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Ohne "Missio"-Gründerin Jaricot "wären wir heute nicht Weltkirche"

19. Mai 2022 in Weltkirche, 5 Lesermeinungen
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Missio-Nationaldirektor P. Wallner zur bevorstehenden Seligsprechung der französischen Missionarin: Hierzulande mangle es der Kirche an einem gläubigen, verkündigenden, missionarischen Laientum.


St. Pölten (kath.net/KAP) "Wir wären heute nicht Weltkirche ohne diese Frau": Mit diesen Worten hat "Missio"-Nationaldirektor P. Karl Wallner Pauline Marie Jaricot (1799-1862), die Gründerin der Päpstlichen Missionswerke (Missio) gewürdigt, die am kommenden Sonntag seliggesprochen wird. Die Französin gründete neben dem Werk der Glaubensverbreitung auch den Lebendigen Rosenkranz - trotz der damals bestehenden Hindernisse für weibliches Engagement. Wallner attestierte Jaricot "ein unglaubliches Organisationstalent": Zuletzt hätten 2,4 Millionen Franzosen im Lebendigen Rosenkranz mitgebetet. Und auch gespendet. "Man bedenke: Damals gab es noch keinen einheimischen Klerus in Afrika, die ersten Priester wurden erst 100 Jahre später geweiht", so Wallner.

Der Heiligenkreuzer Zisterzienser äußerte sich im Interview der St. Pöltner Kirchenzeitung "Kirche bunt" anlässlich der Seligsprechung und auch des 100-jährigen Bestehens von Missio. 1819 gründete die 23-jährige Pauline Jaricot den Lyoner Missionsverein (ab 3. Mai 1922 offiziell "Werk der Glaubensverbreitung"). Ihre Idee der Spendenhilfe fand schnell Widerhall außerhalb Frankreichs, auch in Österreich. Dabei wurde Jaricot "in eine der dramatischsten Situationen der Kirche in Frankreich hineingeboren", wie P. Wallner erinnerte. Hunderte Priester und Ordensleute seien im Zuge der Französischen Revolution gestorben, die Kirchen zu Ruinen geworden. Zunächst sei die junge Pauline "eine Modepuppe, man könnte sagen eine 'Lady Gaga' ihrer Zeit", gewesen. Eine innere Bekehrung mit 17 Jahren sei jedoch zum Wendepunkt ihres Lebens geworden.

Nach den Worten des Nationaldirektors liebt es Gott in schwierigen Zeiten, "Neues und Überraschendes zu wirken - und in diesem Fall durch eine Frau". Jaricots Impuls für Gebet und Spende hängten nicht ab vom Weiblichen, so Wallner. "Aber wir brauchen unbedingt solche Leute und wir brauchen auch eine Hierarchie, die das zulässt." Denn "das Fleisch und der Atem der Kirche" seien die Charismen, die der Heilige Geist "an Männer und Frauen, an Geweihte und Ungeweihte" verteilt.

"Tote Strukturen" in heimischer Kirche entsorgen

In Afrika erlebe er ein anerkanntes Priestertum, das "die Dynamik der Gläubigkeit, die bei den Leuten da ist, nicht behindert, sondern fördert", betonte der Missio-Austria-Chef. "Ich erlebe dort eine Kirche, wo das gemeinsame Priester- und Prophetentum viel besser erkannt wird." Hierzulande mangle es der Kirche an einem gläubigen, verkündigenden, missionarischen Laientum. "Nicht der Priestermangel ist bei uns ein Problem, wie man uns seit Jahren weismachen will, sondern es ist der Laienmangel", hielt Wallner fest.

Der Kirche schrieb er ins Stammbuch: "Wir reden viel, wir beschäftigen uns sehr viel mit uns selbst, aber oft fehlt das Zugehen auf die Leute." Jesus habe keine Gremien gebildet, er habe die Apostel persönlich abgeholt. Doch statt dieser für einen lebendigen Glauben unbedingt erforderlichen persönlichen Beziehung mit Jesus gebe es "viele tote Strukturen in der Kirche, die man wirklich entsorgen müsste". Die Ressourcen sollten "für Lebendiges" verwendet werden. P. Wallner regte katholische Großveranstaltungen zur Stärkung des Wir-Gefühls an. "Der letzte Katholikentag war 1983 - ich täte mir wünschen, dass wir einmal im Jahr ein Stadion füllen mit 20.000 Menschen."

Von Afrikas Kirche lernen

Ungeachtet der weltkirchlichen Ausrichtung von Missio sehe er sich "primär als Missionar für Österreich", sagte der Nationaldirektor. Er "leide furchtbar darunter, dass der Glaube so schwach geworden ist" und die Kirche so negativ gesehen werde. Sein Wunsch zum 100. Geburtstag von Missio wäre, "den Blick auf das Positive zu weiten". In vielen Ländern sei die Kirche, obwohl bedrängt und arm, "ein Hoffnungszeichen, eine Oase des Friedens, des Sinnes, des Heiles". Er würde am liebsten alle, die in der Kirche etwas zu sagen haben, nach Afrika mitnehmen, erklärte Wallner. Dort gebe es keine großen Organisationsstrukturen, die "zu einem Korsett geworden" seien, statt die Dynamik zu befördern. "Meine Hoffnung ist, dass die Kirche in Österreich durch starke Päpstliche Missionswerke wieder mehr Aufmerksamkeit und Interesse bekommt und dass wir dadurch therapeutisch und antidepressiv auf diese Situation der Kirche in Österreich wirken", so Wallner abschließend.

Eisenstadt feiert "Powerfrau" Jaricot

Am 22. Mai 2022 wird Pauline Jaricot, nach den Worten des Missio-Nationaldirektors eine "Powerfrau", in ihrer Heimatstadt Lyon seliggesprochen. Die Diözese Eisenstadt zelebriert dieses Ereignis mit einer Festmesse und Gebetsvigil am Vorabend der Seligsprechung, 21. Mai 2022, um 18.30 Uhr im Martinsdom in Eisenstadt. Zelebrant ist Generalvikar Michael Wüger, wie die Diözese am Mittwoch ankündigte.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto: Pater Karl Wallner (c) Missio


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Lesermeinungen

 lesa 19. Mai 2022 

Rosenkranz-Power

Authentische Botschaft von Pater Karl Wallner!
Die "Powerfrau" Pauline Jaricot ließ sich vom Wirken derjenigen "Powerfrau" ergreifen und gab sich ihr hin, die sich dem Wirken ihres Sohnes, des Hohenpriesters Jesus Chritus hingab und gibt. Auf Machtansprüche pochen ist geradezu ein "Strukturelement" geworden, das diese Wirksamkeit blockiert.


1
 
 ottokar 19. Mai 2022 
 

Ich hoffe, dass dieser wunderbare Glaubensbotschafter gesund bleibt.

Gestern kam er mir sein Gesicht in der "Stunde der Seelsorge" doch etwas ausgezehrt vor.Er ist ein bewunderswerter Mensch, der sich für seine Kirche opfert.Für mich der würdigste, idealste Nachfolger von Kard.Schönborn.


2
 
 Chris2 19. Mai 2022 
 

Und heute? Eine vom Mammon satte Kirche,

erstarrt in weltlichen Strukturen, die außer Zeitgeist und Ideologien kaum noch etwas zu verkünden hat. Und woher sollen solch großartige Menschen wie Pauline Marie Jaricot heute kommen, wenn kaum noch gebetet wird und immer mehr Priester und Bischöfe außer einer "anderen Kirche" (welche eigentlich?) kaum noch etwas verkünden? Der Herr wird es fügen. Wenn nicht bei uns, dann wenigstens anderswo...


1
 
 Chris2 19. Mai 2022 
 

Und heute? Eine in Strukturen und Mammon erstarrte Kirche,

die außer Zeitgeist und Ideologien kaum noch etwas zu verkünden hat. Woher sollen solch großartige Menschen wie Pauline Marie Jaricot heute kommen, wenn kaum noch gebetet wird und immer mehr Priester und Bischöfe außer einer "anderen Kirche" (welche eigentlich?) kaum noch etwas verkünden? Der Herr wird es fügen. Wenn nicht bei uns, dann wenigstens anderswo...


1
 
 winthir 19. Mai 2022 

danke für das Bild - ja das isser, unser P. Karl :-)

... der momentan "aus der Ferne" mithilfe seiner Sendungen in k-tv " eine gute Freundin von mir "auf Ihrem Weg begleitet". Sie kuckt sich das gern an.

ich hab' ihm schon eine danke-email dafür geschrieben, die er auch gelesen hat. Meine Meinung: einfach mal gelegentlich mal "danke" sagen (im echten Leben, "face to face") oder anrufen, oder schreiben, finde ich wichtig und gut. Die kath.net-Redaktion kriegt das auch, von mir. Gelegentlich :-)

ACHTUNG: Dies soll bitte keine Aufforderung zu einem "mail-storm" sein - er hat sicher wichtigeres zu tun, als auf mails zu antworten.


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