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Orban erklärt Fokus auf "Politik mit christlicher Inspiration"

11. Mai 2021 in Weltkirche, 9 Lesermeinungen
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Ungarns Regierungschef betont: Verteidige "unsere Form des Lebens, einschließlich der Menschenwürde, der Freiheit, der Familie und der nationalen Gemeinschaft" - Man stehe "eindeutig auf Seite des Lebens"


Bratislava/Budapest (kath.net/KAP) Der ungarische Regierungschef Viktor Orban hat sich in einem Interview ausführlich zu den Themen Liberalismus und Christdemokratie geäußert. Aufgabe christdemokratischer Politik sei "nicht die Beschützung kirchlicher Prinzipien", weshalb er einen Ausdruck wie "politisches Christentum" nicht benutze, sagte Orban dem  slowakischen Onlineportal "Postoj" (5. Mai). Die "zentralste Schlüsselfrage unseres Seins, ob wir erlöst oder verloren sein werden", sei "keine politische Frage, obwohl sie eine Grundfrage des Christentums" darstelle, so der Premier und Fidesz-Parteivorsitzende. Die Politik jedoch sei in dieser Frage "nicht kompetent". Er spreche also "nicht von christlicher Politik, sondern von einer Politik mit christlicher Inspiration".

Vor diesem Hintergrund verteidige man in Ungarn "unsere Form des Lebens, einschließlich der Menschenwürde, der Freiheit, der Familie und der nationalen Gemeinschaft", führte Orban aus. Politischen Richtungen, die dies attackieren, müsse man die Stirn bieten. Hier gehe es "nicht um meinen persönlichen Glauben", fügte der Premier hinzu. Bestandteil einer solchen christdemokratischen Politik könne "auch ein Mensch sein, der selbst nicht gläubig ist". Man stehe "nicht an der Spitze irgendeiner Sekte, sondern einer politischen Partei mit einem Programm".


Befragt nach seiner Einstellung zum Schutz des ungeborenen Lebens, erklärte Orban, man stehe "eindeutig auf Seite des Lebens" und habe im Jahr 2011 eine neue Verfassung angenommen, die diesen Wert schützt. Eine "Politik der Totalverbote" sei zwar "vom moralischen Standpunkt aus legitim", hätte jedoch "einen kontraproduktiven Effekt", so der ungarische Regierungschef. In der Politik zähle das Ergebnis, aber auch der Wille sei wichtig und ein "Wille ohne Ergebnis" ende "mit einer Katastrophe".

Auf die "Postoj"-Nachfrage, ob seine Regierung auf diesem Gebiet nicht weitergehen wolle, weil dies in der Gesellschaft nicht mehrheitsfähig wäre, antwortete Orban, dass es seiner Regierung gelungen sei, die Abtreibungszahlen auch ohne Totalverbot radikal zu senken. Ergebnis der Fidesz-Regierung sei, "dass wir als Land viel deutlicher auf Seite des Lebens stehen". Wenn es nicht gelinge, die Mehrheit der Bevölkerung "auf die Seite der Wahrheit zu ziehen", könne man "in der Politik nicht im Interesse der Wahrheit handeln", sagte der Politiker vor dem Hintergrund der Ablehnung der Abtreibung im Christentum.

"Liberale Undemokratie"

Angesprochen auf sein Bekenntnis zu einem "illiberalen Staat" erklärte Orban in dem Interview, er habe damit keinesfalls die Gewaltenteilung infrage gestellt. Heute existiere aber "keine liberale Demokratie, sondern nur eine liberale Undemokratie". In ihr gebe es zwar "Liberalismus, aber keine Demokratie". Liberale bemühten sich um eine "Hegemonie der Meinungen". Dem diene die "politische Korrektheit", mit deren Hilfe man versuche, Konservative und Christdemokraten zu punzieren und zu disqualifizieren, zeigte sich der Premier überzeugt.

Angesichts zweier totalitärer Regime im 20. Jahrhundert hätten sich Konservative, Christdemokraten und Liberale zusammengeschlossen, um die Demokratie zu verteidigen. Nach 1990 hätten sie sich jedoch voneinander entfernt, weil sie in wichtigen Fragen wie Familie, Migration, der Aufgabe der Völker und der Bildung anders denken als die ungarische Regierung, so Orban weiter. In diesem Sinn sei er "illiberal", habe aber deshalb auch nicht den Ausdruck "antiliberal" verwendet.

Vor 30 Jahren habe man noch nicht geahnt, "wie die islamische Welt in Europa expandiert und wie China die Weltwirtschaft verändert", sagte der ungarische Regierungschef. Auch wenn die Ungarn "lateinische Christen" seien, hätten sie nicht vorausgesehen, "dass in der Zukunft auch das orthodoxe Christentum eine sehr bedeutsame Rolle spielen wird". Ungarn wolle "nicht aus der modernen Welt herausfallen", doch im Gegensatz zum westlichen Modell bemühe man sich in seinem Land um Kontinuität, meinte Orban. Man wolle sich "die Freiheit bewahren: die nationale Souveränität auf der Ebene der Völker und die individuelle Freiheit der Individuen".

Copyright 2021 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten

Foto Premier Orban (c) Wikipedia/CC BY 2.0/European People's Party


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Lesermeinungen

 Ulrich Motte 12. Mai 2021 
 

Totus Tuus

Ungarn hat eine recht starke evangelische Minderheit, vor allem aus Lutheranern und besonders Calvinisten. Orban ist Calvinist.


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 SCV 12. Mai 2021 
 

@Chris2 - China und Russland sind Diktaturen

China und Russland wollen die EU zerstören und die westlichen Länder schwächen, um die alleinige Vorherrschaft in der Welt zu gewinnen. Wenn die wirtschaftliche Entwicklung so weiter geht, dann wird 2050 die Welt von Peking und Moskau aus regiert.

Beispiele für die Aggressionspolitik von China: Unterjochung der Bevölkerung in Hong Kong und Tibet under Verfolgung der Christen. Beispiele der Aggression von Russland: Militärgewalt in der Ostukraine, in Südossetien und Abchasien.

Die Welt hat am 06.05.21 übrigens aufgedeckt, dass Russland massiv die AfD unterstützt, um Deutschland zu destabiliseren. So haben zahlreiche AfD-Abgeordnete enge Kontakte zu Russland und werden von dort aus gesteuert. Die AfD hat jetzt auch den Austritt von Deutschland aus der EU im Programm und will damit ein wichtiges Ziel von Russland umsetzen.

www.welt.de/politik/deutschland/plus230904493/Russland-und-die-AfD-Das-Buendnis-das-niemand-mehr-verheimlicht.html


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 Zeitzeuge 11. Mai 2021 
 

Werter Chris2, China ist eine totalitäre kommunistische Diktatur,

Peking ist keine Alternative zu Brüssel.

Beide sind Gottes- und menschenverachtend,

bzgl. China s. Link!

de.catholicnewsagency.com/story/untersuchung-verfolgung-von-katholiken-in-china-nach-deal-mit-vatikan-eskaliert-5592


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 Chris2 11. Mai 2021 
 

@Fink

Macron hat immerhin dem Islamismus den Krieg erklärt, während das Establishment in Deutschland die Islamisierung aktiv fördert und Dschihadisten und Kriminellen sogar den roten Teppich ausrollt. Bekämpft werden hier nur Islamkritiker und Nichtlinke.


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 Fink 11. Mai 2021 
 

Viktor Orban zeigt uns: es gibt eine Alternative in der Politik !

Klar ist aber auch, man kann den christlichen Glauben nicht direkt in Politik umsetzen ! (->Verantwortungsethik!). Politik muss (in Grenzen) Kompromisse machen, aber braucht ein christliches Wertefundament. Und das hat die Merkel-Macron-Biden- Politik schon lange nicht mehr.


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 Chris2 11. Mai 2021 
 

@Zeitzeuge

Vernünftige kleine Länder wie Ungarn und Polen, die in der linksdominierten und korrupten EU (DER EU-Spitzenposten für von der Leyen, um sie vor dem fast milliardenschweren BeraterStrafprozess in D zu schützen!) isoliert sind und massiv unter Druck gesetzt werden, brauchen Partner. Und wir? Wir lassen doch auch schon lange fast alles in China produzieren, selbst unsere Medikamente und die I-Phones der Klimaschulschwänzjugend. Und wenn ich mir die Definition des "Baizuo" bei Wikipedia so ansehe, sind uns die Chinesen (Regierung wie Opposition) in einem um Lichtjahre voraus: Im Unterscheiden inzwischen selbstzerstörerischen, dekadenten, Idologien und dem, was Zukunftsfähigkeit bewahrt bzw. schafft. Leider herrscht dort eines der letzten kommunistischen Regime, sonst könnte man sich fast dafür interessieren...


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 Zeitzeuge 11. Mai 2021 
 

Es gibt keine "weissen Ritter" in der Gegenwartspolitik - Viktor Orbans

Anbändeln mit Rotchina erinnert an Mt 12,24-27!

"Geld regiert die Welt" - egal ob amerikanisches

oder chinesisches - und es sind nur wenige,

die ihr Knie vor "Baal" = Geld nicht beugen,

vgl. Rö 11,4 - 5!!

www.derstandard.de/story/2000125933115/ungarn-will-china-eine-elite-uni-mitten-in-der-eu


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 Totus Tuus 11. Mai 2021 
 

Antemurale Christianitatis

Ungarn, Polen und Kroatien sind noch die Bollwerke des einstigen christlichen Europa. Dort ist man noch stolz auf seine Nation und seine katholische Identität.


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 Chris2 11. Mai 2021 
 

Kohl wusste schon, warum er sich Orban als Trauerredner

gewünscht hatte, was man ihm natürlich verweigerte. War sein schwerster Fehler (neben dem Spendensumpf) doch, letztlich einer Tante an die Macht verholfen zu haben, die aus einem liberalen Land eine immer offenere Gesinnungsdiktatur machen lässt und die Deutschland mit praktisch allem, was sie seit Jahren tut im wahrsten Sinne des Wortes "vom Ende her denkt" (wie immer wieder so sibyllinisch betont wird). Im Übrigen hat all das mit Liberalismus so wenig zu tun, wie Erich Mielke mit Sophie Scholl oder der "antifaschistische Schutzwall" der D"DR" mit Widerstand gegen Extremisten: Ein Liberaler würde sich (bis zu einem gewissen Grad) sogar für die Meinungsfreiheit Andersdenkender einsetzen, selbst, wenn er deren Thesen ablehnt. Die moderne Linke lässt nur ihre eigene Blase zu, was zuletzt die Reaktionen auf das geniale #alledichtmachen oder die Kampagnen gegen die links überholten SPD-Linken Wolfgang Thierse und Gesine Schwan belegt haben. Wehret den Anfängen!


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