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Neue Katechesenreihe: der Brief an die Galater

23. Juni 2021 in Aktuelles, 17 Lesermeinungen
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Franziskus: der einzige Weg der Freiheit – der Weg der Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus, dessen Geist für alle Zeiten in der Kirche am Werk ist. Die Gefahr der Verwirrer. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Paulus, zum Apostel berufen, nicht von Menschen oder durch einen Menschen, sondern durch Jesus Christus und durch Gott, den Vater, der ihn von den Toten auferweckt hat, und alle Brüder, die bei mir sind, an die Gemeinden in Galatien: Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus, der sich für unsere Sünden hingegeben hat, um uns aus der gegenwärtigen bösen Welt zu befreien, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters. Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit. Amen“ (Gal 1,1-5).

Generalaudienz mit Pilgern und Besuchern im Damasus-Hof des Apostolischen Palastes. Die Gläubigen, die daran teilnehmen wollten, konnten unter Beachtung der sanitären Hinweise durch das Bronzetor auf dem Petersplatz eintreten. Es waren wie immer bei dieser Gelegenheit keine Eintrittskarten erforderlich.

Zum vatikanischen Semester-Ende begann Papst Franziskus nach den 38 Reflexionen zum Gebet eine neue Katechesenreihe. Diese steht unter dem Thema: „Über den Brief an die Galater“. Die erste Katechese war der Einführung in den Brief an die Galater gewidmet.

Dieser Brief, so der Papst, gewähre uns nicht nur Einblicke in das Leben des Apostels im Dienst Jesu, sondern erschließe uns auch wichtige Themenkomplexe für den Glauben, so zum Beispiel das Thema der Freiheit, der Gnade und der Lebensweise des Christen, „Themen, die äußerst aktuell sind, weil sie so viele Aspekte des Lebens der Kirche in unserer Zeit berühren“.

Paulus richte sich an die Gemeinde der Galater, eine alte keltische Bevölkerung, die sich in der Gegend von Anatolien angesiedelt hatte. Mindestens zweimal habe er sie auf seinen missionarischen Reisen besucht. So berichte er, dass er sich aufgrund einer Krankheit dort aufhalten gemusst habe. Der heilige Lukas interpretiere dies als eine Fügung des Heiligen Geistes (vgl. Apg 16,6).


Dies zeige uns, dass der Weg der Evangelisierung nicht immer von unseren Vorstellungen abhänge, sondern von der ständigen Offenheit für den Willen Gottes. Paulus sorge sich beständig um die Gemeinden, die er gegründet habe. Als unter den Galatern Verwirrung durch selbsternannte Prediger herrsche, rufe er ihnen den einzigen Weg der Freiheit in Erinnerung: „den Weg der Verkündigung des gekreuzigten und auferstandenen Herrn Jesus Christus, dessen Geist für alle Zeiten in der Kirche am Werk ist“. Tatsächlich hätten einige Christen aus dem Judentum die Kirche unterwandert und begonnen, mit List Theorien auszusäen, die der Lehre des Apostels widersprochen hätten, „und sie gingen sogar so weit, ihn zu verunglimpfen. Wie wir sehen, ist es eine uralte Praxis, sich bei bestimmten Anlässen als alleiniger Besitzer der Wahrheit darzustellen und darauf abzuzielen, die Arbeit anderer herabzusetzen, sogar durch Verleumdung“.

Diese Gegner des Paulus hätten vertreten, dass auch Heiden beschnitten werden und nach den Regeln des mosaischen Gesetzes leben müssten. Die Galater hätten also ihre kulturelle Identität aufgeben müssen, um sich den für die Juden typischen Normen, Vorschriften und Bräuchen zu unterwerfen. Und nicht nur das: „diese Gegner behaupteten, dass Paulus kein echter Apostel sei und deshalb keine Autorität habe, das Evangelium zu verkünden“.

Die Galater hätten sich in einer Krisensituation befunden: „Was sollten sie tun? Sollten sie zuhören und dem folgen, was Paulus ihnen gepredigt hatte, oder sollten sie auf die neuen Prediger hören, die ihn anklagten?“. Es sei leicht, sich den Zustand der Unsicherheit vorzustellen, der ihre Herzen beseelt habe: „für sie war das Kennenlernen von Jesus und der Glaube an das Erlösungswerk, das durch seinen Tod und seine Auferstehung vollbracht wurde, wirklich der Beginn eines neuen Lebens“. Sie hätten einen Weg eingeschlagen, der es ihnen erlaubt habe, endlich frei zu sein, obwohl ihre Geschichte mit vielen Formen gewaltsamer Sklaverei verwoben gewesen sei, nicht zuletzt jener, die sie dem römischen Kaiser unterworfen habe. Daher hätten sie sich angesichts der Kritik der neuen Prediger verloren und unsicher gefühlt. Kurz gesagt: „es stand wirklich viel auf dem Spiel!“.

Dieser Zustand durch Verwirrer sei nicht weit von der Erfahrung entfernt, die verschiedene Christen in unserer Zeit machten. Tatsächlich mangle es auch heute nicht an Predigern, die vor allem durch die neuen Kommunikationsmittel nicht in erster Linie das Evangelium von Gott, der den Menschen in Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, liebe, verkündeten, sondern als wahre „Hüter der Wahrheit“ darauf bestünden, was der beste Weg sei, Christ zu sein.

Diese Menschen bekräftigten nachdrücklich, „dass das wahre Christentum dasjenige ist, an dem sie hängen, oft identifiziert mit bestimmten Formen der Vergangenheit, und dass die Lösung für die heutigen Krisen darin besteht, zurückzugehen, um die Echtheit des Glaubens nicht zu verlieren“. Auch heute bestehe wie damals kurz gesagt die Versuchung, sich in bestimmten Gewissheiten zu verschließen, die in vergangenen Traditionen erworben worden seien.

Die Befolgung der Lehre des Apostels Paulus im Brief an die Galater werde uns helfen zu verstehen, welchem Weg wir folgen sollten. Der vom Apostel aufgezeigte Weg „ist der befreiende und immer neue Weg des gekreuzigten und auferstandenen Jesus. Es ist der Weg der Verkündigung, der sich durch Demut und Brüderlichkeit verwirklicht. Es ist der Weg des sanftmütigen und gehorsamen Vertrauens, in der Gewissheit, dass der Heilige Geist in jedem Zeitalter der Kirche wirkt“.

Die Pilger und Besucher sowie die Zuschauer und Zuhörer aus dem deutschen Sprachraum grüßte der Heilige Vater mit den folgenden Worten:

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Pilger deutscher Sprache. Das Beispiel von missionarischem Eifer des heiligen Paulus sporne jeden von euch dazu an, die Wahrheit des Evangeliums freudig zu verkünden und zu leben. Der Heilige Geist bewahre uns als treue Diener des Herrn Jesus stets in der Einheit.

 


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Lesermeinungen

 galil?a! 25. Juni 2021 
 

wedlerg, Jakobus 1.26, Wenn einer meint, er diene Gott, aber

seine Zunge nicht im Zaum hält, sondern sein Herz betrügt, dessen Gottesdienst ist wertlos

Leider ist ihnen das passiert, sicher ist die Aussage des Papstes richtig und nicht wie sie ihn verleugnen falsch umso schlimmer, weil der Papst im Hl. Geist spricht.

Die brüderliche Zurechtweisung wird ja hier gefordert so muss ich sie hier traurigen Herzens ermahnen. Mögen wir nur alle zur Busse finden!

Ich bin aber ihr Freund, weil ich sie ermahne und nicht noch positive Beurteilung dafür vergebe.

Bitte wir zu Gott, dass er uns Gnade schenkt unsere Zungen zu zügeln und zu Engelszungen zu machen und das wir nicht wie die Teufel sprechen, die andere Verleugnen oder falsches Geschwätz über jemanden verbreiten.

Besser jetzt seine Zunge beherrschen als dann in der Hölle nicht einmal mit eine Tropfen Wasser zu Kühlung zu erhalten für seine Zunge.

Bitten wir das unser Gottesdienst nicht wertlos wird, weil wir unsere Brüder und Schwestern verleugnen anstatt sie in Liebe aufzubauen!


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 Stefan Fleischer 24. Juni 2021 

@ Christdorn

So hart würde ich nicht mit unserem Heiligen Vater ins Gericht gehen. Aber die Aussage von der "bedingungslosen und grenzenlosen Barmherzigkeit Gottes" führt in letzter Konsequenz zu einem absolut falschen Gottesbild. Die «conditio sine qua non» für seine Barmherzigkeit ist und bleibt die Reue, unsere Umkehr. Dann erst kann die Erlösung aus Sünde und Schuld, die uns der Herr am Kreuz erwirkt hat, an uns wirksam werden. Gott greift die Freiheit, die er uns geschenkt hat, nicht an, nicht einmal die Freiheit uns sogar endgültig gegen ihn zu entscheiden. Darum müssen wir lernen und die Menschen lehren uns immer und überall für ihn, für seinen Heiligen Willen zu entscheiden, bzw. nötigenfalls immer schnellsten wieder zu ihm zurück zu kehren wie der verlorene Sohn: «Vater, ich habe gesündigt!» Dann werden wir auch den letzten Entscheid für ihn treffen und so in seine Herrlichkeit eingehen.


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 Christdorn 24. Juni 2021 
 

Glaube in Gegenwart und Vergangenheit

Nach meiner Einschätzung ist Papst Franziskus ein Eiferer, der glaubt, alles besser zu verstehen und besser zu machen als dies in der Vergangenheit der Fall war. Was er einleitend über den Galaterbrief sagt, hält sich einerseits wohl im anerkannten exegetischen Rahmen. Aber wann immer er kann, erinnert er an Gottes Allbarmherzigkeit. Diese seine Sicht stellt er als Glaubensfortschritt über Glaubensüberzeugungen, "die in vergangenen Traditionen erworben" wurden. Franziskus mangelt es offensichtlich an Verständnis und Liebe für die Kirche als Leib Christi, der organisch 2000 Jahre umfaßt und zu jeder Zeit Früchte der Heiligkeit hervorgebracht hat.


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 veritas3 24. Juni 2021 
 

Die Demut und die Liebe zum Herrn suchen die Einheit!

Wie wahr, wie wahr! Die göttliche Offenbarung kennt aber auch Häresie, Apostasie und Schisma, und niemand, galil?a, niemand, der tatsächlich zur Demut und Liebe zu Christus gefunden hat, zweifelt den status de fidei an und verändert ihn, redet und schreibt bewusst, um Irrtümer und Zweifel zu bewirken, zwei- oder mehrdeutig und verbreitet, begünstigt, missachtet die Gebote Gottes und fördert diese, die Einheit zerstörenden Handlungen; solche Menschen sind zurechtzuweisen, dürfen, können und müssen von Schwestern und Brüdern in christo als gläubige Katholiken, alle nach Maßgabe des unverfälschten Evangeliums, brüderlich zurechtgewiesen werden - davon ist mE selbst ein Priester, Bischof, Kardinal und, ja auch ein Papst nicht ausgenommen - das sollten auch Papolatristen erkennen können.


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 galil?a! 24. Juni 2021 
 

lesa 1 Kor 10-12

Ich ermahne euch aber, Brüder und Schwestern, im Namen unseres Herrn Jesus Christus: Seid alle einmütig und duldet keine Spaltungen unter euch; seid vielmehr eines Sinnes und einer Meinung!
Es wurde mir nämlich, meine Brüder und Schwestern, von den Leuten der Chloë berichtet, dass es Streitigkeiten unter euch gibt.
12 Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus - ich zu Apollos - ich zu Kephas - ich zu Christus.

Ermahnt Paulus nicht wegen dieser Parteiungen und fordert die Einheit! Tadelt er nicht jene, die sagten ich halte zu Paulus od. die anderen zu Apollos od. die andern zu Kephas.


Die aber zum Schluss sagen wir halten zu Christus, wir sind Christen die lobt er! In Christus gibt es keine Parteiungen den Christus ist das Haupt wir sind der Leib! Die Demut und die Liebe zum Herrn suchen die Einheit!


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 lesa 23. Juni 2021 

Der Verzicht auf Wahrheit ist das Ende der Kirche

Die Wahrheit zu hüten und sie im Lauf der Zeit auszulegen, ist vom Herrn Petrus und den Aposteln anvertraut. Dass die einen "zu Paulus halten, die anderen zu Appollos", ändert nichts daran, dass Christus der Weg, die Wahrheit und das Leben ist. Dorthin müssen wir immer wieder finden - seien wir "Traditionalisten" oder "Modernisten". Mit letzteren meine ich nun keineswegs die Verfechter des Modernismus, die die Kirche an den Rad der Spaltung bringen, weil sie Häresien in die Kirche hineintragen und deren Früchte die leergefegte Kirchen darstellen. Nein, es gibt eben Menschen, die eher offen für Neues sind, die anderen wollen bewahren. Diese Neigungen könnten in der Kirche ein fruchtbares Gespräch bewirken - wenn sich nur alle bereitwillig vornezu um die geoffenbarte Wahrheit mühen. Derzeit jedenfalls sind es wohl eher die Traditionalisten, die das Ganze noch zusammenhalten. Der Modernismus geht jetzt so weit, dass alles gleich-gültig ist bis zur Auflösung der Substanz.


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 galil?a! 23. Juni 2021 
 

1Kor 15.3-4
Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift,
4 und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift,

1 Kor 1,23
Wir dagegen verkünden Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein Ärgernis, für Heiden eine Torheit,


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 Zeitzeuge 23. Juni 2021 
 

Jeder rechtmäßige Papst i s t der oberste Hüter der Wahrheit

als Inhaber der höchsten Lehrgewalt in der kath.
Kirche, wobei er natürlich an die überlieferte
kath. Glaubens- und Morallehre gebunden ist.

Er sollte immer Gal 1, 6-9 im Auge behalten!

Ansonsten gilt sinngemäß Lk 22,32!


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 wedlerg 23. Juni 2021 
 

Versuch einer cleveren Dialektik - aber letztlich leicht durchschaubar

PF versucht hier wieder einmal die Keule gegen die Traditionalisten zu schwingen. Aber da hat er wieder einmal nur halb subsumiert.

Paulus hat nicht das "Evangelium von Gott, der den Menschen in Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, liebe, verkündetet", wie er hier unterestellt, sondern

"Gott, unseren Vater, und den Herrn Jesus Christus, der sich für unsere Sünden hingegeben hat, um uns aus der gegenwärtigen bösen Welt zu befreien, nach dem Willen unseres Gottes und Vaters. Ihm sei Ehre in alle Ewigkeit."

Es würde völlig ausreichen, wenn der Papst die BIschöfe und Prieter auf diese Formel verpflichten würde. Denn sie impliziert vieles andere.

Heute verkündet man stattdessen Gott, der alle Menschen liebe, egal, was sie tun und Jesus, den Bruder, der - weil er für eine bessere Welt war - hingerichtet wurde und dessen Sache weitergehe.

Ich sehe hingegen niemanden, der das Heil in alten Reinheitsvorschriften sieht (außer bei Corona/Quarantäne) oder in verpflichtendem Latein.


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 hape 23. Juni 2021 

Tradition und Fortschritt 3/3

Damit aber ist der Konfliktherd in der Kirche beschrieben, wie er seit dem Aufkommen des Modernismus als brennende Wunde vor uns liegt. Insofern unterscheidet sich der im Galaterbrief bezeugte Streit fundamental von den aktuellen Richtungsstreitigkeiten.

Es klingt in meinen Ohren nach Populismus, wenn PF die Tradition durch die Blume anklagt und ihr mehr oder weniger die Offenheit für den wahren Fortschritt abspricht. Ich würde mir von PF etwas mehr Respekt gegenüber der Tradition wünschen. Sie ist weder von der Kirche, noch vom Papsttum in irgendeiner Weise zu trennen.


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 hape 23. Juni 2021 

Tradition und Fortschritt 2/3

Dieser Fortschritt begründete aber zugleich eine neue Tradition. Die christliche Tradition, die seit dem an ein bestimmtes Depositum Fidei gebunden ist. Da die Offenbarung als abgeschlossen gilt, bekommt die Idee irgendeines Fortschritts von nun zwangsläufig eine bestimmte Richtung. Es ist ausgeschlossen, dass Fortschritt noch einmal Bruch mit der Tradition bedeuten kann. Vielmehr kann der Fortschritt nur dazu dienen, das durch die Tradition bewahrte Depositum Fidei noch tiefer zu entfalten. Fortschritt kann also nicht bedeuten, dass das Depositum Fidei infrage gestellt oder in sein Gegenteil verkehrt wird.


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 hape 23. Juni 2021 

Tradition und Fortschritt 1/3

Leider bleibt das Anliegen von PF für mich diffus. Es geht ihm offenbar um das Verhältnis von Tradition und Fortschritt. Er kritisiert das Festhalten an „bestimmten Formen der Vergangenheit“, in der falschen Gewissheit, so „die Echtheit des Glaubens nicht zu verlieren.“ Konkreter wird er nicht. Ferner klagt PF falsche Prediger an, die er auch nur vage umschreibt. Sie seien v.a. in den sozialen Medien unterwegs. Der Papst bezichtigt sie der Besserwisserei und Anmaßung, alleinige „Hüter der Wahrheit“ zu sein. Es sei eine Versuchung, „sich in bestimmten Gewissheiten zu verschließen, die in vergangenen Traditionen erworben worden seien.“ – 

Dem halte ich entgegen, dass es doch einen qualitativen Unterschied machen muss, an welcher Tradition ich festhalte und welchem Fortschritt ich mich öffne. Mit dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi ist ein neuer Äon angebrochen. Insofern war für die damaligen Juden der Bruch mit der AT-Tradition tatsächlich ein Fortschritt in der Wahrheit.


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 Wiederkunft 23. Juni 2021 
 

Sprachlos

Diese Auslegung macht mich wieder einmal sprachlos!!


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 Diadochus 23. Juni 2021 
 

Verwirrung

Katechese oder Umerziehung? Auf jeden Fall Verwirrung.


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 Fink 23. Juni 2021 
 

Was jetzt ? Gibt es die eine Wahrheit vom Evangelium Jesu Christi- oder nicht ?

Da versucht sich jemand am Wahrheitsanspruch des Christentums vorbeizumogeln...
Ist ja klar, seit der Zeit der Aufklärung geht das mit der "einen wahren Religion" und dem "einen wahren Gott" nicht mehr, wenn man der Welt gefallen will.


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 Stefan Fleischer 23. Juni 2021 

Der Glaube an das Erlösungswerk Christi

Dieser Zustand durch Verwirrer sei nicht weit von der Erfahrung entfernt, die verschiedene Christen in unserer Zeit machten. Tatsächlich mangle es auch heute nicht an Predigern, die vor allem durch die neuen Kommunikationsmittel nicht in erster Linie das Evangelium von Gott, der den Menschen in Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, liebe, verkündeten, sondern als wahre „Hüter der Wahrheit“ darauf bestünden, was der beste Weg sei, Christ zu sein.
Schade, dass diese Wahrheit nicht noch viel deutlicher herausgearbeitet wurde. Schade, dass sie so auch als Vorwurf an jene missbraucht werden kann, welche der Erlösungstheologie der Kirche die Treue halten und diese nicht durch eine ideologische, allzu diesseitig orientierte Befreiungstheologie und/oder eine Anlehnung an den moralistisch-therapeutischen Deismus ersetzt haben wollen.
Also nie vergessen: «Wenn wir ohne das Kreuz gehen, wenn wir ohne das Kreuz aufbauen und Christus ohne Kreuz bekennen, sind wir nicht Jünger des Herrn.»


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 Totus Tuus 23. Juni 2021 
 

Sorry aber mit welchen Augen sieht der Papst die Lage der Kirche???

Zitat: Dieser Zustand durch Verwirrer sei nicht weit von der Erfahrung entfernt, die verschiedene Christen in unserer Zeit machten. Tatsächlich mangle es auch heute nicht an Predigern, die vor allem durch die neuen Kommunikationsmittel nicht in erster Linie das Evangelium von Gott, der den Menschen in Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, liebe, verkündeten, sondern als wahre „Hüter der Wahrheit“ darauf bestünden, was der beste Weg sei, Christ zu sein.

Diese Menschen bekräftigten nachdrücklich, „dass das wahre Christentum dasjenige ist, an dem sie hängen, oft identifiziert mit bestimmten Formen der Vergangenheit, und dass die Lösung für die heutigen Krisen darin besteht, zurückzugehen, um die Echtheit des Glaubens nicht zu verlieren“. Auch heute bestehe wie damals kurz gesagt die Versuchung, sich in bestimmten Gewissheiten zu verschließen, die in vergangenen Traditionen erworben worden seien.

Die heutigen Verwirrer sind gerade die Liberalen und nicht die Konservativen.


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