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Es ist die Zeit, um auszurufen: Wächter (Jerusalems), erhebet euch

22. September 2021 in Jugend, 10 Lesermeinungen
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Ich bin zornig, weil wir in einer Zeit angekommen sind, wo ich mich rechtfertigen muss, wenn ich die Meinung vertrete, dass ein Priester mehr über die Beichte als eine Impfung predigen muss - Die Jugendkolumne von kath.net - Von Magdalena Preineder


Wien (kath.net)

Ich bin voll Zorn und voll Enttäuschung und wir alle wissen, dass das keine lobenswerten Empfindungen sind – und doch sind sie da. Sie sind nicht konkret gegen mich gerichtet, nicht konkret gegen Dich, nicht konkret gegen meinen Nächsten. Diese Gefühle befallen mich, wenn ich an die Gesamtheit der Gesellschaft denke und an all die aktuellen Entwicklungen, die mir Sorgen bereiten.

Es geht nicht um Krankheit und Tod, es geht nicht um Entscheidungen der Politik, es geht nicht um so vieles Unrecht, das bekämpfenswert ist, es geht um das Zwischenmenschliche und das zwischen Mensch und Gott. Das ist es, was ich in Gefahr sehe, wo das Gute immer mehr zerbröselt und ich manchmal den Eindruck habe, dass die Menge jener, die den Anderen und Gott respektieren immer mehr zurückgeht.

Als ich heute für diesen Text, den Du gerade liest, gebetet habe, führte mich Gott zu einer Stelle aus dem Buch Micha, zu einer Stelle voller Gerichtsworte und Heilsweissagungen. Ich wage zu behaupten, dass jeder, der diesen Text liest auch jenen Abschnitt Michas zumindest ausschnittsweise kennt.

Gott führt einen Rechtsstreit mit Jerusalem. Was aus dieser Stadt geworden ist, ist nicht schön, es nicht gut. Das Recht wird verdreht, die Redlichkeit ist verschwunden, Söhne lehnen sich gegen ihre Väter auf und Schwiegertöchter gegen ihre Schwiegermütter, es wird mit dem Blick eines Jägers auf den Nächsten geschaut.


Ich sehe darin Österreich, ich sehe darin die Kirche, ich sehe darin die Menschheit. Auch das ist nicht schön, es ist nicht gut.

Ich bin zornig und enttäuscht, weil wir in einer Zeit angekommen sind, wo ich mich rechtfertigen muss, wenn ich die Meinung vertrete, dass ein Priester mehr über die Beichte als eine Impfung predigen sollte.
In einer Zeit, in der sich Priester rechtfertigen müssen, wenn sie den Himmel als erreichbares Ziel unabhängig vom Impfstatus proklamieren.
In einer Zeit, wo die Wortwahl Mancher in Bezug auf ihre Mitmenschen an das nationalsozialistische Regime erinnert.
In einer Zeit, wo die Würde von Mann und Frau, von Müttern und Vätern, untergraben wird.
In einer Zeit, in der Bäume umarmt, aber Kinder im Mutterleib getötet werden.
In einer Zeit, wo als gut und richtig anerkannt wird, was die Vernunft einst als widersinnig erkannte.
In einer Zeit, wo man darum ringen muss, die Wahrheit sagen zu dürfen obwohl die Meinungsfreiheit proklamiert wird.
In einer Zeit, wo Nächstenliebe und Mitmenschlichkeit keine Selbstverständlichkeit mehr sind.
In einer Zeit, wo vieles zum Mammon erhoben wird während das Heilige Verachtung erfährt.

Es ist eine Zeit in der ich manchmal einfach nur Schreien möchte. Schreien und beten, dass der Herr Vernunft regnen lasse. Vielleicht ist es auch die Zeit, um das zu tun und nicht nur einfach darüber zu reden.

Was ich am Herzen habe, ist mit Jerusalem einzustimmen: „Weide Dein Volk mit Deinem Stab, die Herde, die Dein Erbbesitz ist. […] Wie in den Tagen, als Du aus dem Land Ägypten auszogst, lass uns Deine Wunder schauen! Die Nationen werden es sehen und zuschanden werden in ihrer Macht. […] Sie werden zitternd hervorkommen aus ihren Verliesen; an den Herrn, unseren Gott, werden sie bebend sich wenden und Dich fürchten. Wer ist Gott wie Du, der Schuld verzeiht und an der Verfehlung vorübergeht für den Rest seines Erbteils! […] Er wird sich unser wieder erbarmen, er wird niedertreten unsere Schuld. Ja, Du wirst in die Tiefen des Meeres werfen alle ihre Sünden. Du wirst Jakob Treue und Abraham Liebe erweisen, wie Du unseren Vätern geschworen hast in den Tagen der Vorzeit.“ (Micha 7,14ff)

Es ist die Zeit, um auszurufen: Wächter (Jerusalems), erhebet euch. Wächter Österreichs, erhebet euch. Wächter der Kirche, erhebet euch. Steht auf, seid Licht. Verteidigt das Erbe Israels, das Erbe von Jakob und Abraham, das Erbe Christi – den Gottglauben, die Nächstenliebe, die Wahrheit. Es ist an der Zeit umzukehren, das Heil zu verkünden und dieses Erbe zu leben. Lauheit hat hier keinen Platz, Christus ist gekommen, um das Feuer zu bringen (vgl. Lk 12,49) – es wird Zeit, dass wir Fackeln sind. Fackeln, die den Weg zu Gott weisen. Fackeln, die den Weg zur Mitmenschlichkeit weisen. Fackeln die den Weg zum Mut zur Wahrheit weisen. Fackeln, die entzündet sind durch den Geist Gottes und für Gott brennen – ewige Lichter der einen Wahrheit, der Liebe, des Friedens, des Glaubens. Ewige Lichter, Wächter, des Christus in uns, den wir in die Welt zu tragen vermögen.

In diesem Sinne bleibt mir nur noch zu sagen: Herr, sende uns und Maranatha!


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Lesermeinungen

 matthieu 24. September 2021 
 

herbst2@gmx.at

Sie haben völlig recht:Wurzelsünde. Vielen Dank für die Korrektur


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 herbst2@gmx.at 24. September 2021 
 

Mathhieu

Zorn ist wenn eine Wurzelsünde. Und Zorn darf sein. Man kann Gefühle nicht einfach ein- und ausschalten wie ein Gerät. Die Autorin hat vollkommen Recht, wenn sie zornig ist. Auch Jesus war zornig. Als sie das Haus Gottes zur Räuberhöhle umfunktioniert haben. Und das war vollkommen richtig. Endlich traut sich einmal ein Mensch offen Tatsachen anzusprechen. Ich kann Fr. Preineder gut verstehen. Fr Preineder traut sich was. Sie traut sich zornig zu sein. Sie traut sich offen über ein Tabothema zu reden. Danke das es solche Menschen gibt. Man darf nur immer Zorn nicht verharren sondern mutig seinen Weg gehen.


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 nazareth 23. September 2021 
 

Danke! Ja,erheben wir uns und strahlen! Gottes Tag ist nahe,Er ist unter uns,siehst du nicht,das Neue sprießt schon auf!


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 Diadochus 23. September 2021 
 

@matthieu

Was glauben Sie, in welcher Zeit wir leben? Die Drohworte, die Jahwe durch die Propheten an Sein Volk richten ließ, könnten auch auf unsere Zeit bezogen sein. Jerusalem und der Tempel wurden zerstört, das Volk in die Verbannung fortgeführt. Wie wird es uns ergehen? Das möchte ich mir nicht zu Ende denken. Wie oft hat die Muttergottes schon zur Umkehr aufgerufen? Die Menschen haben dafür nur Spott übrig. Gott ist zornig.


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 MarinaH 22. September 2021 
 

Beichte als eine Impfung

ich versuche es nochmals mit meinem Kommentar.

Das Wort Impfung regt mich mittlerweile auf. Und jetzt ist die Beichte eine Impfung? Aber genau wie bei der C-Impfung wird man auch bei der Beichte nicht immun sondern ist anfällig für Rückfälle in die Sünde.

Kann es vielleicht sein, dass es ein Druckfehler ist und heißen soll "....dass ein Priester mehr über die Beichte als ÜBER eine Impfung predigen muss..."
Genau das erlebe ich in unserer Region immer wieder. Über Beichte wird nicht gepredigt. Über Impfung sehr häufig. Ich denke mir manchmal, wenn dieser Priester seine Schäfchen genauso engagiert und missionarisch zur Beichte einladen würden, wie er sie zur Impfung drängt, dann wäre seine Seel-sorge erfolgreicher.


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 Jose Sanchez del Rio 22. September 2021 

Danke

Magdalena Preineder für die treffende Kolumne


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 matthieu 22. September 2021 
 

Richtig, aber

nicht voll Zorn. Zorn ist Todsünde. Tun Sie sich das nicht an. Das will der Böse. Geben Sie ihm das nicht. :) gut gemeinter Rat


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 Horstl 22. September 2021 
 

Danke, liebe Magdalena Preineder!

Sprüche 10,32: "Die Lippen der Gerechten wissen, was wohlgefällt; aber der Mund des Frevlers weiß Dinge zu verdrehen."

Viele werden gerade zu Frevlern. Und das mit einem Tempo, wie man es sich nicht hätte vorstellen können. Der Leibhaftige hat einen Lauf, weil viele in der Gesellschaft den Bezug zu ihrem Schöpfer verloren haben und das kostenlose Geschenk des Gekreuzigten nicht mehr annehmen können. Umsomehr freut man sich über jeden Lichtblick. Tragen Sie die Botschaft in Ihre Generation! Vergelt´s Gott, Magadalena.


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 Stefan Fleischer 22. September 2021 

Ein herzliches "Vergelt's Gott" für diesen TExt

Mir geht es genau so. Und dann kommt das Alter, die nachlassenden Kräfte, die Müdigkeit dazu.
Doch dann kommen auch wieder stärkende, aufbauende Erlebnisse und Erfahrungen, wie z.B. dieser Text oder etwas, das ich als persönliche Hilfe Gottes in einer schwierigen Situation erleben darf. Andere werden es Zufall nennen. Aber der Glaube sagt uns, dass Zufall immer nur das ist, was Gott uns zufallen lässt.


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 lesa 22. September 2021 

Mut zu Zeugnis

Vielen Dank, liebe Magdalena Preineder. Der Text gehört unter die Leute! Es ist ein Trost, dass es Sie und Ihresgleichen gibt, die wach und mutig sind und nicht an der politischen Korrektheit kleben, sondern frisch heraus sagen, was gesagt weren muss!


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