant. Deren Bringschuld wird regelmäßig ignoriert. Und während ich Alter mich schwer tat überhaupt im Impfzentrum einen Termin zu bekommen und dann von AstraZeneca durchgeschüttelt wurde, bekommen Neubürger Pfizer frei Haus.
Bin ich Rassist, wenn ich besser lebe als ein Kongolese? (Ich hoffe, der Begriff ist noch erlaubt)
Ja, sagt die Antifa, und ein Kleriker nickt zustimmend.


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 Kant1 3. Mai 2021 
 

Vertauen ist gut ... Kontrolle ist besser!

Soll man gewählten Politikern vertrauen? Jein! Es hängt davon ab ...

Ein „Grundvertrauen“ sollte man immer mitbringen ... sonst wird’s schwer! Mißtrauisch im Sinne von „kritisch begleiten“ sollte man sie aber auch. Das gehört zur Demokratie (Opposition, Presse, Lobby-Gruppen etc.). Bei dieser kritischen Begleitung kann klar werden, daß Politiker das Vertrauen nicht verdienen, z.B. wenn ...
1. ... sie nicht nach besten Wissen und Gewissen für das Wohl der ihnen anvertrauen Menschen handeln.
2. ... wenn sie die Menschen belügen und betrügen.
3. ... wenn sie versuchen, die „kritische Begleitung“ auszuschalten (Presse, Opposition, Wahlen etc.).
Fazit: grundsätzlich vertrauen, aber auch kritisch begleiten und begründeten Fällen das Vertrauen entziehen.

Ob Marx recht hat, kann ich leider nicht beurteilen, da mir die Predigt nicht vorliegt. Aber im Zweifel für den Angeklagten!


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 notarius 3. Mai 2021 
 

@girsberg74

Da haben Sie vollkommen recht. Ich will es nicht nur monokausal sehen, aber das Staatskirchensystem wie wir es nun einmal haben, ist eine große Versuchung der Korrumpierbarkeit.
Wer besoldet Marx in B10? Wer ermöglicht ihm das Leben in Prunk und Protz? Eben!


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 Robensl 3. Mai 2021 
 

Seeker2000: sehr treffend - Kirche als 2. Bürokratenapparat

Nicht nur bei Marx denk ich mir, dass die Kirche zu einem Apparat für diejenigen verkommen ist, die im "echten" Politik/Staatsbetrieb nicht unterkamen oder unterkommen wollten. Und ich Depp zahl immer noch diese Apparatschicks und Möchtegernstaatsmänner, die Angst vor Bürgerkrieg haben, aber die Installateure der Impfapartheid und des digitalen autoritäten Überwachungsstaats, der gerade Christen das Leben schwer machen wird, beweihräuchern.

Wie soll man einem Staat vertrauen, der seit Jahrzehnten zusieht, teilweise tabuisiert und ja sogar in gewisser Weise davon "lebt" oder vielmehr zehrt wie ein Aasgeier (materielle Wohlstandsblase), dass Kinder im Bauch der Mutter getötet werden?


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 Tschuschke 3. Mai 2021 
 

Paulus

„Der Katholik hat dem Staat, erst recht einem demokratischen Staat sein fundamentales Misstrauen entgegen zu bringen.“ Ja? Ich glaube, der Satz ist falsch. Jedenfalls kann ich ihn nicht zusammenbringen mit dem, was der Apostel Paulus schreibt (Röm 13,1.2): „Jeder leiste den Trägern der staatlichen Gewalt den schuldigen Gehorsam. Denn es gibt keine staatliche Gewalt, die nicht von Gott stammt; jede ist von Gott eingesetzt. Wer sich daher der staatlichen Gewalt widersetzt, stellt sich gegen die Ordnung Gottes, und wer sich ihm entgegenstellt, wird dem Gericht verfallen.“
Wolfgang Tschuschke, Pfr. i. R.


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 Uwe Lay 3. Mai 2021 
 

Auch einErzbischof Marx kann mal was Richtiges sagen!

Nach Katholischer Lehre regiert Gott die Welt durch die 2 Schwerter, das geistliche Schwert der Kirche, das Wort und das weltliche, den Staat mit seinem Schwert. Da der Staat kein rein weltliches Ding ist, sondern seine Autorität und Vollmacht von Gott her hat,hat der Christ sich prinzipiell gehorsam der Obrigkeit gegenüber zu verhalten. Das lehrt der Apostelfürst Paulus Röm 13 und so lehrte es die Kirche immer.
Zudem: Kaiser Wilhelm II. war ein christlicher Kaiser, man verschmähe ihn nicht!
Uwe Lay Pro Theol Blogspot


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 notarius 3. Mai 2021 
 

Hier hat der werte Herr Winnemöller wirklich ein Meisterstück abgeliefert

Die sog. Staatskunst, über die seit der Staatsbildungsphase in der Frühen Neuzeit in der Wissenschaft gestritten wurde, wird zwangsläufig immer wieder auf ihren berühmten Schöpfer Machiavelli zurückfallen. Bekanntlich hat er die Regierenden gelehrt, dass jedes(!) Mittel, insb. die Täuschung, Recht ist, wenn es dem Zweck dient, die Zentrifugalkräfte der Gesellschaft unter Kontrolle zu halten.
Für Gott zählt jedoch das Individuum. Deshalb glauben wir an das göttliche Naturrecht und nicht an den Positivismus. Wenn Christus sagt: "Gebt dem Kaiser, was des Kaisers (...)", dann meint er das keineswegs gleichwertig zu dem "was Gottes ist". Eine leider oft beobachtete Fehlinterpretation allzu staatsergebener Katholiken.


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 Chris2 3. Mai 2021 
 

Ein Schlaglicht auf unsere Zeit

wirft der Satz "...denn jeder Demokrat weiß, dass nirgendwo die Freiheit so gefährdet ist, wie da, wo es Menschen 'gut' meinen und Alternativen nicht einmal gedanklich zulassen.". Denn die Einen haben immer recht, weil sie "die Guten" sind, die ander(sdenkend)en haben per se immer unrecht und sind "Leugner". Studien, neue (oder überhaupt) Erkenntnisse und selbst Tatsachen stören nur, wenn die Robespierres die Welt ersatzreligiös erlösen wollen - notfalls auch mit der Guillotine. Alle schon oft er da gewesen...


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 hape 3. Mai 2021 

@giersberg74: richtig.

Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.


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 Seeker2000 3. Mai 2021 
 

Falsche Berufswahl

K Marx hätte einfach Politiker werden sollen, das war doch sowieso sein alternativer Berufswunsch. Das wäre besser für ihn und den Gläubigen wäre und würde so manches erspart bleiben.
Zu einem Grundvertrauen aufzurufen bei etwas, das wie die meisten Bischöfe aktuell ein "Fähnchen im Wind" ist, zeigt den dramatischen Realitätsverlust.

Einen Monat nur solle er einmal das Leben des normalen Geringverdieners in Kurzarbeit, aber mit familiären Verpflichtugnen teilen. Kein Palast mit Dienstboten und einem Luxusgehalt. 50 qm zu viert. Mal sehen, ob er das durchhalten würde - im "Grundvertrauen" auf den Staat versteht sich ...


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 Herbstlicht 3. Mai 2021 
 

Diese Zeit, dessen bin ich sicher, wird in die Geschichte eingehen.
Ein Virus bestimmt das Leben von Milliarden Menschen weltweit.
Fast könnte es einem leid tun, denn auf Corona wird alles abgeladen.
Es muss herhalten und dient als Grund für Entscheidungen von Politikern und wirklichen oder vermeintlichen Fachleuten, die das Leben von Menschen weltweit beeinflussen.
Ganz krass gesagt: Es ist eine Zeit des Todes!
Tod für jene, die an COVID-19 wirklich sterben, aber auch Tod für jene, die sich das Leben genommen haben.
Ängste, Depressionen, Einsamkeit, Vereinzelung, einsames Sterben in Alten- und Pflegeheimen
Existenz- und Zukunftsangst, Angst vor Arbeitslosigkeit.
Regelmäßig in jeder Nachrichtensendung -und das seit vielen Monaten- das Verkünden der neuesten Inzidenz- und Todeszahlen.
Das alles bleibt nicht ohne Folgen für die psychische Gesundheit der Menschen.

Ich persönlich bin und bleibe skeptisch der Regierung gegenüber, da ändern auch Kardinal Marx Worte nichts daran.


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 Lämmchen 3. Mai 2021 
 

@ si enim fallor, sum

das ist eine sehr einseitige Sicht. So mancher Betriebsrat süddeutscher Autobaufirmen ist fest in muslimischer Hand. Viele Migranten haben keinerlei sprachliches Problem, lehnen trotzdem die Einmischung in ihre Privatleben durch Maßnahmen des Infektionsschutzgesetzes etc. ab. Ein Großteil weiß sehr gut, was er tut. Abgesehen davon kennen die meisten die Fakten zur ´Corona-Lage auch aus ihren Heimatländern, wo es kein sprachliches Problem gibt, zu verstehen, um was es geht bzw. sind viele Maßnahmen ja weltweit ähnlich bis gleich.


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 si enim fallor, sum 3. Mai 2021 
 

FDP, Die Linke, Palmer (Grüne), etc. werden nicht als Recht gebrandmarkt

Es ist eine Debatte in der Gesellschaft. Da es um Leben und Tod geht, wird natürlich sehr heftig diskutiert.
Was die Armenkreisen der Bevölkerung angeht ist die Sache nicht so klar. Es ist war, dass die Einwanderer schwerer getroffen werden. Aber die deutsche Sprache ist eine sehr schwere Sprache und man soll nicht vergessen, dass viele Einwanderer in einem Alter eingewandert sind (über 18) ab dem das Lernen der ersten Fremdsprache sehr schwierig ist (zumal es sich um die Deutsche handelt). Darüber hinaus handelt es sich nicht selten um Menschen die ihre eigene Sprachen nicht so gut schreiben und lesen und noch dazu ein anderes Alphabet verwenden.
Und so viele Lehrer für Deutsch als Fremdsprache gibt es gar nicht (zumal kein geliebter Job ist unter den Lehrern).


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 SalvatoreMio 3. Mai 2021 
 

Dem Staat vertrauen? Das hat er endgültig verspielt ,

als er quasi über Nacht die "Ehe für alle" erschuf! Selbst die CDU-Abgeordneten noch zum "Nein"aufrufen, war sinnlos! Einzig etliche Abgeordnete der CSU versprachen mit "Nein"zu stimmen. (Ich bekam es schriftlich). Und die Deutsche Bischofskonferenz schwieg! Das war das Schlimmste überhaupt, passt aber gut zum "Segen für alle".


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 girsberg74 3. Mai 2021 
 

Auch wer sich großer Anstrengungen nicht unterziehen möchte,

sollte wenigstens anerkennen, dass Marx guten Grund hat, den Staat – seinen Staat – zu preisen, denn dieser ist sein Fleischtopf. - Punkt!


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