Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Konflikt um Alte Messe betrifft Auffassung über Kirche und ihre Rolle in der Welt
  2. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  3. „Der protestantische Niedergang in Deutschland stellt die Logik des Synodalen Weges in Frage“
  4. Papst über katholische Schulen: Es geht nicht um Missionierung
  5. Schweizer Staatskirchenportal verbreitet Propaganda für das Töten ungeborener Kinder
  6. "Liebe Herren-Kund*innen!" - Gender-Gaga bei H&M 
  7. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  8. Kohlgraf: Papst Franziskus ist über Synodalen Weg „gut informiert“, aber beurteilt ihn „kritisch“
  9. „Pandemie der Ungeimpften“? – Vorwurf: Politische Maßnahmen ignorierten wissenschaftliche Studien
  10. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  11. Brasilianischer Kardinal Tempesta exkommuniziert Diözesanpriester Holtz unter „Schisma“-Vorwurf
  12. „Teufel ade, wir brauchen den guten Arzt nicht mehr, wir haben die Medizin“
  13. 'Jesus, Josef und Maria - Ich kenne nur eine 'Royal family'
  14. Katholisch im absurden Theater
  15. Wo Arbeitsrecht zu Arbeits(un)recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

Überall, wo Kirche ist, müssen ihre Kinder mit ihren Lippen und ihrem Vorbild Jesus verkünden.

7. März 2022 in Interview, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


kath.net-Interview mit P. Ismael Quequesana, Pfarrer der Paulus-Kirche in Paphos / Zypern + Kleiner Reisetipp - Von Roland Noé


Paphos (kath.net/rn)

Zypern gilt als Geheimtipp für frühen oder späten Urlaub im Mittelmeer, da auch zu dieser Zeit dort fast durchgehend die Sonne scheint. Doch Zypern ist weit mehr, eine Insel voller wunderbarer Klöster und Kirchen wie z. B. das Kloster Kykkos auf einem Berg  1318 m Höhe oder auch das kleine Kloster von Trooditissa. Doch Zypern hat auch wunderbare katholische Pfarre. Mitten in Paphos befindet sich die wunderbare Kirche des Hl. Paulus zur Erinnerung daran, dass dort der große Heilige die erste Gemeinde in Europa gründete. Auch heute ist die katholische Pfarre wunderbar lebendig und wird von tollen Priester betreut. Täglich gibt es Hl. Messen, am Sonntag in den verschiedensten Sprachen. Auch Anbetung ist mehrmals wöchentlich am Programm. Besonders toll: Die Priester dort verstehen sich als wahre Seelsorger, erwarten die Menschen schon vor dem Gottesdienst vor Kirche, Beichte vor der Kirche ist spontan möglich. Im nahen Pfarr-Cafe findet man dann die Möglichkeit, mit den Pfarrmitgliedern in Kontakt zu kommen.

 

kath.net: Anfang Dezember war Papst Franziskus in Zypern. Wie wichtig war der Besuch für die Katholiken dort?

P. Ismael: Der Besuch des Papstes war ein Segen für unsere kleine Gemeinde. Wie Sie vielleicht wissen, sind Katholiken in Zypern eine Minderheit, wir fühlen uns wie der „arme Wurm“, „das Würmlein Israel“, von dem Jesaja in seiner Prophezeiung schreibt (vgl. 41, 14-16); und Papst Franziskus als Gast zu haben, war wirklich ein Segen: eine zärtliche Erinnerung des Herrn, dass er seine Kinder niemals im Stich lässt. Wir hörten von vielen Pfarrangehörigen, wie erstaunt sie darüber waren, so nah beim Altar zu sein, wo der Papst die hl. Messe zelebrierte.

Es ist sehr schwierig, in Worten auszudrücken, aber ich denke, dieser Tag war ein Feiertag für den Glauben, ein wahrer Festtag! Es war ein großer Freudentag.  Der Papst ermutigte uns, zu Jesus zu gehen, damit er unsere Blindheit heile und wir unseren Individualismus und dieses Gefühl der Selbstgenügsamkeit, die das menschliche Herz befallen, aufgeben.

kath.net: Wie ist das Leben auf Zypern als Katholik in einem Diaspora-Gebiet?

P. Ismael:  Wie Sie wahrscheinlich schon wissen, sind die meisten Christen hier griechisch-orthodox (sie machen um die 80 % der Bevölkerung aus). Die mit Rom unierten Katholiken auf Zypern stammen hauptsächlich aus dem lateinischen oder dem maronitischen Ritus.

Ich halte diesen Hintergrund für wichtig, weil er zu verstehen hilft, dass wir in einem Land mit einer sehr starken christlichen Tradition und Kultur leben, obwohl – wie oft auch anderswo – die jungen Leute ihren Glauben nicht mehr so praktizieren wie ihre Großeltern und vielleicht noch ihre Eltern.

Dazu muss ich dankbar sagen, dass es auf der Insel ein sehr gutes Verhältnis zwischen Orthodoxen und Katholiken gibt.

Zum Beispiel: in Paphos hat die katholische Gemeinde keinen Kirchenraum für die Feier der hl. Messe und andere liturgische Feiern, und gegen Ende der 80er gab Bischof Chrysostomos (der derzeitige orthodoxe Erzbischof von Nikosia) den Katholiken die Erlaubnis, eine der ältesten Kirchen von Paphos zu nutzen, die Kirche Agia Kyriaki.

kath.net: Sie sind Priester in Paphos in der wunderschönen Paulus-Kirche? Dort gibt es ganz viel Glaubens-Angebote, darunter Heilige Messen in verschiedenen Sprachen, Anbetung, Beichte vor der Kirche, mehr als in vielen anderen Pfarren der Welt. Wie viele Katholiken hat Ihre Gemeinde und wie viele Besucher haben Sie jedes Jahr? Sehen Sie Ihre Kirche als eine besondere Missionskirche?

P. Ismael: Nun, angesichts der Natur unserer Pfarre ist es schwer zu sagen, wie viele Mitglieder wir haben.

Zur Erklärung: wir haben viele (vor allem Pensionisten aus nördlicheren europäischen Ländern), die für vier bis sechs Monate nach Paphos kommen und dann wieder in ihre Heimat zurückkehren. Und das passiert jedes Jahr!

Und junge Familien mit Kindern kommen oft nur für 5 Jahre und ziehen dann weiter… Es ist also schwer zu sagen, wie groß unsere Gemeinde wirklich ist, aber alle zusammengenommen werden wir schon um die 1.300 Mitglieder haben, die sich auf das ganze Pfarrgebiet verteilen (was den ganzen Bezirk Paphos oder ein Viertel des Südens der Insel umfasst).

Wie Sie bei Ihrem Besuch gesehen haben, kommen die Leute, die die Messe hier regelmäßig besuchen, aus mindestens 30 verschiedenen Ländern… Daher ist die Hauptsprache für die Liturgie Englisch, vor allem für die hl. Messe; aber wenn Leute zur Beichte kommen, versuchen wir, unsere geringen Kenntnisse in einigen Sprachen einzusetzen, um ihnen entgegenzukommen. Es ist mit Sicherheit ein Geschenk Gottes, dass wir ein paar Sprachen sprechen, um ihnen zu helfen.

Und ob ich unsere Gemeinde als „eine besondere Missionskirche“ sehe, nun, die Kirche ist ja von Natur aus sehr missionarisch (vgl. den hl. Johannes Paul II., Generalaudienz vom 23.05.1979). Überall also, wo Kirche ist, müssen ihre Kinder mit ihren Lippen und ihrem Vorbild Jesus verkünden.

Und jeder einzelne Ort mit seiner eigenen Kultur und Tradition bleibt eine Herausforderung… ich will sagen, dass jeder Ort, jede Pfarre, jede Gemeinde ihre eigenen Herausforderungen hat, aber wir müssen den Weg finden, um die Schönheit und die erlösende Kraft des Evangeliums zu verkünden.

kath.net: Die Fastenzeit hat begonnen. Was sind dazu Ihre Gedanken?

P. Ismael: Wie Papst Franziskus in seiner Botschaft für die diesjährige Fastenzeit betont hat: Die Fastenzeit lädt uns zur Umkehr ein. Nur Umkehr ermöglicht uns die Erneuerung, die wir brauchen und nach der wir uns so sehr sehnen.

Möge Gott uns allen helfen, dass wir uns vor Seiner Gnade nicht fürchten, und keine Angst davor haben, unsere Herzen, Gedanken, Gefühle, alles, was wir sind, Ihm zuzuwenden, Seiner barmherzigen Liebe.

 

Kleiner kathnet-Reisetipp: Von vers. deutschsprachigen Städten ist Paphos leicht erreichbar, u.a. via Ryanair. Rechtzeitig günstige Flüge buchen - UND wer hat Interesse an einer Pilgerreise nach Zypern 2023?  - Bitte um Feedback hier im Forum oder per E-mail an die kath.net-Redaktion :-)

 

VIDEO-RUMBLE - Auszug aus einem Gottesdienst in der wunderschönen Kirche - https://rumble.com/vwm66f-paphos-pauluskirche-2021-heilige-messe.html

 

Foto: (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Allein den Betern kann es noch gelingen - Schicken Sie uns Ihr Anliegen!
  2. Bitte unterstützen Sie kath.net (nicht nur vor Weihnachten) via AmazonSmile-Programm
  3. Eine einmalige kath.net-Reise ans Ende der Welt - NORDKAP + LOFOTEN
  4. „Der protestantische Niedergang in Deutschland stellt die Logik des Synodalen Weges in Frage“
  5. Das Platzen der großen Lebenslüge der 'deutschen Kirchen'
  6. 'Jesus, Josef und Maria - Ich kenne nur eine 'Royal family'
  7. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre DRINGENDE Hilfe!
  8. Katholisch im absurden Theater
  9. Konflikt um Alte Messe betrifft Auffassung über Kirche und ihre Rolle in der Welt
  10. 'Die Pille müssen wir mit dem Tod der erotischen Liebe bezahlen'
  11. US-Bischof: „Diese deutschen Bischöfe sollten den Mut haben, eine weitere Sekte zu gründen“
  12. Kohlgraf: Papst Franziskus ist über Synodalen Weg „gut informiert“, aber beurteilt ihn „kritisch“
  13. „Teufel ade, wir brauchen den guten Arzt nicht mehr, wir haben die Medizin“
  14. Wallfahrtsort Maria Birkenstein – Wie geht es weiter?
  15. Wo Arbeitsrecht zu Arbeits(un)recht wird, wird Widerstand zur Pflicht!

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz