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Sonntagspflicht, Eucharistie und gültige Messe

9. Februar 2018 in Spirituelles, 12 Lesermeinungen
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"Ich mag den Begriff Sonntagspflicht nicht sehr, weil er so lastend klingt. Trotzdem ist er richtig..." Von Claudia Sperlich


Berlin (kath.net/Blog "Katholisch? Logisch!"/cs) Die katholische Kirche nimmt die Sonntagspflicht sehr ernst – und soweit ich weiß, tun die meisten evangelischen und freikirchlichen Denominationen das auch.

Ich mag den Begriff Sonntagspflicht nicht sehr, weil er so lastend klingt. Wie klingt denn „Ich muss jeden Sonntag meine Erlösung feiern“ oder „Ich muss jeden Sonntag meinen besten Freund besuchen“? Trotzdem ist er richtig, denn wir sind nun mal so gestrickt, daß es Tage gibt, an denen wir nölig sind und irgendwie lieber nicht zur Kirche wollen, vielleicht weil wir gerade faul sind, oder weil die anderen Gemeindemitglieder uns gerade mißhagen, oder weil wir die Predigten dieses Priesters nicht mögen. Dann ist es gut, wenn es klare Regeln gibt: Raff dich auf, ob du willst oder nicht.

Der Sonntagspflicht schuldhaft nicht nachkommen bedeutet für den Katholiken: Die nächste Beichte ist fällig, und davor ist der Eucharistieempfang nicht erlaubt. Das wiederum schließt den Kirchgang keineswegs aus, natürlich darf jeder, auch wer gerade nicht im Stand der Gnade ist (also nicht von einer schweren Sünde belastet), in die Kirche. Nur darf er dann eben nicht die Eucharistie empfangen. Er darf allerdings beim Kommuniongang nach vorne gehen und um den Segen bitten (das geschieht sinnvollerweise mit über der Brust gekreuzten Armen oder die rechte Hand auf die linke Schulter gelegt – dann weiß der Priester Bescheid, und es gibt kein Mißverständnis). Übrigens gilt das auch bei anderen noch ungebeichteten schweren Sünden – und auch, wenn man weniger als eine Stunde vorher etwas gegessen oder getrunken hat (Ausnahme sind Wasser und notwendige Medikamente); die Eucharistische Nüchternheit ist durchaus sinnvoll.


Geistige Kommunion, also der Wunsch nach dem Kommunionempfang und der Vollzug aller mit dem Eucharistieempfang verbundenen Gebete und Handlungen, außer dem Eucharistieempfang selbst, in einer inneren Haltung der Sehnsucht nach Gott, ist sowohl in einer Kirche als auch vor dem Fernseher möglich. Ich habe in der Kirche einige Male die Erfahrung gemacht, daß ich zwar aus Gründen die Eucharistie nicht empfangen konnte, aber getragen war durch die Gemeinschaft der Gläubigen. Sie empfängt die Eucharistie auch für den, der das nicht kann.

In dem Fall, daß man kürzlich die Sonntagspflicht versäumt hat (oder etwas anderes Beichtpflichtiges auf dem Kerbholz hat), seitdem aber unverschuldet wirklich keine Möglichkeit zur Beichte hatte, obwohl man das wollte, und ehrlich vorhat, bei nächster Gelegenheit zu beichten, kann man auch die Kommunion empfangen – sie ist ja auch ein Heilmittel für die Seele. Man sollte sich in so einem Fall aber sehr genau selbst prüfen; wir neigen nun mal dazu, uns besser zu finden als wir sind.

Was ist nun, wenn man der Sonntagspflicht nicht nachkommen kann, z.B. weil man krank ist oder Dienst hat? Wäre es dann möglich, in Echtzeit oder auch in der Mediathek die Messe mitzufeiern?
Zunächst einmal ist es natürlich keine Sünde, unverschuldet die Sonntagspflicht zu versäumen; wo ein gerechter Grund vorliegt, nicht zur Messe zu gehen, verlangt die Kirche das auch nicht. Gott will uns heilen, nicht knechten!

Es ist selbstverständlich gut (aber nicht geboten), in einem solchen Fall über Radio oder Fernsehen die Messe zu verfolgen und auch mitzubeten. Jedoch ist die Ausstrahlung über die Medien keine gültige Messe. Gültig feiert nur, wer physisch dabei ist. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Nach einer ebenso angeregten wie freundschaftlichen Diskussion auf facebook über die Gültigkeit der live in die MEHRspace-Halle übertragenen Messe im MEHR-Auditorium weiß ich inzwischen: Bei MEHRspace wurde ebenso gültig Messe gefeiert wie im Auditorium, weil sie vor Ort war, da die Halle mit der Übertragung als Nebenraum der Halle mit dem Altar gilt. Es ist auch denkbar, die Auffassung, was „vor Ort“ ist, großzügig zu erweitern, wenn die Gemeinden weiter ins Riesige wachsen mit einem Priester auf hundert Quadratkilometer. Vielleicht kann dann eine Live-Übertragung der Messe in der nächstgelegenen Pfarrei auch am heimischen Bildschirm als gültige Messe angesehen werden – mit geistiger Kommunion. Einstweilen ist es aber nicht so.

Sinnvoll ist jedenfalls bei Verhinderung (oder auch bei schuldhaftem Fernbleiben, wenn man sich das noch am selben Tag klargemacht hat), die für diesen Sonntag vorgesehenen Lesungen und das Evangelium zu lesen und den Psalm zu beten; der Schott hilft.




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Lesermeinungen

 Diasporakatholik 12. Februar 2018 
 

@lakota - Gern geschehen

Noch ein weiterer Tipp:
Zum Überkleben der Strichzeichnungen eignen sich auch Sterbe- oder Andachtsbildchen.


2
 
 lakota 12. Februar 2018 
 

@Diasporakatholik

Da mich diese Strichzeichnungen im Gotteslob recht ärgern, möchte ich Ihnen für die Idee mit den drüber geklebten Gebeten bedanken. Das werde ich auch tun!


2
 
 Diasporakatholik 10. Februar 2018 
 

@Zeitzeuge - Allein den Beten kann es noch gelingen

Sie zitieren dieses Wort von Reinhold Schneider regelmäßig am Ende Ihrer Postings - und ich gebe Ihnen aus tiefster Überzeugung unbedingt recht.

Beten wir also geradezu stoisch unbeeindruckt von allen äußeren Widrigkeiten unverdrossen für die/unsere Priester, unseren Bischof und auch für den amtierenden Papst. Er hat ja selbst darum nach seiner Wahl gebeten.
Ich halte die betreffenden Gebete aus dem alten Gotteslob-Gebetbuch für sehr geeignet; einige sind auch ins neue Gotteslob-Gebetbuch übernommen worden, dort aber sehr verstreut und nicht ganz leicht auffindbar untergebracht.
So hab ich mir die alten Gebete herausgeschrieben und in mein NGL-Exemplar eingeklebt. Die Seiten mit den m.E. unsäglichen Strichzeichnungen eignen sich hervorragend dafür.
Ich bete die betr. Gebete vor der Hl. Messe am Sonntag.
Übrigens: Auch unser Pfarrer trägt Jeans und T-Shirt, aber er ist nach unserem Eindruck trotzdem noch kernig-rechtgläubig. Weiter beten.. ...


7
 
 Esperanza 10. Februar 2018 

Sonntag - Erfindung von Gott

Ohne Sonntag keine Ruhepause - für alle, gläubig oder ungläubig.

Sonntag - die Liebeserklärung Gottes an uns Menschen.

Sonntag - aus Liebe zu Gott d ü r f e n
wir IHN treffen.

Gott sei Dank.


8
 
 Stefan Fleischer 10. Februar 2018 

@ hape

Vergelt's Gott!
Ja, lassen wir uns wieder von Gott in die Pflicht nehmen. Lassen wir Gott wieder unser HERRGOTT sein, unser Herr und unser Gott. Dann erst können wir wirklich erfahren, wie gross und wertvoll die Liebe und die Barmherzigkeit unseres Vaters für uns sind. Und andererseits – wie ein Aphoristiker dies einmal formulierte - "Wer sich Gott unterwirft, kann von niemandem sonst wirklich unterworfen werden.“


8
 
 Zeitzeuge 9. Februar 2018 
 

Sonntagspflicht - Sonntagsfreude !

wir sind froh, wenn wir einmal im Monat
ca. 25 km zu einer Hl. Messe im a.o. Ritus
fahren können, es lohnt sich aber wirklich, sowieso und wegen der ungebrochen kath. Athmosphäre, auch die
jungen Familien mit kl. Kindern sind gut
in dieser Motu proprio-Messe vertreten!

Vorher war die nächste, derartige hl.Messe mehr als doppelt
soweit entfernt!

Da unser T-Shirt-Jeans-Pfarrer wirklich
problematisch ist, fahren wir Sonntags in der Regel auch in Nachbarpfarreien oder ins städt. Krankenhaus mit einem
freundlichen Priester aus Afrika, der aber auch nur zweimal im Monat da ist!

Der Krankenhaus-Pfarrer erzählte folgendes:

Bei ihm zu Hause ist es üblich, daß
die Firmlinge in der Vorbereitungszeit
regelmäßig zusammen den Rosenkranz beten. Das wollte er auch mit deutschen
Firmlingen, es wurde aber nichts daraus,
da sich Eltern beschwerten "das sei eine
Überforderung der Jugendlichen!"

Armes Deutschland kann man da nur sagen, leider!


13
 
 ottokar 9. Februar 2018 
 

Gehorsam, das Wort hören wir nicht gerne:

Gehorsam? Schon mal was davon gehört? Die 10 Gebote sind klar umschriebene von Gott über Moses vermittelte Vorschriften.Viele, zwar von Menschen gemachte Vorschriften unserer Kirche, wie das Sonntagsgebot, die Fasttage, wenigstens 1xpro Jahr zur Heiligen Beichte in der österlichen Zeit zu gehen u.v.a. sind einzuhaltende Vorschriften , wozu Gehorsam erforderlich ist. Aber mir scheint, dass die wahre und sehr hilfreiche Bedeutung dieses "altmodischen" Begriffes völlig verloren gegangen ist. Dabei würde Gehorsam unser Zusdammenleben so sehr erleichtern!Wir fahren ja auch bei Rot nicht über eine Kreuzung oder überfahren keinen durchgezogenen Mittelstreifen usw. Warum also nicht aus freiem Willen den Gesetzen und Vorschriften unserer Kirche gehorchen?


9
 
 doda 9. Februar 2018 

@Laus Deo

Diese Position ist in der römisch katholischen Kirche eindeutig nicht allein gültig!


4
 
 Dottrina 9. Februar 2018 
 

Nach Möglichkeit Messbesuch

Selbstverständlich gehe ich Sonntags (oder evtl. Samstag Abend) zur Messe; mir ist die Sonntagspflicht bewusst und ich nehme diese wahr, wo immer es geht. Allerdings mit Fieber, Husten und Schnupfen musste ich unlängst einen Sonntag auf die Messe verzichten. Allein das lästige "Gebell" des Hustens und Schnäuzens würde die Messbesucher stören, natürlich ist da auch die Ansteckungsgefahr. Ich denke, in diesem Falle vergibt der Herrgott dieses Versäumnis :-) Was Übertragungen von Messen im Fernsehen anbelangt, so denke ich, dass die Live-Übertragung von Papstmessen gültig ist, da nicht jeder dauernd nach Rom reisen kann. Ebenfalls vermute ich mal, Fernseh-Messübertragungen sind gültig für alte, bettlägerige Menschen, die das Haus nicht mehr oder nur selten verlassen können.


11
 
 Stefan Fleischer 9. Februar 2018 

Du sollst

Ja, solche "Du sollst" sind nun einmal einfach nötig für uns Menschen, die es lieber bequem haben. Ich glaube, wir dürfen sogar für solche Gebote (wie übrigens auch z.B. die 10 Gebote Gottes) dankbar sein. Gott kennt uns Menschen genau und sendet uns solche Hilfen aus reiner Liebe.
Dass wir dabei nicht skrupulös sein müssen, das ergibt sich aus der Liebe Gottes zu uns. Dass wir das aber nicht als Entschuldigung für unsere Faulheit etc. verwenden dürfen, ebenfalls.


10
 
 Laus Deo 9. Februar 2018 

Geistige Kommunion auch nicht möglich im Stande der Todsünde

https://m.youtube.com/watch?v=hbGllXz9ctk


2
 
 Beda46 9. Februar 2018 

Sonntagspflicht?

Seit 50 Jahren nix von gehört. (Aber Gott sei Dank bin ich schon etwas älter.)


9
 

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