Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:








Top-15

meist-diskutiert

  1. Petrusbruderschaft muss Dijon verlassen
  2. „Es ist nicht Aufgabe der Deutschen, die Ungarn politisch zu erziehen!“
  3. (K)eine Lebensschutzerklärung der Deutschen Bischofskonferenz?
  4. Ist Joe Biden exkommuniziert?
  5. "Herr Bischof, Sie sind ein Schreibtischtäter und haben kein Herz für ungeborene Kinder!"
  6. Papst: Pandemie zwingt zur Entscheidung zum Guten oder zum Bösen
  7. „Schon seit Wochen greifen bischöfliche ‚Mitbrüder‘ Kardinal Woelki öffentlich an“
  8. Woelki: „Es geht um Verantwortung. Und die übernehme ich, indem ich …“
  9. Neue Katechesenreihe: der Brief an die Galater
  10. Produktname ‚Afrika’ für Kekse ‚rassistisch’: Bahlsen muss Kekssorte umbenennen
  11. Menschenverachtung in Gottes Namen
  12. Vatikan äußert Bedenken gegen Anti-Homophobie-Gesetz in Italien
  13. Wiener Ordensspitäler: Corona-Impfpflicht für alle Mitarbeiter-Neueintritte
  14. Neuer Franziskaner-Provinzial plädiert für offene Klöster
  15. Bitte unterstützen Sie kath.net via AmazonSmile-Programm

Beiruter Erzbischof: „Wir wollen die Wahrheit über die Explosion wissen”

18. Oktober 2020 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Anfang August erschütterte eine schwere Explosion die libanesische Hauptstadt Beirut. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben.


Wien-München (kath.net/KIN)

Anfang August erschütterte eine schwere Explosion die libanesische Hauptstadt Beirut. Mehr als 200 Menschen kamen ums Leben. Vor allem im Stadtviertel, in dem viele Christen leben.  Über das Ausmaß der Zerstörung, die Solidarität unter den Libanesen und die Hilfe der Kirche sprach das weltweite katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ mit dem maronitisch-katholischen Erzbischof von Beirut, Paul Abdel Sater. Die Fragen stellten Maria Lozano und Mark von Riedemann.

 

Herr Erzbischof, am 4. August 2020 gab es am Hafen eine gewaltige Explosion. Wo befanden Sie sich zum Zeitpunkt der Explosion? 
Ich war in meinem Büro. Ich hörte den Lärm nicht, aber ich spürte die Druckwelle, die Welle heißer Luft, die durch das zerbrochene Fenster hineinkam. Ich sah all das Glas um mich herum. Mein Schreibtisch und der Fußboden meines Büros waren mit Glasscherben bedeckt. Die Tür war herausgedrückt worden. Das ganze Büro war stark beschädigt: keine Türen mehr, keine Fenster, nichts. Alles kam herunter.


Ein älterer Priester hatte Verletzungen im Gesicht. Ein Angestellter in der ersten Etage wurde vier Meter weit weggeschleudert. Eine große Tür fiel auf ihn und brach ihm die Rippen und den Schädel. Gott sei Dank ist er am Leben. Wir haben aber leider einen Angestellten in einem anderen Gebäude verloren. Er wurde durch die Explosion getötet.

Die schlimmsten Schäden traten im christlichen Stadtteil auf. Warum wurde es besonders stark getroffen?
Weil die Christen in dem Viertel wohnen, das am nächsten am Hafen liegt. Sie kamen in der Vergangenheit aus den Bergen und ließen sich rings um den Hafen nieder, um dort zu arbeiten. Daher ist das Gebiet überwiegend von Christen bewohnt.

Wie würden sie das derzeitige emotionale Klima beschreiben?
An den Tagen nach der Explosion dankten die Menschen Gott, dass sie noch am Leben waren. Aber sie waren auch traurig, weil sie geliebte Menschen verloren hatten ─ und ihre Häuser. Wir haben mehr als 200 Menschen verloren, und Tausende wurden verletzt.

Die Menschen stellen sich die Frage: Warum ist das alles geschehen? Man konnte so etwas wie Wut wahrnehmen – keinen Hass, aber Wut, warum so etwas passiert ist. Jetzt sind die Leute dankbar, weil ihnen andere Menschen geholfen haben, in ihre Häuser zurückzukehren. Aber sie stellen sich weiterhin die Frage: Warum? Wer hat das getan? Wir wollen die Wahrheit wissen, besonders diejenigen, die ihre Angehörigen verloren haben, die getötet wurden oder vermisst werden.

Was tut die Kirche, um den Familien zu helfen?
Die Priester in den Pfarreien haben in den vergangenen Wochen Tag und Nacht gearbeitet. Sie besuchen die Menschen, um herauszufinden, ob jemand Hilfe benötigt. Wir bemühen uns, ihre beschädigten Häuser wiederherzustellen, und versuchen, sie mit Lebensmitteln zu versorgen, wenn es notwendig ist. Wir besuchen die Leute, die von der Explosion betroffen sind, um sie zu ermutigen. Sie möchten in ihren Häusern bleiben.

Der heilige Johannes Paul II. sagte: Der Libanon ist eine Botschaft. Wenn der Libanon nicht in der Lage ist, Lösungen für seine Herausforderungen zu finden, was sind die möglichen Auswirkungen für die ganze Region? Wie wichtig ist der Libanon für die Region?
Es ist wahr: Der Libanon ist eine Botschaft. Der Beweis dafür ist, dass am zweiten Tag nach der Explosion Menschen aus allen Teilen des Libanon kamen – Christen, Muslime, junge Menschen. Sie alle arbeiteten zusammen, um das verwüstete Gelände aufzuräumen und den Menschen zu helfen, ihre Sachen aus den zerstörten Häusern zu holen.

Wenn der Libanon das nun verliert, bedeutet das, dass der Fanatismus in dem Gebiet zunehmen wird. Und wenn es Fanatismus gibt, gibt es Zerstörung, weil die Menschen nicht die Person vor sich sehen werden. Bislang konnten Menschen, die in Freiheit leben wollten, immer in den Libanon kommen und diese Freiheit erfahren.

Traurigerweise glaube ich, dass die internationale Gemeinschaft den wahren Wert des Libanon nicht zu schätzen weiß. So etwas ist im Nahen Osten nur selten. Dies muss von der internationalen Gemeinschaft bewahrt werden.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Chris2 18. Oktober 2020 
 

Was weiß man?

Kann das Zeug als Bombengrundstoff gedacht gewesen sein (ursprünglich oder immer noch)? Immerhin gab es früher entsprechende Drohungen gegen Israel.


0

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Wer will „auf Augenhöhe“ in leere Kirchen blicken?
  2. Kirchen-Kartoffeln in Corona-Zeiten
  3. Das Verschwinden der kirchlichen Eheschließungen
  4. Altabt Henckel-Donnersmarck: "Kirche in Europa ist erschlafft"
  5. Norwegen: Arme Kirche in reichem Land

Katastrophe

  1. Erdbeben in Zagreb: Turmspitze mit Kreuz von Kathedrale gestürzt
  2. Waldbrände: Brasilianische Bischöfe fordern dringende Maßnahmen
  3. Brasilianischer Kardinal: Amazonien droht Zerstörung
  4. US-Präsident kondoliert Papst nach Brand von Notre-Dame
  5. Große kubanische Marienwallfahrt wegen des Hurrikans abgesagt

Libanon

  1. Libanon: Ein Weihnachtswunder inmitten von Hitze, Verwüstung und Tod
  2. Libanon: „Die Menschen zählen darauf, dass wir ihnen zur Seite stehen“
  3. Der Libanon in der Krise: „Wir brauchen ein Wunder“
  4. Der maronitische Pater Charbel Eid Rizkallah spricht Klartext
  5. Libanon: Junge Christen leisten Nothilfe für Überlebende der Explosion von Beirut








Top-15

meist-gelesen

  1. Menschenverachtung in Gottes Namen
  2. Kommen Sie mit - Familienwallfahrt ins Heilige Land mit P. Leo Maasburg - Oktober 2021
  3. „Es ist nicht Aufgabe der Deutschen, die Ungarn politisch zu erziehen!“
  4. Knien als Gewissenstraining - Die Champions League der Moralisten
  5. Orban: Welt steht Christen feindlich gegenüber
  6. "Herr Bischof, Sie sind ein Schreibtischtäter und haben kein Herz für ungeborene Kinder!"
  7. Papst Franziskus beruft Kardinal Müller ans Oberste Kirchengericht
  8. Petrusbruderschaft muss Dijon verlassen
  9. „Schon seit Wochen greifen bischöfliche ‚Mitbrüder‘ Kardinal Woelki öffentlich an“
  10. Woelki: „Es geht um Verantwortung. Und die übernehme ich, indem ich …“
  11. "In drei Wochen ist sie tot!"
  12. (K)eine Lebensschutzerklärung der Deutschen Bischofskonferenz?
  13. Schönborn: Im Vatikan gilt Medjugorje bereits als Heiligtum
  14. Nationaldirektor Päpstlichen Missionswerke, Wallner: Medjugorje ist der Missionshotspot für Europa
  15. „Schlussbemerkung von Overbeck ist nicht nur fragwürdig, sondern auch ziemlich populistisch - oder?“

© 2021 kath.net | Impressum | Datenschutz