Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  2. Katholikenprotest zu Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
  3. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  4. Deutschland: Nuntius äußert erneut Bedenken zum "Synodalen Weg"
  5. 300 Teilnehmer bei Pilgermarsch für die Alte Messe in Washington D.C.
  6. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“
  7. Erzbischof Paglia soll Zustimmung zu italienischem Abtreibungsgesetz widerrufen
  8. Franziskus in Assisi aus Anlass des Wirtschaftsforums „Economy of Francesco“
  9. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  10. Hat Putin "Fridays for Future" usw. mit Millionen unterstützt?
  11. Deutsches Gericht möchte Informationen vom emeritierten Papst Benedikt XVI.
  12. Wahl in Tirol: Sogar ÖVP und FPÖ für das kostenlose Töten ungeborener Kinder!
  13. Wenn ein Belasteter am Amt kleben bleibt, hat sich eine glaubwürdige Aufarbeitung erledigt!
  14. Schon wieder Rücktrittsforderungen
  15. Kreisverband der SPD will Geschlechtsänderung schon für 7-jährige Kinder

Zauberspruch am Teppichrand

21. November 2013 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Strenges Protokoll: Der Amtsantritt des neuen Nuntius in Deutschland, Erzbischof Nikola Eterovic. Von Volker Resing (KNA)


Berlin (kath.net/KNA) Teppiche spielen in der Welt der Diplomatie eine wichtige Rolle. Bundeskanzler Konrad Adenauer soll beim Antrittsbesuch vor den Westalliierten die Souveränitätsansprüche des neuen deutschen Staates mit einem unzulässigen Tritt auf den tiefroten Perser markiert haben. Bei der Akkreditierung des neuen Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic (Foto), auf Schloss Bellevue am Mittwoch in Berlin hingegen gehörte das Schreiten über den Teppich zum ordentlichen Zeremoniell dazu. Genau auf der Mitte des feinen Bodenbelags im festlichen Langhanssaal des Schlosses mussten sich Bundespräsident Joachim Gauck und der neuer päpstlicher Botschafter treffen und die Beglaubigungsurkunde austauschen. Deutschland hat nicht viel staatliche Choreographie zu bieten. Nach Kaiserreich und Diktaturen sind die meisten Rituale nüchternen Handlungen gewichen. Doch wenn ein neuer Botschafter sein Amt antritt, dann führt auch Deutschland noch ein kleines Staatsschauspiel auf. Mit militärischem Appell, Fahne hissen und strenger Kleiderordnung. Kleine und große Zeichen. Regisseur ist dann der Protokollchef der Bundesregierung, Jürgen Christian Mertens. Er trägt den feien Cut, auch Morning Coat genannt, gestreifte Hose, langgezogenes Jackett. Ihn kennt kaum jemand, aber Präsidenten und Regierungschefs folgen ihm aufs Wort.

Hinter mancher kleinen Sitte im Protokoll steckt dann doch ein größerer Sinn. Beim ersten Gespräch zwischen Nuntius und Präsident durften keine Begleiter anwesend sein, so kann ein Botschafter auch ohne Aufpasser oder Mitwisser vielleicht eine politische Botschaft beim Staatsoberhaupt vertraulich unterbringen. Das ist seit langem geübte Praxis, die man meist nicht mehr braucht. Aber für Krisen kann es dann doch hilfreich sein. Ob der neue Nuntius brisante Nachrichten von Papst Franziskus im Gepäck hatte, ist dementsprechend nicht bekannt.

Das Verblüffende in der ganzen diplomatischen Liturgie im Schloss Bellevue ist, dass es noch so etwas wie symbolische Handlungen gibt.

Bevor der Botschafter den ehrwürdigen Langhanssaal betritt, muss angeklopft werden, um Einlass zu bekommen. Die Fotografen hingegen können schon durch die Hintertür hineinschlüpfen. Rituale sind nicht logisch, aber streng. Das Protokoll spricht dann sogar von einer Art Zauberspruch, der «magic phrase», die der zu akkreditierende Botschafter sprechen muss, um zu werden, was er praktisch schon ist. «Ich habe die Ehre?» beginnt er und erklärt, das Beglaubigungsschreiben des Entsendestaates überreichen zu wollen. Daraufhin schreitet Präsident Gauck dem Gesandten des anderen Staates entgegen als Zeichen der Zustimmung.

Mit dem Treffen im Mittelkreis des Teppichs und der Überreichung der Urkunde ist der neue Botschafter im Amt - inklusive diplomatischer Sonderrechten und Privilegien. Das Schriftstück muss dann noch dem «Adjutanten» überreicht werden, der Verbindungsoffizier Michael Podzus steht dafür bereit. Das ganze strahlt eine Feierlichkeit aus, die dem politischen Betrieb in Berlin sonst eher unbekannt ist. Nur das Klicken der Kameras stört den Moment. Nach dem Nuntius kamen noch die neuen Botschafter von Indien, Bangladesch und Jamaika ins Schloss. Jeder einzeln. Gauck machte an diesem Tag Botschafter im Halbstundentakt, da geht der Zauber natürlich auch verloren.

An dem trüben Novembertag sorgte im Übrigen das Berliner Regenwetter dafür, dass es nicht zu festlich wurde. Unter Schirmen musste der neue Nuntius der «Vergatterung» lauschen, dem traditionellen Musikstück der Kapelle des Wachbataillons. Dann wurde die weiß-gelbe Fahne des Vatikan in den trüben Himmel gezogen. Eine Ehreneskorte mit fünf Motorrädern vorneweg fuhr den neuen Nuntius im Anschluss in seinen Amtssitz. Die Ankunft ist damit sozusagen offiziell vollzogen - beim Abschied geht es dann profaner zu.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto © Wikipedia/Roberta F. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. Attribution: Roberta F.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 speedy 25. November 2013 
 

vielleicht werden wir ja vom Protokoll Chef der Bundesregierung regiert, wenn ihm Präsidenten und Regierungschefs aufs wort folgen müssen, wenigstens wissen wir jetzt wer uns regiert


0
 
 Bichler 21. November 2013 

Spaßige Sache...

...Bundespräsident ist ranghöher als Nuntius, aber Erzbischof ist ranghöher als Pastor...


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Nuntius

  1. Neuer päpstlicher Nuntius in Bern eingetroffen
  2. Erzbischof Lopez wird neuer Papstbotschafter in Österreich
  3. Nuntius dankt Laun für seinen treuen Einsatz
  4. Nuntius in der Schweiz verweigert Medieninterviews
  5. Nuntius Eterovic: Auch in Europa 'verschleierte Christenverfolgung'
  6. Berlin: Nuntius Eterovic nimmt Genderismus-Aussagen 'sehr genau wahr'
  7. Nuntius: Reformen müssen aus dem Glauben kommen
  8. Christen gehören weltweit zu den meist verfolgten Gemeinschaften
  9. Scicluna: Durch Nuntius können sich Gläubige direkt an Papst wenden
  10. Nuntius Zurbriggen tritt Amt an







Top-15

meist-gelesen

  1. Katholikenprotest zu Beginn der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz
  2. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  3. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  4. Die Tolkien-Provokation
  5. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“
  6. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  7. Schon wieder Rücktrittsforderungen
  8. Deutschland: Nuntius äußert erneut Bedenken zum "Synodalen Weg"
  9. Facebook-Reaktion zu Bodes fehlendem Rücktritt: „Bei Woelki würden alle den Rücktritt fordern“
  10. Wahl in Tirol: Sogar ÖVP und FPÖ für das kostenlose Töten ungeborener Kinder!
  11. Der Tag, Herr, den Du gabst, der endet.
  12. Hat Putin "Fridays for Future" usw. mit Millionen unterstützt?
  13. Italienischer Bischof weist Priester nach unwürdiger Messfeier zurecht
  14. Erzbischof Paglia soll Zustimmung zu italienischem Abtreibungsgesetz widerrufen
  15. Bischof von Odessa: Teilmobilisierung enttarnt Putins "Lüge"

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz