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Demokratische Republik Kongo: „Massaker folgt auf Massaker“

17. Jänner 2021 in Weltkirche, 2 Lesermeinungen
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Bischof appelliert über „Kirche in Not“ an die Weltöffentlichkeit


München-Wien (kath.net)

Nach blutigen Übergriffen auf Zivilisten im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo hat der Bischof von Butembo-Beni an die Weltgemeinschaft appelliert, den „Schrei des Leidens“ aus seinem Land zu hören. In einer dem päpstlichen Hilfswerk „Kirche in Not“ übermittelten Videobotschaft sagte Bischof Melchisedec Sikuli Paluku wörtlich: „Ich hoffe, dass den armen Menschen hier geholfen werden kann. Wir fühlen uns angesichts des Kreuzwegs, den wir seit Jahren erleben müssen, verlassen“.

 

Allein 2020 rund 1000 Menschen getötet

 

Seit 31. Dezember vergangenen Jahres waren bei mehreren mutmaßlichen Angriffen der Rebellenmiliz ADF („Allied Democratic Forces“) nahe der Stadt Beni mindestens vierzig Personen getötet worden. Manche wurden Presseberichten zufolge dabei mit Macheten enthauptet. Das Video des Bischofs zeigt Bilder von den Tatorten. „Allein im vergangenen Jahr wurden etwa 1000 Menschen getötet. Das geht seit zehn Jahren so. Besonders seit 2014 hat es zugenommen. Massaker folgt auf Massaker“, so der Bischof weiter.


 

Paluku beklagt die Teilnahmslosigkeit der kongolesischen Regierung sowie der Medien. „Die Medien unseres Landes sprechen nicht oder kaum davon. Und unseren Politikern geht es nur darum, den Kuchen der Macht zu verteilen. Die Menschen hier zählen nicht. Sie haben den Eindruck, dass der Staat hier nicht existiert. Wir fühlen uns von den staatlichen Autoritäten verlassen.“ Der Bischof gab dennoch seiner Hoffnung auf Besserung Ausdruck: „Wir hoffen, dass sich der Staat künftig mehr anstrengt, um die Massaker zu beenden.“

 

Rebellenbewegung aus Uganda sucht ganze Region heim

 

Seit Jahren wird das ressourcenreiche Grenzgebiet zwischen der Demokratischen Republik Kongo und dem Nachbarland Uganda von ursprünglich aus Uganda stammenden Rebellen der Miliz ADF heimgesucht. Die ADF wird von Jamil Mukulu, einem zum Islam konvertierten ehemaligen Christen, angeführt und setzt sich heute unter anderem aus Dschihadisten der Bewegung „Tablighi Jamaat“, einer islamischen Missionsbewegung, zusammen.

 

Kongolesischem Militär und der UN-Friedensmission MONUSCO gelingt es seit Jahren nicht, die Region zu befrieden. Das Gebiet von Beni in der Provinz Nord-Kivu gilt dabei als Epizentrum der Gewalt. Menschenrechtsorganisationen zufolge ereignet sich im Osten der Demokratischen Republik Kongo die am längsten dauernde humanitäre Krise Afrikas.

Foto: Bischof Melchisedec Sikuli Paluku bei einer Priesterweihe. © Kirche in Not


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Lesermeinungen

 Fink 17. Jänner 2021 
 

Die Grenzen des christlichen Pazifismus

Was ist, wenn friedfertiges Christentum auf gewalttätigen Islam trifft ? Oder auf allgemeine Kriminalität, auf Räubertum und Banditentum ? Wenn dann noch, wie im Nordosten des Kongo eine schwache Polizei, fehlende Rechtsstaatlichkeit, anhaltendes Bevölkerungswachstum (Überbevölkerung), Armut, Bildungsmangel dazukommen ? Ich meine, ZUERST braucht es "Recht und Ordnung", braucht es eine starke Polizei auf rechtsstaatlicher Grundlage. Oder sollen diese Menschen auf Widerstand verzichten? Sollen sie sich ausrauben und abschlachten lassen ?


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 SalvatoreMio 17. Jänner 2021 
 

Oh, Gott!

Die Weltöffentlichkeit hat anderes zu tun, als sich der Leiden Afrikas anzunehmen einschl. der Christenverfolgungen. Wenigstens aber müssten wir Christen sie ins Gebet hineinnehmen, auch in das Fürbittgebet der hl. Messe. Ich werde das vor Ort erbitten.


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