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Tag der Solidarität mit verfolgten Christen in Augsburg

22. September 2022 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Das Hilfswerk „Kirche in Not“ hat am vergangenen Sonntag zum Tag des Gebets und der Solidarität mit verfolgten Christen weltweit eingeladen.


Augsburg (kath.net/pba). Das Hilfswerk „Kirche in Not“ hat am vergangenen Sonntag zum Tag des Gebets und der Solidarität mit verfolgten Christen weltweit eingeladen. Bei einer Informationsveranstaltung im Haus Sankt Ulrich erzählte der nigerianische Bischof Wilfred Anagbe von der schwierigen Lage, in der sich Christen in seinem Heimatland befänden. Im Anschluss betete er gemeinsam mit dem Augsburger Bischof Dr. Bertram Meier den Kreuzweg im Hohen Dom.

Der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland Florian Ripka verlas im Haus Sankt Ulrich zunächst ein Grußwort des Beauftragten der Bundesregierung für Religionsfreiheit Frank Schwabe. Rund 300 Millionen Christinnen und Christen lebten in Ländern, in denen sie aufgrund ihres Glaubens einem hohen Maß an Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt seien. Besonders Nigeria als das Heimatland Bischof Anagbes stehe dabei im Mittelpunkt: Die radikalislamistische Terrorgruppe Boko Haram bedrohe dort nicht nur die christliche Bevölkerung, sondern sei auch für den Tod zehntausender Muslime verantwortlich. Die deutsche Bundesregierung unterstütze eine Vielzahl an Vorhaben in dem westafrikanischen Land, doch seien diese Prozesse oft langwierig und nicht automatisch von Erfolg gekrönt.

In die gleiche Kerbe schlug auch André Stiefenhofer von „Kirche in Not“, der in einem anschließenden Vortrag die Lage der Religionsfreiheit weltweit referierte. In Nigeria treffe dabei eine äußerst brutal vorgehende Terrorgruppe auf einen zunehmend machtlos agierenden Staat. Auch andere Länder wie Mosambik, wo sich wirtschaftliche Konflikte im Norden des Landes zunehmend religiös auflüden, sowie Pakistan, wo es zu immer mehr Zwangskonversionen und -verheiratungen christlicher Mädchen und Frauen komme, standen im Fokus des Vortrags. Gute Nachrichten gab es dafür aus dem Irak zu vermelden, wo sich die christlichen Gemeinden nach den verheerenden Kriegen und Konflikten der vergangenen zwei Jahrzehnte langsam wiederaufbauen hätten können.

Bischof Anagbe erzählte im Anschluss von der Lage der Christinnen und Christen in Nigeria sowie in seiner Diözese Makurdi in der Mitte des Landes. In klaren Worten benannte der Geistliche dabei das Versagen des Staates, der zunehmend zu einem „killing field“ werde, in dem Gewalt an der Tagesordnung sei. Boko Haram sei dabei nicht die einzige Gefahr; zusätzlich komme es vermehrt zu auch religiös motivierten Auseinandersetzungen halbnomadisch lebender Viehhirten mit sesshaften Ackerbauern. Schon jetzt komme es in seiner Diözese regelmäßig zu mitunter tödlichen Angriffen auf Christen, und manche Gebiete seines Bistums könne er aufgrund der schlechten Sicherheitslage mittlerweile nicht einmal mehr besuchen. Dazu kämen Millionen an Binnenflüchtlingen, deren Versorgung mit Lebensmitteln und Medikamenten sich zunehmend schwieriger gestalte.

In dem gemeinsam gebeteten Kreuzweg im Hohen Dom betonte Bischof Dr. Bertram Meier anschließend, dass das christliche Zeugnis durchaus lebensgefährlich sein könne – und es tatsächlich auch von Anfang an war. Bei der 13. Station des Kreuzweges begegne den Betenden mit Josef von Arimathäa ein frühes Beispiel für einen Mann, der aus Furcht vor Repression „nur heimlich“ an Jesus hätte glauben können; ihm und allen christlichen Glaubensgeschwistern, die heute verfolgt werden, gälten unsere Solidarität und Gebet.

Gerade heute spielten Religionsgemeinschaften eine wichtige Rolle als potentielle Friedensvermittler, könnten umgekehrt aber auch bestehende Konflikte weiter verschärfen. Umso wichtiger sei es, „dass alle gottgläubigen Menschen die Unverletzlichkeit des religiösen Bekenntnisses anerkennen und füreinander eintreten“, so der Bischof. Zugleich müsse klar sein, dass die christliche Botschaft nie die Sprache der Gewalt sprechen dürfe: niemals mit Gewalt verteidigt werden dürfe, „sondern dem Beispiel unseres Herrn Jesus Christus folgend, im Bezeugen der Wahrheit durch Worte und Taten der Liebe.“

Foto: Bischof Dr. Bertram Meier und Bischof Wilfred Anagbe beim Kreuzweg im Hohen Dom zu Augsburg (Foto: Annette Zoepf / pba)


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