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24 Stunden für den Herrn

18. März 2023 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
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Franziskus: Brüder und Schwestern, lasst uns heute eine Gewissenserforschung machen, denn der Pharisäer und der Zöllner wohnen beide in uns. Der Reichtum des Bußsakraments


Rom (kath.net) Am  Nachmittag des 17. März um 16.30 Uhr stand Papst Franziskus in der Pfarrei Santa Maria delle Grazie al Trionfale einer Bußliturgie zur Versöhnung mehrerer Pönitenten mit Einzelbeichte und Absolution vor.

Mit dieser Feier werden die "24 Stunden für den Herrn" eröffnet, die vom Dikasterium für die Evangelisierung gefördert werden.

„Wenn wir zur Beichte gehen, stellen wir uns wie der Zöllner ganz hinten hin und erkennen den Abstand zwischen dem, was Gott für unser Leben erträumt hat, und dem, was wir jeden Tag wirklich sind. Und in jenem Moment kommt der Herr uns nahe, verringert den Abstand und stellt uns wieder auf die Füße; in jenem Moment, in dem wir uns als nackt erkennen, kleidet er uns in das Festtagsgewand. Und das ist und das muss das Sakrament der Versöhnung sein: eine feierliche Begegnung, die das Herz heilt und Frieden im Innern hinterlässt; kein menschliches Tribunal, vor dem man sich fürchten muss, sondern eine göttliche Umarmung, die einen tröstet.“

Im Folgenden veröffentlichen wir die Predigt, die der Papst während der Bußfeier gehalten hat.

Predigt des Heiligen Vaters zum Bußtag „24 Stunden für den Herrn:

»Doch was mir ein Gewinn war, das habe ich um Christi willen für Verlust gehalten« (Phil 3,7). So sagt es der heilige Paulus in der ersten Lesung, die wir gehört haben. Und wenn wir uns fragen, welche Dinge er in seinem Leben nicht mehr als grundlegend ansah und sogar bereit war, sie zu verlieren, um Christus zu finden, bemerken wir, dass es nicht um materielle Dinge geht, sondern um „religiöse Reichtümer“. Genau dies: Er war ein frommer Mann, ein eifriger Mann, ein ergebener und strenggläubiger Pharisäer (vgl. VV. 5-6). Und doch war dieses religiöse Gewand, das einen Verdienst, einen Vorzug, einen heiligen Reichtum darstellen konnte, für ihn in Wirklichkeit ein Hindernis. Und so sagt Paulus: »Ich halte dafür, dass alles Verlust ist, weil die Erkenntnis Christi Jesu, meines Herrn, alles überragt« (V. 8). All das, was ihm ein gewisses Ansehen, eine gewisse Bekanntheit verliehen hatte …; „lass es sein: für mich ist Christus wichtiger“.


Wer zu sehr von sich selbst und seiner eigenen religiösen „Tüchtigkeit“ überzeugt ist, vermeint, gerecht und besser als andere zu sein – wie oft geschieht dies in der Pfarrei: „Ich bin von der Katholischen Aktion, ich gehe und helfe dem Priester, ich mache die Sammlung… ich, ich, ich“, wie oft geschieht es, dass man sich besser als die anderen wähnt; jeder soll im Herzen erwägen, ob dies manchmal passiert ist – wer sich so verhält, gibt sich damit zufrieden, dass er den Schein gewahrt hat; er hat das Gefühl, dass es ihm gut geht, aber auf diese Weise kann er keinen Platz für Gott schaffen, weil er kein Bedürfnis nach ihm verspürt. Und oft sind es die 'sauberen Katholiken', diejenigen, die sich gerecht fühlen, weil sie in die Gemeinde gehen, weil sie sonntags zur Messe gehen und sich rühmen, dass gerecht zu sein: 'Nein, ich brauche nichts, der Herr hat mich gerettet'. Was ist passiert? Dass Gottes Platz vom eigenen „Ich“ eingenommen wird und so kommt es, dass er zwar Gebete spricht und heilige Taten vollbringt, aber nicht wirklich mit dem Herrn spricht. Er hält Monologe, keinen Dialog, kein Gebet. Deshalb erinnert uns die Heilige Schrift daran, nur »das Gebet eines Demütigen durchdringt die Wolken« (Sir 35,21), denn nur die Armen im Geiste, die des Heils bedürftig sind und Gnade erflehen, treten vor Gott, ohne Verdienste zur Schau zu stellen, ohne Forderungen, ohne Anmaßung: Sie haben nichts und deshalb finden sie alles, weil sie den Herrn finden.

Diese Lehre bietet uns Jesus in dem Gleichnis, das wir gehört haben (vgl. Lk 18,9-14). Es ist die Geschichte von zwei Männern, einem Pharisäer und einem Zöllner, die beide in den Tempel gehen, um zu beten, aber nur einer erreicht das Herz Gottes. Vor dem, was sie tun, spricht ihre körperliche Haltung: Das Evangelium sagt, der Pharisäer »stellte sich hin« und betete (V. 11), mit erhobenem Haupt, der Zöllner hingegen »blieb ganz hinten stehen und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben« (V. 13), aus Scham. Lasst uns einen Moment über diese beiden Haltungen nachdenken.

Der Pharisäer stellt sich hin. Er ist selbstbewusst, steht aufrecht und triumphierend wie jemand, der für seine Tüchtigkeit bewundert werden muss, wie ein Vorbild. In dieser Haltung betet er zu Gott, aber in Wirklichkeit feiert er sich selbst: Ich gehe in den Tempel, ich halte die Gebote ein, ich gebe Almosen ... Formal ist sein Gebet untadelig, äußerlich sieht man einen frommen und andächtigen Mann, aber statt sich Gott zu öffnen, indem er ihm die Wahrheit seines Herzens vorträgt, maskiert er in der Heuchelei seine Schwächen. Und so oft legen wir ein Make-up auf unser Leben. Dieser Pharisäer erwartet das Heil nicht als Geschenk des Herrn, sondern fordert es fast als Belohnung für seine Verdienste. „Ich habe meine Hausaufgaben gemacht, gib mir jetzt die Belohnung“. Dieser Mann schreitet ohne zu zögern auf den Altar Gottes zu – mit erhobenem Haupt –, um seinen Platz in der ersten Reihe einzunehmen, aber am Ende geht er zu weit und stellt sich vor Gott!

Der andere hingegen, der Zöllner bleibt ganz hinten stehen. Er versucht nicht, sich den Weg zu bahnen, sondern bleibt ganz hinten. Aber gerade jener Abstand, der seine Sündhaftigkeit im Verhältnis zur Heiligkeit Gottes zum Ausdruck bringt, ermöglicht es ihm, die Erfahrung der segensreichen und barmherzigen Umarmung des Vaters zu machen. Gott kann ihn genau deshalb erreichen, weil jener Mensch dadurch, dass er auf Abstand bleibt, Platz für ihn geschaffen hat. Er spricht nicht von sich selbst, er spricht und bittet um Vergebung, er spricht und schaut auf Gott. Wie wahr ist dies auch für unsere familiären, gesellschaftlichen und kirchlichen Beziehungen! Es gibt einen echten Dialog, wenn wir wissen, wie wir einen Raum zwischen uns und anderen bewahren können, einen gesunden Raum, der es jedem erlaubt, zu atmen, ohne in einen Sog gezogen oder zunichtegemacht zu werden. Dann kann jener Dialog, jene Begegnung den Abstand verringern und Nähe schaffen. So geschieht es im Leben jenes Zöllners: Indem er ganz hinten im Tempel stehen bleibt, erkennt er sich als Sünder in Wahrheit so, wie er vor Gott ist: entfernt, und auf diese Weise erlaubt er, dass Gott ihm näherkommt.

Brüder, Schwestern, lasst uns daran denken: Der Herr kommt zu uns, wenn wir uns von unserem eingebildeten Ich entfernen. Lasst uns nachdenken: Bin ich eingebildet? Halte ich mich für besser als andere? Schaue ich auf jemanden herab? „Ich danke dir, Herr, denn du hast mich gerettet und ich bin nicht wie diese Leute, die nichts verstehen, ich gehe in die Kirche, ich gehe zur Messe; ich bin verheiratet, kirchlich getraut, das sind geschiedene Sünder...“: Ist dein Herz so? Du wirst in die Hölle kommen. Um sich Gott zu nähern, muss man dem Herrn sagen: „Ich bin der erste von allen Sündern, und wenn ich nicht in den größten Schmutz gefallen bin, dann deshalb, weil Deine Barmherzigkeit mich an die Hand genommen hat. Dank Dir, Herr, bin ich am Leben; dank Dir, Herr, habe ich mich nicht durch die Sünde zerstört.“ Gott kann den Abstand zu uns verkürzen, wenn wir ihm ehrlich und ohne Verstellung unsere Zerbrechlichkeit vortragen. Er streckt seine Hand aus, um uns aufzurichten, wenn wir „die Talsohle erreichen“ können und wir uns ihm in der Aufrichtigkeit des Herzens hingeben. So ist Gott: Er wartet auf uns in der Talsohle, denn in Jesus wollte er „bis in die Talsohle gehen“, weil er sich nicht scheut, in die Tiefen hinabzusteigen, die uns innewohnen, die Wunden unseres Fleisches zu berühren, sich unserer Armut anzunehmen, der Misserfolge des Lebens und der Fehler, die wir aus Schwäche oder Nachlässigkeit begehen, anzunehmen – und wir alle haben welche begangen. Gott wartet dort auf uns, in der Talsohle, er wartet auf uns vor allem, wenn wir mit viel Demut im Sakrament der Beichte um Vergebung bitten, wie wir es heute machen. Dort wartet er auf uns.

Brüder und Schwestern, lasst uns heute eine Gewissenserforschung machen, ein jeder von uns, denn der Pharisäer und der Zöllner wohnen beide in uns. Verstecken wir uns nicht hinter der Heuchelei des Scheins, sondern übergeben wir unsere Undurchsichtigkeit, unsere Fehler vertrauensvoll der Barmherzigkeit des Herrn.Lasst uns an unsere Fehler denken, an unser Elend, auch an das, das wir aus Scham nicht teilen können, und das ist in Ordnung, aber bei Gott muss es gezeigt werden. Wenn wir zur Beichte gehen, stellen wir uns wie der Zöllner ganz hinten hin und erkennen den Abstand zwischen dem, was Gott für unser Leben erträumt hat, und dem, was wir jeden Tag wirklich sind: arme Leute. Und in jenem Moment kommt der Herr uns nahe, verringert den Abstand und stellt uns wieder auf die Füße; in jenem Moment, in dem wir uns als nackt erkennen, kleidet er uns in das Festtagsgewand. Und das ist und das muss das Sakrament der Versöhnung sein: eine feierliche Begegnung, die das Herz heilt und Frieden im Innern hinterlässt; kein menschliches Tribunal, vor dem man sich fürchten muss, sondern eine göttliche Umarmung, die einen tröstet.

Eines der schönsten Dinge daran, wie Gott uns aufnimmt, ist die Zärtlichkeit der Umarmung, die er uns schenkt. Wenn wir lesen, wie der verlorene Sohn nach Hause kommt (vgl. Lk 15,20-22) und zu sprechen beginnt, lässt der Vater ihn nicht sprechen, umarmt ihn und er kann nicht sprechen. Die barmherzige Umarmung. Und hier wende ich mich an meine Brüder, die Beichtväter: Bitte, Brüder, vergebt alles, vergebt immer, ohne den Finger zu sehr in die Gewissen zu legen; lasst die Menschen ihre Dinge sagen, und nehmt dies wie Jesus auf, mit der Zärtlichkeit eures Blicks, mit der Stille eures Verständnisses. Bitte, das Sakrament der Beichte gibt es nicht, um zu foltern, sondern um Frieden zu geben. Vergebt alles, so wie Gott euch alles verzeihen wird. Alles, alles, alles.

Lasst uns in dieser Fastenzeit mit reuigem Herzen wie der Zöllner flüstern: »Gott, sei mir Sünder gnädig!« (V. 13). Lasst es uns gemeinsam tun: Gott, sei mir Sünder gnädig. Gott, wenn ich dich vergesse oder dich vernachlässige, wenn ich meine eigenen Worte und die der Welt über dein Wort stelle, wenn ich mir anmaße, gerecht zu sein und andere verachte, wenn ich über andere schwatze, Gott, sei mir Sünder gnädig. Wenn ich mich nicht um die Menschen kümmere, die mich umgeben, wenn ich denen gegenüber gleichgültig bin, die arm und leidend, schwach oder ausgegrenzt sind, Gott, sei mir Sünder gnädig. Für die Sünden gegen das Leben, für das schlechte Zeugnis, das das schöne Antlitz der Mutter Kirche befleckt, für die Sünden gegen die Schöpfung, Gott, sei mir Sünder gnädig. Für meine Unaufrichtigkeit, meine Unehrlichkeit, meinen Mangel an Transparenz und Redlichkeit, Gott, sei mir Sünder gnädig. Für meine verborgenen Sünden, die niemand kennt, für das Böse, das ich anderen zugefügt habe, auch ohne es zu merken, für das Gute, das ich hätte tun können und nicht getan habe, Gott, sei mir Sünder gnädig.

Lasst uns in Stille für ein paar Augenblicke mit reuigem und vertrauensvollem Herzen wiederholen: Gott, sei mir Sünder gnädig. In Stille. Jeder soll es in seinem Herzen wiederholen. Gott, sei mir Sünder gnädig. In diesem Akt der Reue und des Vertrauens werden wir uns für die Freude über das größte Geschenk öffnen: Gottes Barmherzigkeit.

 

 


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Lesermeinungen

 lakota 21. März 2023 
 

@Miriam7

Ja, die Predigt ist gut.
Was mich und andere irritiert, ist der Satz:
"Vergebt alles, so wie Gott euch alles verzeihen wird. Alles, alles, alles."

Warum hat Jesus zu seinen Aposteln gesagt:
"Deren Sünden ihr nachlaßt, denen sind sie nachgelassen; deren Sünden ihr behaltet, denen sind sie behalten." Joh.20,23
Kann ein Priester von einem Sünder nicht verlangen, daß er z.Bsp. gestohlenes Gut zurückgibt, bevor er ihn losspricht, verzeiht?


0
 
 Miriam7 20. März 2023 
 

Erstaunlich

finde ich, woher Menschen wissen wollen, was Gott will oder nicht will und wie Gott denkt.
Wir sollten uns mal sehr mit den Begriffen Hochmut und Demut auseinandersetzen!


0
 
 Miriam7 20. März 2023 
 

An alle

Hier im Forum wird gebetsmühlenartig wiederholt, dass Reue bei der Beichte notwendig ist.
Ich habe mir soeben die wunderbare Predigt von Papst Franziskus nochmal langsam und intensiv durchgelesen weil ich dachte, vielleicht etwas übersehen zu haben.
Meine Frage an die Kommentatoren ist - wo sagt der Papst, dass keine Reue bei der Beichte notwendig ist? Bitte lesen Sie sich vor allem den letzten Absatz nochmal durch (am besten die ganze Predigt)!
Die zweite Frage ist, wo habe ich geschrieben, dass keine Reue notwendig ist?
Es bedrückt mich außerdem sehr, wie respektlos und unwillig angeblich gläubige Katholiken über den Papst sprechen und dazu noch Geistliche. Und dann aber mit dem moralischen Zeigefinger wedeln und einem etwas von Beichte, Reue und dem Lehramt erzählen.
Rein von der Logik müsste klar sein, dass jemand, der beichten geht, Reue empfindet. Weltlich gesehen, ist es für niemanden von Vorteil zu beichten.


0
 
 Junias 20. März 2023 
 

mimamo schön dass Ihnen die Beichte gutgetan hst

Wäre das doch allerorts so. Hier wird nach Ostern das Angebot zur Beichte mangels Interesse nach Ostern noch weiter eingeschränkt und nur noch „auf Wunsch bzw. Nach Terminvereinbarung“ angeboten. Samstag ist hier 1 Stunde vor dem Vorabendgottesdienst Gelegenheit zur Beichte. Aber da es extrem gering bis gar nicht angenommen wird. bietet man es nun nur noch auf Termin an. Für mich kein großes Thema da ich mit dem Auto in 5 km Entfernung regelmäßige Beichtzeiten finde.


1
 
 mimamo 20. März 2023 
 

Miriam7

Es gibt auf kath tv eine gute Sendung, von Pfr Thomas Maria Rimmel und Pater K Wallner, Stunde der Seelsorge über die Beichte.
Und ja, Gott kann und will aber nur vergeben, wenn die Reue da ist. sonst wäre es billige Gnade, wie schon Dietrich Bonhoeffer sagt.

Im Vater unser heisst es: und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Nun kann jeder für sich selbst überlegen, wie er das umsetzt ... und dass GOTT uns nur vergibt, wenn wir vergeben ... wem vergeben wir wirklich? Wenn einer uns das so hinknallt .. oder wenn wir bemerken, dass es ihn was kostet und wirklich aus tiefster Seele kommt, seine Bitte um Vergebung.
Und wieviel millionenmal heiliger und größer ist Gott?


1
 
 mimamo 20. März 2023 
 

Froh

Ich möchte meine Freude mit euch teilen, vor allem @Herbstlicht: ich war gestern in der Beichte und anschliessend in der Heiligen Messe und Eucharistiefeier, konkret, nicht nur über missio Mittagsmesse, wenn es zeitlich geht. Der Kaplan ist treu. Die Predigt war sehr gut. Er sagte mir auch, dass so einige aus Ulm kommen, nach Neu-Ulm ... ich bekam dann beim Warten auf dem Nachhausebus eine Unterhaltung mit, zwischen einem älteren Mann und einer jungen Frau, war aber zu schüchtern, Kontakt aufzunehmen. Der Mann war vollkommen verstört und aufgeregt, es muss in der UlmerGeorgskirche etwas vorgefallen sein .. was habe ich leider nicht genau hören können, vielleicht hat eine Frau gepredigt.
Ich werde jetzt jeden Tag für diesen jungen Kaplan beten, damit Gott ihn stärkt und schützt, nur ER allein weiss, welchem Druck er schon ausgesetzt sein mag.
Aber nun weiss ich wo ich hingehen kann! Diese Hl Messe mit vorheriger Beichtgelegenheit findet wohl fast jeden Sonntag statt.


1
 
 Miriam7 20. März 2023 
 

Lassen wir Jesus zu den hier erwähnten Unklarheiten sprechen:

Lk 6,37
Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.

Mt 7,1 - 7,5
Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet. Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Maß, mit dem ihr meßt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden.

Mt 7,7 und 7,8
Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet.

Lk 6,38
Gebt, dann wird auch euch gegeben werden. In reichem, vollem, gehäuftem, überfließendem Maß wird man euch beschenken; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt und zuteilt, wird auch euch zugeteilt werden.

Lk 6,36
Seid barmherzig wie es auch euer Vater ist!

Mt 5,7
Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.


0
 
 Joachim Heimerl 19. März 2023 
 

Alles vergeben? - Ich tue mir damit auch schwer...

es gibt je die "reservierten Sünden", von denen (eigentlich) nur der Bischof lossprechen kann. Dann gibt es Beichten ohne erkennbare Reue, da wird es auch schwierig und dann gibt es - nach wie vor - Menschen, die nach dem Kirchenrecht von der Beichte ausgeschlossen sind (geschieden Wiederverheiratete z.B., sofern sie nicht bereit sind in der Josefsehe zu leben, vgl. "Familiaris consortio") - daran ändert auch eine franziskanische Fußnote nichts... was bedeutet also die päpstliche - in diesem Fall sicher nicht lehramtliche - Aussage in diesem Kontext....ich würde sagen: nichts...pardon, Heiliger Vater...


2
 
 Miriam7 19. März 2023 
 

@lakota

Ja, lakota, das ist eine gute Frage! Jesus überlässt es also den Geistlichen, uns zu vergeben.
Ich denke, dass Jesus die Geistlichen durch seinen Heiligen Geist entsprechend führt, vor allem den Papst - wie wir Katholiken ja eigentlich glauben sollten. Ich tue es!


0
 
 Miriam7 19. März 2023 
 

nochwas

Weil ja hier auch viele Fatimaanhänger sind: Was meinte die Muttergottes in Fatima eigentlich, als sie den Kindern und uns allen den Zusatz zum Rosenkranz ans Herz legte: "O mein Jesus, verzeih uns unsere Sünden und bewahre uns vor dem Feuer der Hölle, besonders jene, die deiner Barmherzigkeit am meisten bedürfen." Wer sind diese???
Was meinte Jesus mit seiner Aussage "die Kranken brauchen den Arzt, nicht die Gesunden", als die Pharisäer sich darüber aufregten, dass er sich mit den Sündern und Zöllnern abgibt?


0
 
 Miriam7 19. März 2023 
 

Beichte und Forderungen Jesu

Dass Reue bei einer Beichte vorausgesetzt wird, steht für mich außer Frage. Ich denke, man kann davon ausgehen, dass jeder, der beichtet, zum einen gläubig ist und seine Missetaten oder Unterlassungen nicht gut findet. Jemand der ungläubig ist und nicht bereut, dem ist es wurscht und er wird nicht beichten gehen und wir sollten uns nicht anmaßen, zu wissen, was in jemandem vor sich geht. Übrigens, Jesus hat auch zu dem reichen Mann gesagt: "Geh und verkaufe deinen Besitz, gib das Geld den Armen und folge mir nach!" Die Sache mit dem Kamel kennen wir alle.
Jesus hat von uns auch gefordert, Obdachlose aufzunehmen und jedem der uns bittet, zu geben, die rechte Wange hinzuhalten wenn jemand uns auf die Linke schlägt etc. etc.
Da war doch auch noch was mit dem Verzeihen und dem Urteilen...
Und er hat zu den Leuten (zu uns allen!) gesagt: "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein!"


0
 
 Bene16 19. März 2023 
 

@lakota

Jesus wird sich hier, wie so oft, geirrt haben...
(mein Galgenhumor, der mich über Wasser hält)


3
 
 lakota 19. März 2023 
 

@Junias

Bei dem Artikel frage ich mich allerdings auch, warum Jesus zu seinen Aposteln gesagt hat:
"Deren Sünden ihr nachlaßt, denen sind sie nachgelassen; deren Sünden ihr behaltet, denen sind sie behalten." Joh.20,23


3
 
 Junias 19. März 2023 
 

Miriam7 Und SalvatoreMio

Ich meinte ja nur, dass bei einer Beichte auch Reue vorausgesetzt werden muss. Wenn mir „automatisch und immer sowieso“ die Absolution erteilt wird, ohne meine Aufrichtigkeit zu erkunden, dann kann jeder die Beichte als Freibrief für sein Tun nutzen.


2
 
 Junias 19. März 2023 
 

Miriam7 Und Miriam7

Ich meinte ja nur, dass bei einer Beichte auch Reue vorausgesetzt werden muss. Wenn mir „automatisch und immer sowieso“ die Absolution erteilt wird, ohne meine Aufrichtigkeit zu erkunden, dann kann jeder die Beichte als Freibrief für sein Tun nutzen.


2
 
 SalvatoreMio 19. März 2023 
 

Mit reumütigem Herzen zu Gott kommen

@Miriam7: Beichtväter haben den Auftrag zu vergeben, aber sie müssen auch darauf hinweisen, dass wir die Vergebung mit reumütigem Herzen erbitten müssen, mit der Absicht, uns zu bessern. Es gibt tatsächlich Leute, die sehen das so mit ihrer Beichte: sie leeren ihren Sündenkoffer aus, um freie Fahrt zu haben, im alten Stil fortzufahren. Ich kannte einen Vater, der oft beichtete und dabei jahrelang seine Tochter missbrauchte. Seelsorger sollten, soweit überhaupt möglich, auch führen, was im Beichtstuhl gewiss äußerst schwierig ist. Aber die Voraussetzungen für Sündenvergebung sollen verkündet werden, und das ist der WILLE zur Umkehr.


2
 
 SalvatoreMio 18. März 2023 
 

Schwammige Worte

@mimamo: es ist peinlich, Ihnen zustimmen zu müssen, aber viele klagen ja immer wieder über unklare Äußerungen unseres Kirchenoberhauptes. Sie, mimamo, zitieren Jesus in seiner Klarheit, und so ist es recht und entspricht auch dem gesunden Menschenverstand. - Und wer Christus liebt, gibt nicht auf, weil er Quelle und Licht ist und den an die Hand nimmt, der sie ergreift.- Ich schätze auch seinen Diener Kardinal Robert Sarah sehr! Jemand auf kath.net erwähnte dessen "Katechismus des geistlichen Lebens". Mir ist das Buch noch nicht bekannt.


2
 
 Miriam7 18. März 2023 
 

@Junias

Möchten Sie dass Gott nicht alles vergibt? Fühlen Sie sich selbst so edel und sündenfrei? Können Sie sicher sein, dass Sie bis zu Ihrem Lebensende sündenfrei bleiben? Gibt es in Ihrem Leben nicht auch Dinge, die Sie immer wieder tun, obwohl sie nicht gut sind?
Lesen Sie bitte 1 Joh 1,8! Dringend!

www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/1joh1.html


0
 
 Junias 18. März 2023 
 

Das kann nicht sein

Papst Franziskus hat eine merkwürdige Auffassung zum Sakrament der Beichte - siehe Link. Alles soll vergeben werden! Dann kann ja jeder ja tun und lassen was er will, denn einfach Beichten gehen und alles ist wieder gut !

www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-hoert-beichte-und-mahnt-priester-vergebt-alles-alles-alles


2
 
 Herbstlicht 18. März 2023 
 

@mimamo

Leider habe ich erst jetzt mitbekommen, dass Sie "Neukatholikin" sind.
Ich möchte Sie hiermit herzlich begrüßen und Ihnen eine gesegnete Zeit bei uns wünschen.
Zugegeben, auch wenn es nicht immer leicht ist, Seien Sie versichert: Sie sind angekommen, am richtigen Ort angekommen!

Beichte und Hl. Messe - zwei so ungemein wichtige Faktoren, nein Geschenke.
Dass Sie aufgeregt sind, ist verständlich, aber danach werden Sie froh und dankbar sein.
Ich bin auch immer wieder neu aufgebaut, wenn ich aus dem Beichtstuhl trete.

Gottes Schutz und Segen für Sie und eine gute Zukunft für Sie als Gläubige in der katholischen Kirche!
Möge sie für Sie zur innerlichen Heimat werden.


3
 
 modernchrist 18. März 2023 
 

Fliehen wir, die wir nicht mehr aus und ein wissen oft, in die

Arme der Heiligen Familie, die Arme der Gottesmutter und die Arme des Vaters der Annahme, des kreativen Mutes, des Heiligen Josef.
Für sie war Sexualität nicht das Wichtigste in ihrem Leben; ja sie verzichteten lebenslang darauf um des großen Auftrages willen, den Gott für Maria und auch als ihr Beschützer für Josef kundgetan hatte. Die Ehrfurcht vor der Aufgabe und die Begleitung des göttlichen Kindes ins gefährliche Leben hinein war ihre Aufgabe und alleinige Passion. Sie werden auch uns beistehen.


1
 
 mimamo 18. März 2023 
 

Was will uns der Heilige Vater damit sagen,

mit dieser Predigt?
Mich macht er verrückt, als Neukatholikin, die ohnehin Schwierigkeiten hat, vernünftige katholische Priester zu finden.. Ja, Gott ist zärtlich und Gott vergibt, ebenso sagt uns unser Heiland aber auch: gehe hin und sünde nicht mehr!
Mir ist das alles zu schwammig und zu undeutlich, ich werde nichtsmehr lesen, ich bin jedes Mal überfordert.

An dieser Stelle möchte ich allen danken, die mir - ich finde den konkreten Artikel nicht mehr - Mut gemacht haben, nicht aufzugeben, weiterzusuchen und mir Hinweise gegeben haben, wo ich hin könnte. Das ein oder andere werde ich versuchen. Wie es scheint habe ich jetzt einen treuen echten Katholiken gefunden, einen Kaplan in St Johann Baptist in Neu-Ulm, und gehe morgen beichten und anschliessend in die Hl Messe.
Ich bin aufgeregt.
Danke allen, GottesSegen und die Fürsprache unserer lieben heiligen Gottesmutter - je mehr ich mich mit ihr und dem Hl Josef befasse, umso mehr staune und werde ganz klein.


3
 

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