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"Niemand interessiert sich für den kirchenpolitischen Zank"

3. Dezember 2017 in Österreich, 38 Lesermeinungen
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Der neugeweihte Innsbrucker Bischof Glettler mahnt in seiner Dankesansprache nach der Weihe: "Gerade als Kirche mit einer starken Pluralität haben wir den Auftrag, Einheit zu leben."


Innsbruck (kath.net/pdi) kath.net dokumentiert die Dankesworte von Bischof Hermann Glettler im Anschluss an die Bischofsweihe am 2. Dezember in der Olympiahalle in Innsbruck in voller Länge:

Als neugeweihter Bischof der Diözese Innsbruck grüße ich sie alle ganz herzlich! Ein wirkliches „Fest des Glaubens“ ist uns heute geschenkt. Ich grüße alle Gäste, die aus anderen Bundesländern angereist sind, besonders die große Delegation aus meinem Heimatland Steiermark. Ebenso herzlich grüße ich alle, die aus den benachbarten Diözesen Bozen-Brixen, Trient, Augsburg und München-Freising angereist sind. Mein ganz ausdrücklicher Gruß und Dank für die überwältigend herzliche Aufnahme sage ich als Bischof mit einem innerösterreichischen Migrationshintergrund allen Tirolerinnen und Tirolern! Ich grüße alle ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Diözese, in der Pastoral und Koordination der Pfarren Tätigen, sowie alle Diakone und Priester. Sie alle haben die Kirche dieses Landes seit Jahrzehnten durch ihr Gebet, durch ihre Arbeit und ihren Herzenseinsatz getragen und geprägt. Gehen wir den Weg gemeinsam weiter!

Der Schlüssel zu einem Leben in Fülle ist die Dankbarkeit, nicht der Anspruch oder eine Forderung. Zuerst möchte ich Gott für mein Leben danken. Es erfüllt mich mit Staunen, wie energisch und zärtlich zugleich er mich bisher geführt hat.
Ebenso danken möchte ich allen, die mich von Kindheit an begleitet haben – zuerst meinen Eltern und Geschwistern für den familiären Rückhalt und eine vielfältige Unterstützung. Ich habe zu Hause gelernt, einfach zu leben und an den großherzigen Gott zu glauben. Das bleibt meiner Seele eingeschrieben.

Ganz herzlich danke ich allen Freunden, Lehrern und Weggefährten – Frauen und Männern, mit denen ich ein Wegstück gemeinsam gehen durfte - speziell danke ich allen Priestern, deren Vorbild mich inspiriert, aber auch die Zerbrechlichkeit priesterlicher Berufung vor Augen gestellt hat. Liebe Mitbrüder Priester Ich habe gelernt, meine Begabungen zu entfalten und an den Niederlagen nicht zu verzweifeln. Besonders dankbar erwähnen möchte ich meinen Freundeskreis unter den zeitgenössischen Kulturschaffenden. Ihre Arbeit hat mir eine Weltoffenheit geschenkt und mich innerlich gesättigt!

Ebenso danke ich allen Freunden und Geschwistern der Gemeinschaft Emmanuel, in die ich seit Mitte der 80er Jahre hineingewachsen bin. Ich habe die Freude erlebt, den Schatz des Glaubens mit anderen zu teilen! Ich danke für die Ausdauer im Ringen um Gesten und Worte, damit Gottes Barmherzigkeit heute erfahrbar wird.

Mit der Weihe wurde ich heute in das Kollegium der Nachfolger der Apostel aufgenommen. Weltkirche ist mit unserem apostolischen Nuntius, dem ich für seine erfrischenden Worte herzlich danke, und mit allen hier anwesenden Bischöfen deutlich repräsentiert – von Le Mans in Frankreich bis nach Gitega in Burundi. Ich danke den Konsekratoren, unserem Metropoliten Franz Lackner, meinem Heimatbischof Wilhelm Krautwaschl und meinem Vorgänger Manfred Scheuer – speziell auch für seine ermutigende Predigt, und allen übrigen hier versammelten Bischöfen, an ihrer Spitze unserem Kardinal Christoph Schönborn. Herzlich grüße ich die Bischöfe unserer Nachbardiözesen.

Apostel haben Namen, eine konkrete Lebensgeschichte, Begabungen und Defizite. Das Amt, das mir heute übertragen wurde, übersteigt mich als Person. Die Erwartungen, die in der Vorfreude der Weihe auf mich gerichtet wurden, sind uneinlösbar hoch. Doch trotz meiner persönlichen Schwächen und Unsicherheiten, die mir deutlich vor Augen stehen, führt uns das Bischofsamt zurück in die ursprüngliche Dynamik der Jesus-Bewegung. Es ist am Fuße des Berg Isel die gleiche Berufung wie damals am See von Genesareth. Es ist die Dynamik der Liebe, die von Jesus ausgeht und über alle Jahrhunderte hinweg Menschen berührt und in die Nachfolge ruft. Angesichts der Gefahr einer generellen Bürokratisierung aller Lebensbereiche und auch der kirchlichen Dienste, ist es umso dringlicher in die Dynamik des ersten Aufbruchs, in die Frische, Liebe und Großzügigkeit des Aufbruchs zurückzufinden. Ich grüße alle Kinder und jungen Leute, die heute zahlreich da sind. Bitte macht etwas mehr Lärm in der Kirche und vergesst nicht, „das bequeme Sofa des Wohlstands zu verlassen, um euch in die Welt einzumischen“ (Papst Franziskus). Ich war sehr jung, als ich den Ruf Gottes erahnte. Gott schreit nicht, er flüstert uns ins Herz. Hört auf ihn. Ihr werdet gebraucht! Ich meine das nicht ausschließlich, aber sehr deutlich auch in Richtung neuer Priesterberufungen!

Ich möchte als Bischof einer Ortskirche vorangehen, die nicht im Selbstmitleid, nicht in der Erschöpfung und nicht in der Diskussion um interne Fragen erstarrt, sondern den Willen hat, sich auf den Weg zu machen. Licht und Salz sein – mitten in unserer Gesellschaft! Der Künstler Gustav Troger hat mir als Haltegriff in den Bischofsstab eine Gewürzmühle eingebaut. Ja, wir brauchen alle die Geh-Würze, besonders in Phasen der Müdigkeit und bei lähmenden Auseinandersetzungen. Gerade als Kirche mit einer starken Pluralität haben wir den Auftrag, Einheit zu leben. Einheit zu leben! Niemand interessiert sich für den kirchenpolitischen Zank. Wir sind uns gegenseitig geschenkt! Ich bete um eine Erneuerung des Vertrauens innerhalb unserer Kirche. Wir haben unterschiedliche theologische und spirituelle Profile, Berufungen und Charismen. Beginnen wir von neuem heute damit, dem Misstrauen und dem Verdacht, der Unterstellung und der Geringachtung der anderen Überzeugung oder Position ein klares Nein entgegen zu halten!
Wir müssen uns als Kirche „neu wagen“, uns aussetzen – uns nicht in eine spirituelle Sonderwelt flüchten. Wir dürfen unsere Gesellschaft in ihrer Turbulenz und Nervosität heutigen Lebens nicht allein lassen. Wir haben nur diese eine Welt mit ihrer überwältigenden Vielfalt von Leben, von Kulturen, Geschichten und Milieus – und gleichzeitig mit ihrer bedrängenden Vielfalt von Leid, Unrecht und Verworfenheit. Aber es ist diese eine Schicksalsgemeinschaft, in die wir als Kirche eingeschrieben sind. Als Gläubige müssen wir ein Plus an Vertrauen und Zuversicht einbringen. Lassen wir uns nicht von Ängsten manipulieren und fehlleiten! Ich grüße ganz herzlich alle zahlreich anwesenden Vertreter/innen des öffentlichen Lebens – alle, die in politischen, sozialen und kulturellen Belangen in unserem Land Verantwortung übernommen haben. Stellvertretend für viele erwähne ich die Landeshauptleute von Steiermark und Tirol, sowie die Bürgermeisterin der Stadt Innsbruck. Herzlichen Dank für die freundlichen Grußworte, die Unterstützung der von mir vorgeschlagenen Sozialprojekte und für die „brauchbaren“ Geschenke.

Mein Auftrag als Bischof ist es, unsere Wahrnehmung immer wieder auf Jesus zu richten, der sich ganz in unsere Welt hinein begeben hat. Er war menschlich nahe und angreifbar – damit hat sich Gott selbst verwundbar gemacht. Am deutlichsten sichtbar in der gewaltsam geöffneten Seitenwunde des Gekreuzigten . Seit 1796 ist das Land Tirol dem Herzen Jesu geweiht. Diese traditionelle Frömmigkeit hat das Potential für eine neue Vitalität. Dazu müssen die Kruste des Kitsches und die Kruste einer übertriebenen nationalen Aufladung entfernt werden. Wenn uns das gelingt, sind wir mit dem geöffneten Herz-Jesu in einer wirksamen Schule von Gottes Barmherzigkeit. Das verwundete Herz Gottes macht uns nämlich berührbar für die vielen, die in ihrem Leben zu kämpfen haben – für die verzweifelt Trauernden, die Enttäuschten, die Verbitterten, die sozial Benachteiligten, die Fremden und Heimatlosen. Nicht zu vergessen die seelisch Vereinsamten und im Herzen obdachlos Gewordenen. Eine Spiritualität des Herzens lehrt uns auf den Herzschlag Gottes zu achten. Das Herz Jesu schlägt für alle!

Wir haben uns aufgrund der geringen Anzahl von Sitzplätzen in der Domkirche für die Olympiahalle entschieden. Vielleicht ein Zeichen zum Aufbruch. Hier finden Konzerte und alle möglichen sportlichen Wettkämpfe statt. Wir wollen uns als Kirche weder in den Sakristeien, noch in den Barockräumen verstecken – so wunderschön und wertvoll die barocken Sakralräume unseres Landes sind! Wir möchten an den pulsierenden Orten unserer Zeit mit möglichst vielen Menschen den Schatz unseres Glaubens teilen! Das ist Evangelisation, nicht Propaganda, sondern Freude an der Begegnung mit der Achtsamkeit und Kraft des Glaubens. Ich danke dem großen Vorbereitungsteam unter der Leitung des bisherigen Diözesanadministrators und nun Bischofsvikars Jakob Bürgler. Ihr habt es möglich gemacht, dass wir dieses „Fest des Glaubens“ für und mit allen feiern konnten. Behalten wir uns den Mut, in neue Lebensräume zu gehen, um auf die Gottessehnsucht unserer Zeit zu antworten!

Mein Auftrag als Bischof ist es, das Volk Gottes zu leiten. Es entfaltet erst dann seine Lebendigkeit, wenn möglichst viele die Zuschauerränge verlassen und sich mit ihren Charismen selbst ins Spiel bringen. Es ist das Spiel Gottes, das Spiel des von ihm geschenkten Lebens, das uns ergreift und nicht als Zuseher draußen lässt. Wir haben das soeben in der Eucharistiefeier erlebt. Die Kommunion, die wir empfangen haben, drängt uns, sie mit jenen zu teilen, die an den Rand des Spielfeldes oder auf die Straße der Verlierer gedrängt wurden. In unserem Alltag, in der unmittelbaren Nachbarschaft und unter den Arbeitskollegen sind wir als „Kommunion-Helfer“ gefragt! Kirche gibt es nur als eine solidarische Gemeinschaft und in einer Verbundenheit, die weit über die institutionellen Grenzen hinausreicht. In der ökumenischen Tradition Tirols, die ich gerne aufgreife und verstärke, grüße ich herzlich die Schwestern und Brüder der anderen christlichen Kirchen. Mit besonderer Wertschätzung die Vertretung der israelitischen Kultusgemeine und alle Repräsentanten anderer Religionsgemeinschaften, die heute mit uns sind. Uns verbindet mehr als uns trennt. Ebenso grüße ich alle jene, die zu uns als Kirche auf eine ablehnende Distanz gegangen sind oder den Glauben unserer Gemeinschaft nicht teilen können. Ich bete darum, dass wir in einer respektvollen Beziehung bleiben und einander den Dienst kritischen Fragens leisten.

Mit dem Motto „aufbrechen“ wurde 2014 das 50-jährige Diözesanjubiläum begangen. Den damals begonnenen Erneuerungsprozess der immer noch jungen Diözese möchte ich gerne aufgreifen und fortsetzen. JETZT ist es Zeit, mit Freude auf Gottes Ruf zu antworten. Also: Geht, heilt und verkündet!

Ich danke Euch und Ihnen allen von Herzen und erbitte für uns und für alle, die mit uns verbunden sind, den Segen Gottes!

+Hermann Glettler

Der Innsbrucker Bischof Hermann Glettler am Tag seiner Bischofsweihe


Foto Bischof Glettler (c) Diözese Innsbruck


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Lesermeinungen

 marguerite 10. Dezember 2017 

@schlegl: stephansdom

irre ich mich, oder gibt es nach der hl. messe im rahmen des "friedensgebets" (medjugorje) im dom jeweils eucharistische anbetung (mit ebensolchem segen?)?


0
 
 Sefa 7. Dezember 2017 
 

@antony wg. Olympiahallenkritiker

Auch Christus war sehr pragmatisch, um nicht zu sagen unkonventionell, in der Wahl seiner "Auftrittsorte"...
;-)


0
 
 priska 6. Dezember 2017 
 

Msgr.Schlegl

Danke Ihnen.


0
 
 SCHLEGL 6. Dezember 2017 
 

@priska

Sie meinen wohl den LEIB Christi,also die Spendung der heiligen Kommunion.Ich habe die Übertragung nicht gesehen und weiß daher nicht, wie viele Priester und Diakone anwesend waren. Bei 8000 Gläubigen bräuchte man ungefähr 80 Priester/Diakone/Helfer zur Kommunionspendung .Das ist eine Frage der Organisation.
Tatsache ist, dass Kommunionhelfer NUR dann zum Einsatz kommen, wenn die Anzahl der Priester/Diakone NICHT ausreichend ist.
Sie könnten aber in der Diözese Innsbruck anfragen.Msgr. Franz Schlegl


1
 
 Zeitzeuge 6. Dezember 2017 
 

Lieber Federico!

Bei uns (Kleinstadt) fing es bereits 1966
an "zu bröckeln", aber "das neue Pfingsten" verbunden mit "menschlichen Erleichterungen", das waren damals die großen Schlagwörter, ging nicht vom Kirchenvolk, sondern vom Klerus aus,
immer mit Berufung auf das Konzil!

Je verarmter die Liturgie gestaltet wurde, um so mehr kam ein unverhohlener "Progressismus" zum Vorschein, der glaubenszersetzend arbeitete und weiter
hier "das Sagen" hat!

Bei Priestern und Gläubigen, die dem klassischen Ritus verbunden sind, habe ich noch keine eigentlichen Häresien vernommen, ja, das Gesetz des Betens ist das Gesetz des Glaubens, auch heute!

Im Regelfall, wenn auch nicht immer, geht eine Animosität gegenüber dem klassischen Ritus Hand in Hand mit einem
theologischen "Progressismus"!

Nein: Nicht die Zeiten, sondern die Verantwortlichen in der Kirche haben sich größtenteils geändert seit 50 Jahren und mit Ihnen der größte Teil des Kirchenvolks!

Allein den Betern kann es noch gelingen!


4
 
 priska 5. Dezember 2017 
 

Msgr.Schlegel ich hätte eine Frage an Sie.

Bei der Bischofsweihe waren sehr viele Priester,warum haben die Kommunionhelfer den Laib des Herrn ausgeteilt und nicht die Priester .


1
 
 Montfort 5. Dezember 2017 

@sartone - Gott "angreifbar"

Zu ihrer Frage:

1 Joh 1,1: "Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir geschaut und was unsere Hände angefaßt haben, das verkünden wir: das Wort des Lebens." (Einheitsübersetzung)

"Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens" (Elberfelder Übersetzung)

Bibelfest dürfte Bischof Glettler wohl sein.


3
 
 Federico R. 5. Dezember 2017 
 

@Gandalf - Mit Ihrem Hinweis ...

... auf „häretische Religionslehrer und unfromme Pastoralassistenten“ haben Sie in leider zu vielen Fällen völlig recht. Unsere Bischöfe müssten das eigentlich auch schon längst erkannt haben und dementsprechend gegensteuern. Aber seltsamerweise scheint ihnen dazu irgendwie der Mut oder die Kraft oder beides zu fehlen. Um zum Ausgangspunkt dieser Diskussion hier zurückzukommen: Was ist speziell dazu wohl aus Innsbruck
zu erwarten?


4
 
 Federico R. 5. Dezember 2017 
 

@Schlegl - Niemand wurde gezwungen – Teil 2

In Erinnerung habe ich eine aktiv mitbetende, mitfeiernde und irgendwie sehr homogene Gemeinschaft. Zehn, zwölf Jahre nach dem Liturgiewechsel begann es schon zu bröckeln bis hin zum heutigen traurigen Zustand. Und weil’s gerade in die Zeit passt: die damals im Advent üblichen Engelämter erfreuten sich großer Beliebtheit, und niemandem kamen sie etwa unlogisch vor. Das mussten erst die Theologen feststellen.
Zweitens: Niemand wurde damals zum Messbesuch gezwungen, alle kamen sie freiwillig – sogar wir Messdiener. Die Frage nach Gehorsam/Ungehorsam hatte sich damals gar nicht erst gestellt.
Ja, ich weiß: die Zeit war eben eine andere. Und ich scheine mich zum hoffnungslosen Nostalgiker zu entwickeln. Selber schuld, werden Sie vielleicht sagen. Vielleicht mögen Sie sogar rechthaben - irgendwie.


3
 
 Federico R. 5. Dezember 2017 
 

@Schlegl - Niemand wurde gezwungen – Teil 1

Die Liturgien orthodoxer Gemeinschaften verbinde ich gedanklich mit vielfachen Kreuzzeichen, brennenden Kerzen, wohlklingenden Gesängen, Weihrauchduft etc., also mit großer Festlichkeit. Begriffliche Unterscheidungen waren mir bislang nicht geläufig. Dank für Ihren diesbezüglichen Hinweise. Zwei Anmerkungen will ich dennoch machen.
Erstens: In meiner Erinnerung gab es im alten Ritus in meiner Pfarrei auch wochentags nur selten stille Messen; ansonsten wurde viel gesungen, fast immer mit Orgelbegleitung; sodann in Latein die liturgischen Anreden des Priesters ans Volk ("Dominus vobiscum" etc.) und die entsprechenden Entgegnungen ("Et cum spiritu tuo" etc.). Die Messen waren gut besucht, an Werktagen deutlich mehr als heute bei nur noch einem Sonntagsgottesdienst (damals drei).


3
 
 Zeitzeuge 5. Dezember 2017 
 

Buchempfehlung: Die alte Kirche ist mir lieber!

Stammt nicht von den "bösen" Piusbrüdern,
sondern vom hochbetagt verstorbenen früheren Ausgburger Weihbischof Max Ziegelbauer!

Wo die eigentlichen Häretiker und Schismatiker sitzen und lehren habe ich schon oft hier gesagt, allein der Verweis auf den heutigen "kath.(?)" Religionsunterricht spricht Bände,
das kann ich als mehrfacher kath. Familienvater aus leidvoller Erfahrung
berichten!

Ich bin kein vorbehaltloser Anhänger der Piusbruderschaft, was aber manifeste Häretiker betrifft, welche die Gläubigen verwirren, sind diese ganz sicher nicht bei den Piusbrüdern und ihren Anhängern zu finden!

Wieso von Rom so gut wie niemals ernsthaft etwas gegen die eigentlichen Irrlehrer unternommen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis!

Allein den Betern kann es noch gelingen!


9
 
 Kostadinov 5. Dezember 2017 

@Gandalf

da würde ich mich anschliessen. Wenn kath. Pfarreien z.B. im Allgäu zu Reformationsfeiern einladen, dann können nicht die paar Piusse das grösste Problem der kath. Kirche sein


3
 
 SCHLEGL 5. Dezember 2017 
 

@Federico R.

Da ist ein wenig Nachhilfeunterricht erforderlich! Ich zelebriere KEINE FEIERLICHEN ORTHODOXEN GOTTESDIENSTE, sondern feierliche Liturgien im BYZANTINISCHEN RITUS, der sowohl den Orthodoxen, als auch die Griechisch KATHOLISCHEN eigen ist!
Die Norm des lateinischen Ritus war unsinnigerweise vor dem Konzil die "stille Messe". So etwas gibt es in den Ostkirchen überhaupt nicht! Ferner war der außerordentliche Ritus ausschließlich in LATEINISCHER SPRACHE zelebriert,während die byzantinischen Ostkirchen für den Gebrauch der Landessprachen eintreten! Dies tat auf dem II. Vaticanum unter anderem auch Patriarch Maximus IV Saigh.
Zu vergleichen ist das feierliche Hochamt mit Weihrauch im ordentlichen Ritus, mit der Göttlichen Liturgie im byzantinischen Ritus. Ich zelebriere beides und brauche daher keinen Rückgriff auf die verengte Sicht der von Ihnen erwähnten traditionalistischen Gruppe, die keine Ahnung von der Praxis des 1.Jahrtausends hat und außerdem Rom ungehorsam ist!Msgr.Franz Schlegl


0
 
 Gandalf 5. Dezember 2017 

@Federico

Ad FSSPX: Die Piusbrüder sind wohl unser kleinstes problem in der katholischen Kirche. Da beschäftigen mich eher häretische Religionslehrer und unfromme Pastoralassistenten.


6
 
 Federico R. 5. Dezember 2017 
 

@Schlegl - Meine ganz persönliche Einstellung ...

... zu FSSPX: In der formalen Beurteilung dieser Gemeinschaft, die sicher zu Unrecht als „abtrünnig“ bezeichnet wurde, kann ich dem „Leider-nicht-mehr“-Glaubenspräfekten Kard. Müller durchaus folgen. Aus spiritueller Perspektive findet FSSPX bei mir jedoch zunehmendes Verständnis, weil sie vor allem in Bereich Eucharistie/Liturgie, der Herzkammer katholischer Frömmigkeit, die Authentizität der r.-k. Kirche bewahrt hat und damit sehr wahrscheinlich für die Zukunft unserer Kirche noch von Bedeutung sein wird. Gegenwärtig scheint es besser zu sein, wenn die FSSPX ihre Eigenständigkeit bewahrt.
Msgr. Schlegl, was mich ein wenig verwundert: Müssten Sie als Zelebrant feierlicher orthodoxer Gottesdienste nicht etwas mehr Verständnis für FSSPX aufbringen? Ich selbst habe noch als Mini das „Ad Deum, qui laetificat juventutem meam“ mitgebetet. Seit dem abrupten Ende der alten Liturgie habe ich nie mehr eine Messe im heute „außerordentlichen“ Ritus erlebt. Wo ist das spalterische Potential?


4
 
 Reflector 5. Dezember 2017 
 

Ergänzung zu Schlegl

Die Stellung der Kathedra im Scheitel der Apsis war auch im "alten" - vorkonziliaren - Caeremoniale Episcoporum als erste der beiden denkbaren Varianten vorgesehen. Dort fand sich auch der Hinweis, dass das Allerheiligste nicht auf dem Zelebrationsaltar von Bischofskirchen aufbewahrt werden sollte (et ideo non incongruum, sed maxime decens esset ut in altari, ubi sanctissimum Sacramentum situm est, Missae non celebrarentur).


2
 
 SCHLEGL 5. Dezember 2017 
 

@benedetto05

Die von Ihnen geforderte theologische Begründung ist zunächst einmal historisch!
In romanischen Kirchen stand der Altar bereits frei,an der Apsiswand stand der Sitz des Bischofs/des Priesters.Der Tabernakel (Sakramentsnische)befand sich links vom Altar in einer Mauernische.Der Grund dafür liegt vermutlich darin,dass die Realpräsenz Christi erst durch die Konsekration in die Mitte der Gemeinde "geholt" werden sollte,also eine Verdoppelung der Gegenwart des Herrn vermieden werden sollte.Die eucharistische Anbetung kam erst im späten Mittelalter auf und fand in der Barockzeit ihren Höhepunkt.
In der Konstruktion der Bischofskirche soll, wie Josef A. Jungmann in seinem Buch "Missarum sollemnia" geschrieben hat, ÄLTESTES Liturgiegut erhalten bleiben.
Übrigens ist P. Franziskus nicht MEIN, sondern UNSER Papst!
Marcel Lefebvre hat die Konzilsdokumente unterschrieben u.später eine Spaltung verursacht.JP II. hat scharfe Maßnahmen gegen ihn/seine Gruppe ergriffen,obwohl sie uns Brüder sind!


0
 
 st.michael 4. Dezember 2017 
 

Abwarten

Wieder jemand der "aufbricht", "Bruecken baut", "Dialog" sucht und bestimmt "tolerant" ist.
Davon gibt es seit Jahrzehnten schon so viele, bewirkt hat es kaum etwas.
Aber wenn man sieht wie "Rom" mit Glaubenstreuen umgeht, sind die Aeusserungen des Bischofs verstaendlich, er moechte seinen Posten ja noch etwas behalten.
Mal sehen wie er sich entwickelt.


9
 
 SCHLEGL 4. Dezember 2017 
 

@Federico R./@christine.klara.mm

Da irre ich mich bestimmt nicht! Mit der Promulgation des neuen Messbuches (ordentliche Ritus) wurde in den Durchführungsbestimmungen EINDEUTIG verordnet,dass in Hinkunft die Zelebration vor dem AUSGESETZTEN ALTARSAKRAMENT untersagt ist! Und zwar wegen der unsinnigen Verdoppelung! Christus ist sakramental bereits vor der Gemeinde, wenn er nochmals in der Wandlung gegenwärtig wird, das ist doch unlogisch.Da hat ihr früherer Pfarrer wirklich Ungehorsam gezeigt! Ebenso wurde ein SAKRAMENTALER SEGEN nach dem Ende der Messe verboten, weil ein Großteil der Gemeinde Christus in der Kommunion empfangen hat und in sich trägt.Mein alter Pfarrer in Währing hat auch am sakramentalen Segen nach der Auferstehungsliturgie festgehalten, ich habe ihn natürlich nicht gehindert, im Stephansdom ist dies streng untersagt!
@christine :Die Kathedra des Bischofs war immer in der Mitte, hinter dem Altar (auch in den Ostkirchen), erst im Barock ist die Kathedra an die Seite gerückt.


2
 
 christine.klara.mm 4. Dezember 2017 
 

ff

Selbstverständlich wird die Monstranz mit dem Ausgesetzten Allerheiligsten Herrn und Gott Jesus Christus vor einer Eucharistiefeier in feierlicher Einsetzung wieder im Tabernakel verborgen.Allein das brennende Öllicht im roten Glas verkündigt uns dann Seine Heilige Gegenwart.Von Weitem sogar.
Ich persönlich finde es traurig in einer mir noch unbekannten Kirche erst einmal auf die Suche gehen zu müssen um dann wie bei den Schotten in Wien festzustellen,daß es IHN dort gar nicht mehr gibt.Später,vielleicht,entdeckt man die eigene Sakramentskapelle.Wenn sie gerade geöffnet ist.Weiters ist es furchtbar traurig,daß man diese Sakramentale Gegenwart vor Angriffen schützen muß. (?).Der Mensch schützt Gott,welch eine Umkehr der Realität.
Einmal gestorben strirbt ER nicht mehr.
Maria und Josef hatten allein diese Aufgabe,für den unmündigen Knaben in der Zeit.Später rügte der GottMensch Petrus ungeheuer scharf dafür und wies Satan hinter Sich.
Über Gottes Zulassungen nachzusinnen hat kein Ende.


5
 
 sartone 4. Dezember 2017 
 

Ich finde es interessant, dass der Bischof meint, Gott mache sich angreifbar durch die Inkarnation.
Das ist eine Theologie, die ich in meinem gesamten Werdegang als Theologe noch nie gehört habe. Ich erinnere mich vage, dass mal jemand sagte, Gott könne nicht leiden, sondern nur mit-leiden. Inwiefern Gott sich "angreifbar" macht, würde mich da sehr interessieren.


4
 
 Federico R. 4. Dezember 2017 
 

Verehrter Msgr. Schlegl,

... bis vor ein paar Jahren wurde beim Rorate in unserer Kirche noch vor dem ausgesetzten Allerheiligsten die Messe gefeiert, und zwar von unserem als gemäßigt progressiv bekannten, mittlerweile verstorbenen Pfarrer. Das ist seit ein/zwei Jahr abgeschafft. Aber immerhin brennt noch das Ewige Licht als Zeichen für die permanente Gegenwart des Herrn in SEINEM Haus. Jesus Christus ist also immer gegenwärtig, auch beim Einzug des Altardienstes und nach dessen Auszug.
Wahrscheinlich sind Sie etwas älter als ich; da müssten Sie ja auch noch die stimmungsvollen adventlichen Engelämter kennen. Als mini-Ministrant war ich noch dabei. Wir hatten damals sogar noch in Kreuzform vor dem Hochaltar gedient. War eigentlich alles sehr schön und herzerwärmend, und kein bisserl häretisch. Auch heute könnte ich keinerlei Häresie ausmachen. Ob Sie sich da nicht ein wenig irren? Ich würde mit Saint-Exupéry sagen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut.“ Zu Ihrer Beruhigung: Bin kein FSSPX-Anhänger.


7
 
 christine.klara.mm 4. Dezember 2017 
 

Tabernakel - Priesterhostie - kleine Hostien : Gegenwart Christi

Der Dreifaltige Gott ist EINER
und die Zweite Göttliche Person ist EINER und Gott Heiliger Geist ist EINER, und alle Drei Personen sind DER EINE.
Auch der Auferstandene GottMensch wie bereits der unter uns im Fleische Weilende war/ist unvermischt EINER.
Ob im Tabernakel inmitten des Hochaltares, oder wie im Tabernakel des Wr.Neustädter Altares,oder wie bei Maria Pocz; dann als große Priesterhostie nach der Konsekration auf der Patene und als die vielen kleinen Hostien im Hostienkelch die nicht hochgehoben werden bei der Elevation wie allein die große Priesterhostie:ganz unzerteilt und überhaupt nicht vervielfältigt ist a l l e i n Jesus der Christus gegenwärtig. Wenn dem nicht so wäre müßten ja auch die vielen kleinen Hostien als absolut unkatholisch gewertet werden.
Dafür ist es aber jetzt möglich den Bischofssitz anstelle des mittigen Tabernakels eines geweihten Hochaltares zu plazieren.
Ich hoffe nicht verurteilt zu werden durch meine Beschreibung.


6
 
 SCHLEGL 4. Dezember 2017 
 

@ priska

Da ist wieder etwas falsch!
Natürlich ist in jedem Tabernakel die wirkliche Gegenwart (Realpräsenz) des Herrn unter der Gestalt des Brotes gegeben! Aber der Tabernakel MUSS nicht in der Mitte sein, er war es auch bis in die Barockzeit nicht!
Schon nach altem Recht vor dem II. Vaticanum DURFTE in einer Bischofskirche (Kathedrale) der Tabernakel NIEMALS am Hauptaltar in der Mitte angebracht sein. Darum macht man im Stephansdom im Mittelschiff eine Verbeugung, im linken Schiff macht man aber eine Kniebeuge, weil im so genannten Wiener Neustädter Altar das Allerheiligste Sakrament aufbewahrt wird. Ebenso im rechten Seitenaltar hinten(Maria Pocz), wo es auch einen Tabernakel gibt.Ich hoffe Ihnen jetzt Klarheit verschafft zu haben!Msgr. Franz Schlegl


3
 
 Federico R. 4. Dezember 2017 
 

@priska

Vergelt’s Gott, Priska. Die Ironie in Ihrem jüngsten Kommentar springt ja förmlich ins Auge. Was Sie hier darlegen, entspricht dem vielgepriesenen „Geist des Konzils“. Schon gleich nach Konzilsende wurde ja damit begonnen, das Tabernakel irgendwohin an den Rand zu verbannen und die wundervollen Rorateämter vor dem ausgesetzten Allerheiligsten abzuschaffen. Von manchen Konzils-Geistlichen wird das dort, wo‘s bislang noch üblich war, ziemlich schnell und ohne Rücksicht auf Verluste abgeschafft, wenn sie eine neue Pfarrstelle antreten (selbst erlebt). Ich hoffe doch sehr, dass der neue Bischof nicht sooo gepolt ist. Oder doch?


6
 
 Federico R. 4. Dezember 2017 
 

Dass rd. 7000 Teilnehmer angemeldet waren, ...

... ist schon beachtlich. Ich schließe mich gerne den guten Wünschen für Bischof Glettler an und erhoffe für das Bistum Innsbruck ein segensreiches Wirken. Auch für ihn gilt, schon jetzt und erst recht am Ende seines Wirkens, der Satz aus Mt 7,16 (im Kontext mit Mt 7,15+17): „An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen.“ Ich denke, dass in nächster Zeit noch einiges von ihm zu hören sein wird.
Ob sich Papstmessen so ohne weiteres mit einer Bischofsweihe vergleichen lassen? Ich bin der Meinung, dass Bischofsweihe und Kathedrale zusammengehören, wie räumlich klein so ein Dom auch sein mag. Vielleicht macht Innsbruck fortan sogar Schule? In Würzburg, wo in nächster Zeit ein ähnliches Ereignis ansteht, könnte man sich ja schon mal Gedanken machen. Wie wär‘s mit der s.Oliver Arena? Allerdings verfügt diese Multifunktionshalle leider nur über 4756 Plätze – unbestuhlt. - Aber man sollte bei all dem nicht jenes Jesus-Wort vergessen: „Viele sind berufen, wenige aber auserwählt.“ (Mt 22,14)


4
 
 priska 4. Dezember 2017 
 

Werter Herr Msgr. Schlegl ich danke Ihnen für ihre Aufklärung und will mich für meine Unwissenheit entschuldigen ,ich bin leider nur eine ungebildete Hausfrau und habe es leider nicht Studiert ..ich habe immer geglaubt das in jedem Tabernakel Jesus Christus als wahren Gott und Mensch zugegen ist .Habe auch nie verstanden weshalb die Menschen wenn sie die Kirche betreten nicht mehr ein Kreuzzeichen und eine Kniebeuge machen,jetzt weiß ich es ..Danke.


4
 
 Zeitzeuge 4. Dezember 2017 
 

Moderne "Kunst"?

Ephraim Kishon, der auch ein Diplom als Kunsthistoriker hatte, dazu:

"Ich glaube nicht, daß die moderne Kunst Gaukelei ist, ich weiß es!"

Im sakralen Raum kann aus der Gaukelei
sogar Blasphemie werden, zumindest wurden schon viele, alte Kirchen durch
"moderne Kunstwerke" objektiv verschandelt!

Literatur:

Kishon: Picassos Rache

Hans Sedlmayr: Verlust der Mitte
dto. Die Revolution der
modernen Kunst,

Es ist eines der Zeichen unserer Zeit, daß die Diktatur des Häßlichen Einzug
in den sakralen Bereich gehalten hat,
egal wer sie produziert oder protegiert!


9
 
 padre14.9. 4. Dezember 2017 

"Angesichts der Gefahr einer generellen Bürokratisierung aller Lebensbereiche "

Dank an Bischof Glettler. Gute Rede.
Ja die Bürokratie gerade auch bei uns tötet die Liebe, die Freiheit, den Wagemut das hat uns Jesus Christus doch gerade hier auf Erden vorgelebt.


2
 
 girsberg74 4. Dezember 2017 
 

Grunsätzlich richtig!

@Stefan Fleischer: „Entschuldigung“

Lieber Stefan Fleischer,
es war sicherlich sinnvoll, dass Sie auf Msgr. Schlegels Aufmerksamkeit so reagiert haben und ich kritisiere auch nicht Msgr. Schlegel.

In Ihrer generellen Beobachtung jedoch liegen Sie meiner Ansicht nach richtig, denn sonst bleiben zuletzt nur noch die Sandalen des „historischen Jesus“


7
 
 priska 4. Dezember 2017 
 

anthony

Einerseits haben Sie ja recht,anderseits habe ich schon meine bedenken,aber es ist eine Weihe und nicht eine Messe..bei den anderen Bischöfen hat es auch geklappt in einen Dom zu feiern ,ist wieder was neues,und in Zukunft wird es soweit kommen das man keine Kirchen mehr braucht um Festlichkeiten zu feiern ..die Kirchen zusperren weil fast keiner hineinschaut ,ist ja auch schon der Fall ,aber Gestern war das Evangelium wo Jesus Christus sagt seit wachsam..Ich wünsche das dem neuen Bischof das er wachsam ist ,und die Tradition der Heiligen Katholischen Kirche behütet ,und sich nicht dieser Welt angleicht sondern Jesus Christus an erster Stelle setzt ..Aber wir werden sehen , er ist erst kurze Zeit Bischof ,auf alle fälle wünsche ich ihm alles gute und Gottes reichen Segen.


7
 
 mphc 4. Dezember 2017 

Aus eigenem Erleben weiß ich,

dass der neue Bischof ein tiefes Fundament hat.
Seien wir froh, dass er auf innovative Weise vielen Menschen eine neue Heimat in der Kirche bietet.


3
 
 antony 4. Dezember 2017 

An die "Olympiahallenkritiker" Federico R. und priska:

Ich erinnere, dass auch Helige Päpste (wie JP II) bei Weltjugendtagen und Großveranstaltungen die Messe nicht in der Kathedrale, sondern in Sporthallen, auf dem freien Feld oder anderen nicht-geweihten Orten gefeiert haben. Weil sonst nämlich die allermeisten hätten draußen bleiben müssen.

War in Innsbruck genauso. 8000 Teilnehmer, 750 Plätze im Dom.


6
 
 Federico R. 4. Dezember 2017 
 

Schlussendlich ...

... hätte ich doch gerne noch erfahren, ob Bischof Glettler vielleicht gar daran denkt, wegen eines etwaig zu erwartenden Zustroms seine Zelebrationen künftig statt in der platzmäßig bescheidenen Bischofskirche nunmehr in diversen Sporttempeln abzuhalten. Wäre höchst innovativ! Man könnte dann anschließend attraktiverweise (oder alternativ?) im Dom zum Mittagessen einladen – ein Event jagt das andere!
Übrigens: Wir in Deutschland wären schon froh, wenn unsere Kathedralen und Kirchen an ganz normalen Sonntagen – außer an Weihnachten natürlich - wenigstens zur Hälfte gefüllt sein würden. Sollte Innsbruck wirklich zum Erfolgsmodell werden, könnte man es ja auch bei uns mal versuchen. Es ist lediglich noch eine Frage zu klären: Geht man damit in die Mitte der Gesellschaft oder, um mit dem Papst zu sprechen, an deren Ränder?


2
 
 Federico R. 4. Dezember 2017 
 

„Gerade als Kirche mit einer starken Pluralität ...

... haben wir den Auftrag, Einheit zu leben." Wie das denn? Wünscht nun auch der neue Innsbrucker Bischof die Quadratur des Kreises? Wenn man erfährt, wie viele heutzutage überhaupt noch an die leibliche Auferstehung Christi und an das ewige Leben glauben und sich paradoxerweise trotzdem Christen nennen, gleicht Glettlers Aufforderung in sich schon irgendwie einem Kunststück.
Gleichzeitig distanziert Glettler sich von sog. Herz-Jesu-„Kitsch“ - ohne allerdings zu sagen, was genau er darunter versteht. Gehört für den nunmehrigen Künstlerbischof etwa auch jene inzwischen weltweit verbreitete Darstellung vom barmherzigen Jesus in diese Kategorie - so wie die hl. Faustina Kowalska Jesus in ihren mystischen Begegnungen gesehen hatte und nach deren Schilderungen das Bild von einem polnischen Kunstmaler geschaffen wurde? Ich kenne Leute, die das Bild als „kitschig“ abtun. (Trotzdem hat es seinen festen Platz in unserem Haus.)


9
 
 Gandalf 3. Dezember 2017 

Gute Rede des neuen Bischofs!

"Niemand interessiert sich für den kirchenpolitischen Zank" und "Mein Auftrag als Bischof ist es, unsere Wahrnehmung immer wieder auf Jesus zu richten" - Zwei wichtige Sätze!


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 Stefan Fleischer 3. Dezember 2017 

Entschuldigung

Msgr. Schlegel hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass mein Beitrag als Angriff auf die Person von Bischof Glettler verstanden werden könnte. Das war absolut nicht meine Absicht. Auf keinen Fall wollte ich ihm in irgendeiner Form mangelnden Glauben unterstellen. Mir ging und geht es nur darum, eine meist ganz unbewusste und meines Erachtens gefährliche Tendenz, den Begriff Christus wo möglich auszublenden, aufzuzeigen. In unserer Zeit, wo der Glaube immer mehr schwindet, scheint es mir wichtig, "die Sprache des Glaubens" zu verwenden um die Botschaft Christi deutlich von irgendwelchen Heilsideologien abzugrenzen.


8
 
 Stefan Fleischer 3. Dezember 2017 

Ganz persönlich

"Mein Auftrag als Bischof ist es, unsere Wahrnehmung immer wieder auf Jesus zu richten." sagte der neue Bischof. Nach meiner persönlichen Meinung wäre es noch wichtiger, diese Wahrnehmung auf Christus, den Herrn, unseren Erlöser zu richten. Diese Sicht unseres Glaubens kommt heute eindeutig zu kurz. Dabei ist sie - immer nach meiner persönlichen Meinung - die entscheidendere. "Was nützt es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, sich aber nicht vom Kreuz Christi die Erlösung aus Sünde und Schuld schenken lässt?" Mich persönlich erinnert das offene Herz Jesus immer wieder daran, "um welch teuren Preis ihr erkauft seid". (vgl z.B. 1.Kor 7,23 und 1.Petr 1,18)


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